KonstanzNach 100 Jahren ist Konstanz kurz vor dem Ziel [15]
Moderne Architektur, gute Akustik: Die größte Stadt am See will ein Konzert- und Kongresshaus direkt am Ufer – nur die Bürger könnten die Pläne noch kippen. Doch die Chanen für das Projekt stehen so gut wie nie.
So soll es aussehen: Das Konzert- und Kongresshaus Konstanz, wie es vom Gemeinderat beschlossen wurde. Bauen soll die Firma Reisch aus Bad Saulgau, die Architektur stammt vom Bregenzer Büro Dietrich/Untertrifaller.
In historischen Dimensionen denkt man gerne in Konstanz: Mehr als 600 Jahre sei es her, dass die Stadt letztmals eine große Versammlungsstätte für die Bürger gebaut habe, sagt etwa Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne). Nun soll es wieder einmal so weit sein: Der Gemeinderat der Stadt hat gestern Abend den Weg geebnet für den Neubau eines Konzert- und Kongresshauses auf dem Areal Klein Venedig direkt am Bodenseeufer und der Schweizer Grenze. Frei ist der Weg freilich noch nicht: Voraussichtlich am 21. März steht ein vom Rat initiierter Bürgerentscheid an. Dass die Bürger das ehrgeizige Vorhaben noch kippen könnten, ist nicht nur Horst Frank ein Alptraum: „Dieses Haus ist nicht weniger als eine notwendige Investition in den Standort“, sagt der Rathauschef. Zumal es sich bei dem neuerlichen Vorstoß mitnichten und den ersten Anlauf handelt, der Stadt einen Raum zu geben, in dem sie sich treffen und der aus dem kommunalen Haushalt alimentierten Südwestdeutschen Philharmonie lauschen kann. 2003 sah es schon einmal so aus, als stehe ein Baubeginn unmittelbar bevor. Die Vorgänge von damals bewerten die Kritiker des Vorhabens als die Folie dessen, was auch 2010 wieder drohe: Im Bürgerentscheid spricht sich die Mehrheit gegen das Projekt aus, das von der Gemeindeordnung vorgeschriebene Quorum wird aber nicht erfüllt. Erneut ist der Gemeinderat am Zug, will die Pläne abspecken und diskutiert nochmals ein paar Jahre. Doch so weit ist es noch lange nicht. Die Stadtverwaltung und die bürgerlichen Fraktionen CDU und Freie Wähler sowie Teile der Grünen – zusammen eine robuste Mehrheit im Rat – wollen die kommenden Wochen für eine Sympathie-Kampagne nutzen. Die Argumente dürften in der Stadt durchaus Gehör finden. Das ehrwürdige Konzilgebäude, eben jenes vor mehr als 600 Jahren errichtete Haus, ist für die Philharmonie eine denkbar schlechte Spielstätte. Die Akustik ist verheerend, regelmäßig stören die direkt am Haus vorbeiratternden Züge den Musikgenuss. Für viele Kulturangebote, die eher dem Berech der leichten Muse zuzuordnen sind, müssen die Konstanzer ausgerechnet ins rivalisierende Singen fahren. Und dass im Tourismus noch mehr Geld zu holen ist, diese Einschätzung wird von vielen geteilt. Manchem Kritiker, gerade in den Reihen der debattenfreudigen Konstanzer Architektenschaft, dürfte auch der Wind aus den Segeln genommen sein, seit gestern Abend der Siegerentwurf eines unter strengster Geheimhaltung durchgeführten Wettbewerbs präsentiert wurde: Das Bregenzer Büro Dietrich/Untertrifaller, das einen modernen Bau mit goldglänzender Fassade und viel Holz im Innenraum präsentiert hat, genießt in Fachkreisen einen ausgezeichneten Ruf. Zudem kann es einschlägige Erfahrung in vergleichbaren Vorhaben vorweisen. Geradezu als Coup wird gewertet, einer Stadt, in der die Grünen die stärkste politische Kraft sind, einen Neubau mit Passivhaus-Standard vorzuschlagen. Das senkt nicht nur die Betriebskosten, sondern dürfte auch manche ideologische Beißhemmung auslösen. So überwog Donnerstagabend, nachdem der Rat die Arbeit von Untertrifaller und dem kooperierenden Bauunternehmen Reisch (Bad Saulgau) zum Sieger gekürt hatte, der Optimismus. Für die nächsten acht Wochen wird dennoch ein hartes Ringen in der Stadt erwartet. Auch die Gegner, die in den vergangenen Wochen kaum von sich hatten hören lassen, haben sich neu formiert. Wie schwierig die Auseinandersetzung werden könnte, zeigt das Ringen um eine Informationsbroschüre, die die Stadtverwaltung vor dem Urnengang verteilen muss. Doch so nahe an der Wiederholung eines historischen Moments von vor über 600 Jahren war die größte und geschichtsträchtigste Stadt am Bodensee tatsächlich nicht – was in Konstanz freilich noch gar nichts heißen muss. Weitere Artikel zu: Konstanz, KonzerthausKonstanz, Kommunalpolitik, |



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Bei aufgehender Sonne werden die Badenden in der Therme blind, am Abend dann Stadelhofen komplett. Andererseits könnte man damit natürlich abends die Strassenbeleuchtung sparen und mancher Haushalt mag dankbar sein ob der unverhofften Zusatzbeleuchtung vom KKH.
Da können Sie hier im SÜDKURIER noch soviel Optimismus und Euphorie verbreiten: Ich wohne in der Altstadt, und mir sind meine Wohn- und Lebensqualität und die meiner Familie ein wertvolles Gut. Habe keine Lust auf noch mehr Lärm, Gestank und Blech.
Quadratisch - Praktisch - Gut - und teuer.
Könnt auch ein Kaufhaus sein.
Oder ein Parkhaus.
Oder ein Finanzamt.
wenn überhaupt ein konzerthaus, dann das ulmer modell auf great-lakes.
http://www.ulm.de/stadtgremien_sagen_ja_zur_multifunktionshalle.71927.3076,.htm
zum horst-frank mausoleum und klein venedig kann und darf die antwort nur NEIN lauten.
Also im Ernst, wenn Ihr zuviel Geld habt, dann schreibt schaltet einfach ne Anzeige im suedkurier dass es ihr zum Fenster rausschmeisst dann komm ich zu dem Termin!
@ konzilia,
soso es gibt gar kein Verkehrsproblem. Und es wird auch keines geben. Ui, das wusste ich nicht. Dann war ich bis jetzt völlig umsonst froh das ich im Paradies wohne und in Kreuzlingen in der blauen Zone parken kann um von dort heimzulaufen.
@Südkurier
Wie fühlt man sich so als mehrheitssuchender Mitläufer und Sprachrohr für einen grünen (???) OB der den Realitätssinn verloren hat?
Eine Namensliste wer im Gemeinderat wie abgestimmt hat, wäre von Nöten.
Seit der Eröffnung der Singener Halle fehlen Friedrichshafen und Radolfzell bereits fest eingeplante Termine.
Nun will Konstanz plötzlich das größte Stück des Kuchens sbhsben? Größenwahnsinn ist das und völlig realitätsfern.
Ich hoffe inständig, daß wirklich so viele zur Bürgerabstimmung gehen, daß dieses dritte Zuschußprojekt (neben der Therme und dem Katamaran) dort bleibt, wo es ist: auf dem Reißbrett!!
Leider wurde bekanntlich bei der letzten Abstimmung das Quorum nicht erreicht...
Da die Stadt Konstanz in den nächsten Jahren deutlich weniger Steuern einnehmen wird, ist es schlichtweg eine Frechheit den Bürgern glauben zu machen, daß dies alles finanzierbar wäre.
Das ist natürlich ein echt gutes Argument dafür, 50 Millionen auszugeben.
Jedem Dorf, das mit den Nachbarn nicht auskommt, sein eigenes Konzerthaus!
Also abstimmen gegen:
Südgeschmierpropaganda
Frankwahn
Bunker Nummer 5
usw......................
Das ganze Vorhaben ist schon jetzt mit über 60 Mio bewertet. Rechnet man dan KN-Faktor dazu, kommen ganz leicht an die oder sogar über 100 Mio raus (Im Dezember 2008 hatte die beauftragte Agentur Gürtlerbachmann, die die unsägliche Werbekampagne verbrochen hat, übrigens in einem Interentauftritt verlauten lassen, daß das Projekt ein Investitionsvolumen von geschätzten 100 Mio haben wird! Der Artikel wurde allerdings bald nach Bekanntwerden in KN schnell wieder aus dem Netz genommen - ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Aber ich habe ihn noch als Screenshot - und der wird auch verbreitet werden.).
Also - das ist natürlich mit links finanzierbar. Notfalls springt "konzilia" mit ihrem Privatvermögen ein.
Und der spätere Zuschußbedarf für Betrieb und Unterhalt wird sich anzunehmenderweise in einer Größenordnung von mindestens 2 Mio pro Jahr bewegen. Aber die Bürger habens ja. Richtet euch schon mal auf steigende Beiträge überall ein!!
Stimmt mit NEIN!
Wir haben auch so eine supertolle und wunderbare Halle versprochen bekommen. Aber:
1. Die Singener Halle wurde teurer als geplant.
2. Wir sitzen auf den Kosten und wissen nicht, wie wir sie los bekommen.
3. Die Akkustik ist zum davon laufen.
Glaubt mir das ist ein Brunnen ohne Boden.
Und das sag ich nicht, weil ich Angst hab, Ihr nehmt uns die TOLLEN Veranstaltungen weg.
So toll sind die auch nicht
(Ladiner Gala z. B.)
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