Nach dem Brand im Kinderhaus Edith Stein nimmt das Kinder- und Kulturzentrum (Kikuz) die 122 Kinder auf. Die Polizei hat noch keine heiße Spur zum Brandstifter. Das Kinderhaus brannte in der Nacht zum Freitag komplett ab.
Das Kinder- und Kulturzentrum (Kikuz) geht heute als Ersatzeinrichtung für das abgebrannte Kinderhaus Edith Stein in Betrieb. „Wir sind darauf vorbereitet“, sagte Kinderhausleiter Thomas Kannenberg. Bei der Polizei sind unterdessen erste Hinweise zum Brand eingegangen. Es gebe jedoch noch keine heiße Spur, betonte Sprecher Peter Hauke.
Kinderhausleiter Thomas Kannenbergs Ziel ist es, dass sich die Kinder so schnell wie möglich an die neue Situation gewöhnen und „so wenig wie möglich darunter leiden“. Aus der Beobachtung berichtet er, dass Kinder mit solchen Einschnitten gut zurecht kämen. Kannenberg und seine 20 pädagogischen Kollegen haben unter Hochdruck gearbeitet, das Kinder- und Kulturzentrum am Raiteberg zum Ersatz-Kinderhaus umzufunktionieren und den Kindern die Trauer um ihren bisherigen Kindergarten, der in der Nacht zum Freitag komplett abbrannte, so leicht wie möglich zu machen. Schon am Freitagmorgen hat Pfarrer Andreas Rudiger Eltern und Kinder seelsorgerisch betreut und ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Trauerarbeit geleistet.
Zwischenzeitlich ist auch die Essensversorgung der 122 Kinder im Kikuz geklärt. Die Konstanzer Polizei, so Kannenberg, werde das Übergangs-Kinderhaus beliefern. Besteck und Geschirr stellt die Pfarrei St. Gebhard – Trägerin des Kinderhaues Edith Stein – zur Verfügung. Zwei Beispiele, wie groß die Solidarität in diesem Fall ist. Eltern, aber auch fremde Personen böten spontan Hilfe an, berichtete Kannenberg. Und es gingen etliche Spenden ein. In erster Linie ist die Pfarrei für Geldspenden dankbar (Stichwort „Wiederaufbau Kinderhaus“, Spendenkontonummer 2 27 00 00 07, Bankleitzahl 692 910 00, Volksbank Konstanz).
Einige Zeugenhinweise
Die Polizei sucht weiter nach einem Tatverdächtigen. Ihre Öffentlichkeitsarbeit hat am Wochenende überrascht. Noch am Freitagmittag erläuterte Polizeisprecher Fritz Bezikofer, es gebe keine Anzeichen auf eine Brandstiftung und die Ursache sei weiter unklar. Erst am gestrigen Montag würden die Ermittler ihre Arbeit wieder aufnehmen, weil der Brandort am Freitag wegen der Hitze noch nicht betretbar sei. Am Wochenende landete bei Anwohnern am Kinderhaus Edith Stein jedoch ein Flugblatt, mit dem die Polizei um Hinweise auf mehrere Brandstiftungen bat – auch am Kinderhaus. Demnach stand offenbar schon früher fest, in welche Richtung die Recherche bei der Brandursache ging. Erst am Montag bestätigte Bezikofers Kollege Peter Hauke den Ermittlungsansatz. Aufgrund von zwei Brandstiftungen im Umfeld des Kindergartens – wie an einem Auto in einer Tiefgarage – geht die Polizei auch am Kinderhaus davon aus.
Auf die Flugblattaktion hin gingen bei der Polizei wenige Hinweise ein, erläuterte Peter Hauke. Es sei jedoch keine heiße Spur darunter. Zeugen hätten zum Beispiel berichtet, dass sie in der Brandnacht ein Knallgeräusch gehört hätten. Die Kriminaltechniker werden in den nächsten Tagen weiter am Unglücksort ermitteln, sagte Hauke.
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