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Konstanz Musizieren mit Können und Leidenschaft

Im Audimax der Universität Konstanz begeistern das Universitätsorchester und Pianistin Henriette Gärtner mit frühen Werken von Bruckner, Mendelssohn und Schostakowitsch das Publikum

Das Universitätsorchester unter der Leitung von Peter Bauer und Pianistin Henriette Gärtner präsentierten im Audimax der Universität Konstanz frühe Werke großer Meister.
Das Universitätsorchester unter der Leitung von Peter Bauer und Pianistin Henriette Gärtner präsentierten im Audimax der Universität Konstanz frühe Werke großer Meister. | Bild: Bild: popp

Am Montagabend verwandelte sich das Audimax der Konstanzer Universität in einen wahren Saal des Hörens: Ein Kammermusik-begeistertes Konzertpublikum lauschte den sinfonischen Klängen des Universitätsorchesters. Unter der Leitung von Peter Bauer ließen die jungen Musikerinnen und Musiker das Publikum die besondere Faszination sogenannter „Früher Werke“ der großen Meister Bruckner, Mendelssohn-Bartholdy und Schostakowitsch erleben.

Das erste Orchesterwerk eines Spätberufenen eröffnete das Konzert: Anton Bruckners „Ouvertüre in g-Moll“. Im Adagio wurde das kraftvoll-bedrohliche Einsetzen des vollen Orchesters gefolgt vom fließenden, nahezu verletzlichen Gesang der Streichinstrumente, die zunächst melancholisch verklangen, dann neu anhoben und sich schließlich tänzerisch auf den nächsten Höhepunkt zuspielten. In dem gravitätischen Werk vereinen sich klassisch-romantische Vorbilder wie die Sinfonien Beethovens bereits mit Bruckners eigener, unverkennbarer Auffassung vom Sinfonischen.

Was dann folgte, versetzte das Publikum nachhaltig in Erstaunen: Das Klavierkonzert Nr. 1 g-moll von Mendelssohn-Bartholdy erklang als fantastisches Zusammenspiel von Orchester und Flügel. Exakt gelangen den Streichern die punktuellen Einsätze in die raschen und komplizierten Läufe des Klaviers. Pianistin Henriette Gärtner spielte sich und die Lauschenden nahezu in Ekstase: Von fein perlenden, verträumten Läufen bis hin zu leidenschaftlich-energievollen Partien entlockte sie dem Flügel Klänge, die an Perfektion grenzende Könnerschaft verrieten.

Bei der kräftig erklatschten Zugabe ließ Gärtner keinen Zweifel daran, dass das Klavierspiel für sie nichts als reine und zutiefst empfundene Freude bedeutet: Mit dem jazzigen, fast schon schmissig über die Tasten getriebenen „Bugatti-step“ sprengte sie den ernsten Rahmen des Konzerts. Sie ließ das Publikum an ihrer Leidenschaft teilhaben mit charmanten Einwürfen wie: „Und jetzt kommt die Stelle, auf die ich mich immer besonders freue!“.

Im dritten Teil präsentierte das Orchester mit Schostakowitschs „Sinfonie Nr. 1 op. 10“ noch einmal Hervorragendes: Das spannungsgeladene Stück mit den vielen Tempowechseln und dem angeregten Dialog verschiedener Einzelinstrumente zeigte abermals das ganze Können der Musizierenden. Ein verzücktes Publikum verließ am Ende die Konstanzer Universität – an der im Übrigen Pianistin Henriette Gärtner gerade promoviert. In ihrer sportwissenschaftlichen Dissertation widmet sie sich biochemischen Analysen zur Belastung und Beanspruchung menschlicher Fingerknochen.

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