Die Verkehrsteilnehmer müssen sich auf die neuen Gewohnheiten offensichtlich erst noch einstellen. Der Stadtboulevard am Bahnhof verlangt ein grundlegend anderes Verhalten von ihnen, das wird immer deutlicher. Besorgte Auto- und Radfahrer melden sich vermehrt zu Wort.
Probleme sind in den vergangenen Tagen an der Bushaltestelle bei der Sparkasse entstanden. Die Busse hielten teilweise direkt an der Einfahrt zur Dammgasse. „Wenn man mit dem Auto auf den Bahnhofplatz fahren will, sieht man kaum den Verkehr“, berichtet ein Leser. So seien Radfahrer oder Fußgänger neben dem wartenden Bus sehr spät wahrzunehmen.
„Das muss sich noch einspielen“, sagt Walter Rügert, der Sprecher der Stadt. Im Zuge der Umbauarbeiten seien Busse teilweise zu nahe an die Dammgasse gefahren, erläutert er. In der Begegnungszone sei dies so nicht vorgesehen. Die Verkehrsteilnehmer müssten im Stadtboulevard generell vorsichtig und umschauend fahren. Aber es wird mehrfach davon berichtet, viele Autofahrer hielten sich schlichtweg nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Mit der gegenseitigen Rücksichtnahme klappe es einfach noch nicht. Obwohl das Provisorium in den vergangenen Tagen erst fertig gebaut wurde, gilt schon seit längerer Zeit Tempo 20. Doch das scheint einige Verkehrsteilnehmer nicht zu interessieren.
Ein weiteres Problem sieht die SPD-Fraktion an der neuen Bushaltestelle vor der Ladenzeile am Bahnhof. Ein Händler habe in einem Schreiben an Bürgermeister Kurt Werner sein Leid geklagt. Der Platz zwischen Wartehäuschen und Gebäude sei viel zu eng. Die gewünschte Durchlässigkeit und Querbarkeit sei damit nicht gegeben. „Menschen mit Koffern, Behinderte mit Gehhilfen und Rollstühlen werden zwischen großen Fußgängergruppen und den auf die Busse wartenden Menschen eingequetscht“, schreibt er. Es komme zu Konflikten mit den Kunden der Geschäfte. Eine Leserin beklagt zudem, das Wasser stehe bei Regen in den Mulden und die Papierkörbe seien viel zu klein, abends liege überall Müll. Ihr Fazit: „Das ist keine Visitenkarte für Konstanz.“ SPD-Stadträtin Brigitte Leipold hat unterdessen bei den Stadtwerken nachgehakt. Sie habe die Auskunft bekommen, die Haltestelle solle in Richtung Fischmarkt verlegt werden, sagte sie zum SÜDKURIER.
Bürgermeister Kurt Werner hatte mehrfach gebeten, zunächst die Bauarbeiten abzuwarten. Die provisorische Begegnungszone funktioniere erst, wenn alle Elemente fertig seien. Dennoch stimmt die SPD-Fraktion im Gemeinderat in die Kritik mit ein. So sei das hohe Kasseler Bord zwar für das Einsteigen in den Bus gut, doch für mobilitätseingeschränkte Fußgänger stelle es eine Barriere dar. „Auch die Querung der Bahnhofstraße wird erschwert, weil die Bushaltestellen direkt gegenüber angeordnet sind. Mehrere wartende Busse in zwei Reihen stellen beträchtliche Sichtbarrieren da, die die Sicherheit der Fußgänger, aber auch anderer Verkehrsteilnehmer verringern“, heißt es in einem Brief an Kurt Werner. Er müsse umgehend das Gespräch mit den Anliegern suchen, fordert die SPD-Fraktion. Die Linke Liste äußert sich in einer Pressmitteilung ähnlich. Sie spricht von Murks: „Der Umbau am Bahnhofplatz ist ein einziges Desaster.“ Es sei ein gefährlicher Flaschenhals für Fußgänger und Radfahrer entstanden.
Die Begegnungszone am Bahnhof Konstanz sorgt für viel Diskussionsstoff

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