Konzentriere dich auf etwas Schönes" steht auf dem Display des I-Phones. Ein simpler Satz, der einem Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) in einem kritischen Moment viel helfen kann. Besonders Jugendliche zwischen 12 und 18 haben im Trubel der Pubertät Probleme, ihre Krankheit in den Griff zu bekommen. Für diese Zielgruppe hat die Kommunikationsdesignerin Liesa Maier in ihrer Bachelorarbeit eine Handy-Software programmiert, die ihnen hilft, mit überschwänglichen Emotionen und überbordenden Reizen umzugehen.
Ein ungewöhnliches Thema für eine Abschlussarbeit des Studiengangs Kommunikationsdesign. Die 26-jährige Liesa Maier wollte bewusst ein Design schaffen, das wirklich kommuniziert und nicht nur verschönt. Zum Thema ADS kam sie, weil sie die Krankheit aus ihrem persönlichen Umfeld kennt. Die Aufmerksamkeitsdefizitstörung der Zielgruppe war eine Herausforderung, besonders bei der Gestaltung der Software: "Das Design ist sehr minimalistisch und gestützt auf wissenschaftliche Thesen, damit es nicht zu einer Reizüberflutung kommt", erklärt Maier. Genau diese Reizüberflutung im Alltag macht es für Jugendliche mit ADS so schwer, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Die Software soll wie ein personalisierter Coach dabei helfen und unterstützt eine notwendige Verhaltenstherapie.
