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Konstanz Millionenschaden bei Brand in Klinikum

04.06.2008
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Schaden in Millionenhöhe und teils vorerst unbenutzbare Bereiche sind die Folge eines Brands im Konstanzer Klinikum. Das Feuer zerstörte in der Nacht zum Dienstag Operationssäle und zog weitere Abteilungen in starke Mitleidenschaft. In dieser schweren Zeit erhält das Konstanzer Klinikum große Unterstützung von vielen Seiten - unter anderem prüft die Bundeswehr die Entsendung von drei Operationscontainern.

Konstanz - Die Besorgnis um Patienten und Einsatzkräfte stand Oberbürgermeister Horst Frank ins Gesicht geschrieben, als er in der Brandnacht zum Klinikum gerufen wurde. Mit Erleichterung konnte er später verkünden, dass bis auf einen Feuerwehrmann mit einer Verletzung am Fuß niemand Weiteres einen Schaden davon getragen hat. Im gleichen Atemzug zollte er den 160 Einsatzkräften ein großes Lob. Sie hätten Schlimmeres verhindert, sagte Frank. Brand im Klinikum

Gegen 0.30 Uhr alarmierte die automatische Brandmeldeanlage die Konstanzer Feuerwehr. Kurz danach meldete ein Klinikmitarbeiter telefonisch starke Rauchentwicklung auf Ebene D. Nach ersten Erkenntnissen war in einem dortigen Operationssaal ein technischer Defekt in einer Zwischendecke Ursache für den Brand. Der machte es den Einsatzkräften schwer, da eine starke Rauchentwicklung deren Arbeit behinderte. Nach etwa eineinhalb Stunden war das Feuer lokalisiert und gelöscht .

Anerkennung erhielt gestern auch das Pflegepersonal. Das bewahrte während des Feuers die Ruhe und evakuierte die unmittelbar betroffenen Patienten von der operativen Intensivstation (Ebene E) sowie fünf Babys der Neugeborenen-Intensivstation. Drei Neugeborene in Brutkästen waren allerdings nicht transportfähig, aber auch nicht durch das Feuer akut bedroht. Die Feuerwehr sicherte mit technischem Gerät die Frischluftversorgung für die Kleinen.

Sechs Operationssäle sind unbenutzbar, ein Labor nur bedingt, Wasser hat in der Röntgenabteilung am Computertomographen Schaden angerichtet, weitere Abteilung sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Für das Klinikum eine schwere Situation, denn mit der Zerstörung des Operationsbereichs sei es mitten ins Herz getroffen worden, sagte gestern Verwaltungsdirektor Martin Stuke. Doch das Haus habe sofort viel Zuspruch und viel Unterstützung erhalten. Externe Labors und Praxen greifen unter die Arme. Ab heute soll auch wieder operiert werden, allerdings weichen die Ärzte auf das Herzzentrum an der Luisenstraße, das Vincentius- oder das Stockacher Krankenhaus aus. Gestern mussten Patientinnen mit absehbaren Geburtsschwierigkeiten vorerst an andere Häuser verwiesen werden. Brand im Klinikum

Die Klinikleitung hat die Bundeswehr um Bereitstellung von drei Operationscontainern gebeten. Diese könnten laut Stuke die Zeit überbrücken helfen, bis der geplante Funktionsanbau mit neuen Operationssälen steht. Die operative Intensivstation sowie die Neugeborenenbereiche können ihre Arbeit fortsetzen. In zwei Tagen, rechnen die Verantwortlichen, soll die Leistung des operativen Felds wieder bei 75 Prozent liegen.

1. Wie geht es nach dem Brand am Klinikum weiter?

Eine interne Prüfungskommission und externe Berater werden den Zustand in den vom Feuer betroffenen Bereichen unter die Lupe nehmen. Sie werden Empfehlungen aussprechen, welche Geräte zum Beispiel weiter verwendet werden können. Außerdem sucht die Kriminalpolizei nach weiteren Hinweisen auf die Brandursache, um diese definitiv nennen zu können. Konstanz' Feuerwehr-Stadtkommandant Klaus-Dieter Quintus sprach gestern von einer möglichen technischen Ursache.

2. Bis wann könnte der Standard der betroffenen Abteilungen wieder auf dem gewohnten Niveau sein?

Das war gestern von der Klinikumsleitung nicht vorauszusagen. Die Wiederherstellung wird schrittweise erfolgen. Erst bedarf es der Prüfungen, die Versicherung wird den Schaden noch beziffern müssen, neue Geräte müssen angeschafft, die verrauchten Bereiche saniert werden. Ob die Operationssäle in dieser Form überhaupt nochmals in Betrieb gehen, ist unklar.

3. Welche Hilfskräfte waren im Einsatz?

Insgesamt waren es über 160 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten. Den größten Teil stellten Abteilungen der Konstanzer Feuerwehren unter der Leitung von Hans-Jürgen Oexl. Sie waren mit fünf Löschfahrzeugen vor Ort. Aber auch der Malteser-Hilfsdienst war mit seiner Sondereinsatzgruppe vor Ort. Diese Spezialeinheit hat auf dem Parkdeck des Klinikums mehrere Großzelte errichtet. Darin wären im Ernstfall evakuierte Patienten des Klinikums betreut worden.


4. Wie sehen die Bundeswehrcontainer aus?

Das Konstanzer Klinikum hat bei der Bundeswehr um die Entsendung von drei Operationscontainern gebeten. Diese sind sehr modern ausgerüstet und haben jegliche Geräte, die Ärzte für Operationen benötigen. Sollte die Bundeswehr zusagen, würden die Container innerhalb kürzester Zeit von Soldaten aufgestellt werden. Wo sie Platz finden könnten, steht noch nicht fest. Laut Verwaltungsdirektor Martin Stuke könnten die Container die Zeit bis zum Neubau des Funktionstrakts mit neuen Operationssälen überbrücken, um eine teure Sanierung der durch den Brand geschädigten Zimmer zu vermeiden.

 

     
 

 

 
  
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