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Konstanz Musikverein Dettingen-Wallhausen: Altvorstand Bruno Okle muss es wieder richten

Die ältere Generation stellt sich Verantwortung. Die jüngere Generation jedoch hält sich vornehm zurück

Bruno Okle übernimmt zum dritten Mal den Posten des Vorsitzenden im Musikverein Dettingen-Wallhausen. Den Verein hatte er schon von 1995 bis 2005 und von 2007 bis 2011 geleitet. Bereits 2007 hatte er sich zur Amtsübernahme bewegen lassen. Der Traditionsverein wird dieses Jahr 145 Jahre alt. Die Hauptversammlung fand im Landgasthaus Kreuz statt. Der Vorsitzende Heiko Bossart (seit 2014) musste aus familiären Gründen zurücktreten. Er war 2016 für zwei Jahre wiedergewählt worden. Bereits seit einem Jahr konnte er seine Aufgaben nicht mehr wahrnehmen. Seine Arbeit übernahm Stellvertreter Philipp Okle.

Bereits vor der Versammlung hatte der Verein nach möglichen – vor allem jüngere – Kandidaten gesucht. Auch am Wahlabend folgte niemand dem Aufruf. Wohl solle es drei Personen geben, die sich in zwei Jahren vorstellen könnten, der Vorsitz zu übernehmen. Namen wurden nicht genannt. "Nach zwei Jahren müsste eine Nachfolge gewährleistet sein", forderte Bruno Okle. "Die müssten jetzt mitlaufen", erläuterte er. Seinem Aufruf folgte jedoch niemand. Dirigent Ilja Werner, ließ sich ebenfalls notgedrungen für ein Jahr – statt zwei -, als zweiter Jugendleiter wählen. Seine Aufgabe umfasst die Wiedergründung einer Jugendkapelle oder ähnliches. Aber auch er bekam keine Unterstützung signalisiert. Seine Vorgängerin Nicola Fischer hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Mit der Wahl von Bruno Okle ist die Gefahr gebannt, dass er Musikverein von einem Notvorstand, den das Registergericht einsetzt, geführt wird. "Das kostet richtig Geld", betonte Kassiererin Christine Fritz. Schließlich wählten die 49 anwesenden und stimmberechtigten Mitglieder in geheimer Abstimmung Bruno Okle mit 39 Ja- und drei Nein-Stimmen sowie sieben Enthaltungen zum Vorsitzenden. Bei diesem Ergebnis fiel es Okle sichtlich schwer, die Wahl anzunehmen. Er rang sich kaum hörbar durch, diese doch anzunehmen. Ilja Werner wurde bei zwei Enthaltungen gewählt. Robin Oberbeck wurde neu als Beirat der aktiven Mitglieder und Hans-Peter Kärcher als Beirat der passiven wiedergewählt.

"Es wäre schön, wenn jemand Jüngeres den Vorsitz übernehmen würde", sagte Thomas Gloger, passives Mitglied und Zunftmeister der Moorschrat. "Die Ausrede Job kann ich nicht verstehen", sagte er erzürnt. Auch Kinder seien kein Grund. Gloger selbst ist verheiratet und hat zwei Kinder. Alles eine Organisationsfrage, die Arbeit müsse gerecht verteilt werden. "Der eine oder andere solle sich an die Nase fassen", sagte Thomas Gloger. "2016 war sehr turbulent", so Bruno Okle. Dass er Führungsverantwortung habe übernehmen müssen, sei nicht geplant gewesen. Er pendle nach Zürich und müsse oft mehr als 42 Stunden in der Woche arbeiten. "Ich habe gute Ratschläge bekommen, aber ich habe mich alleine gelassen gefühlt", erklärte er. Das Bergfest sei erfolgreich gewesen. Aber es sei anstrengend gewesen, die Schichten zu besetzen, was nicht in allen Fällen gelungen sei. Er rief dazu auf, Freunde, Familie und Kollegen um Unterstützung zu bitten.


Kaum Musiker bei den Proben

  • Mitglieder: Inklusive Dirigent habe der Musikverein Dettingen-Wallhausen 32 aktive Mitglieder und 138 Förderer (passive Mitglieder), berichtete Schriftführer Peter Wahl. 45 Jungmusiker seien in Ausbildung. Der zweite Jugendleiter Stefan Weinschenk berichtete dagegen, dass 35 Kinder am Unterricht teilnehmen würden.
  • Probenbesuch: Ausgesprochen unzufrieden ist Dirigent Ilja Werner über den Probenbesuch. Im Durchschnitt weniger als 20 Mitglieder kämen montagabends. 30 sollten es sein, was nur sehr selten erreicht würde. Die Untergrenze liege bei 24, erläuterte Werner. "Ich fühle mich nicht positiv überrascht, wenn plötzlich ein ganzes Register fehlt", mahnte er an. Außerdem würden die anderen Musiker im Stich gelassen. Im Jahr 2015 habe er einige Stufe-4-Stücke einstudieren können. 2016 habe er das Niveau auf Stufe 3 senken müssen. Bliebe der Probenbesuch weiter so schlecht, müsse er das Niveau weiter senken.
  • Jugendkapelle: Die Jugendkapelle wurde 2015 aufgelöst und die meisten Mitglieder ins Hauptorchester übernommen, berichtete die bisherige Jugendleiterin Nicola Fischer. Eine Neugründung scheiterte bisher. Er sei bereit bei der theoretischen Ausbildung mitzuwirken, versprach Ilja Werner. Denkbar sei, dass Jugendliche und wieder-aktivierte Senioren in einem Orchester zusammen spielen. (nea)

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