Konstanz (jos) Mobilfunk-Gegner überreichten Oberbürgermeister Horst Frank 954 Unterschriften gegen die geplanten Antennen auf dem Lago-Einkaufszentrum. "Jeder von uns ist gefährdet", sagte Klaus Keller-Uhl in der Sitzung des Gemeinderates. Viele Unterschriften stammten von Bürgern aus dem angrenzenden Stadtteil Stadelhofen und aus Kreuzlingen. Die Stadt will demnächst zu einem Gespräch einladen.
Klaus Keller-Uhl wies auf die medizinischen und psychologischen Gefahren der Strahlung hin. "Die Versorgung mit Mobilfunk im Grenzgebiet ist ausreichend." Fachleute sagten, sie sei 700 Mal größer als nötig.
Die Mobilfunk-Gegner sehen durch die Masten auch Nachteile für den Standort. Er werde für viele Menschen unattraktiv, weil sie die Strahlung fürchten. Niedrigere Grenzwerte in anderen Ländern zeigten, dass das Telefonieren mit Handys auch bei geringerer Strahlenbelastung möglich sei.
Die Stadt habe wenige Möglichkeiten, antwortete der Oberbürgermeister. Die Initiative solle sich an die Landtagsabgeordneten wenden, weil nur eine Änderung der Landes-Bauordnung etwas bringe. Er sprach von einem Widerspruch in der Gesellschaft: "Jeder nimmt das Handy, aber keiner will die Masten." Bürgermeister Kurt Werner wies auf die rechtlichen Bestimmungen hin. Nur Anlagen mit über zehn Metern Höhe seien genehmigungspflichtig. Die Antennen auf dem Lago sind maximal 4,40 Meter hoch. Er sieht es als Vorteil, dass sich die vier Mobilfunkbetreiber auf einen Standort geeinigt haben.
Die Initiative fordert von der Stadt trotz schwieriger Gesetzeslage eine klare Haltung, um Wildwuchs zu vermeiden. Sie hatte einen Runden Tisch zum Thema vorgeschlagen. Kurt Werner lehnt das ab: "Das würde große Erwartungen wecken, die wir Kommunen nicht erfüllen können." Er schlug ein Gespräch vor, um die Probleme zu erörtern. Dazu sollen auch die Betreiber eingeladen werden.
