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Konstanz Litzelstetter wollen Steg für Schifffahrt nutzen

Um den bestehenden Steg am Litzelstetter Seeufer für die Personenschifffahrt nutzen zu können, wünscht der Ortschaftsrat eine Verlängerung des Bauwerks.

„Es wird keine maximale Luxuslösung geben“, stellte Martin Wichmann vom Amt für Stadtplanung und Umwelt in aller Deutlichkeit gegenüber dem Litzelstetter Ortschaftsrat klar. 2002 gründete der Rat einen Arbeitskreis mit dem Ziel, den vorhandenen 69 Meter langen Steg, der von zwei Vereinen genutzt wird, für die Personenschifffahrt zu öffnen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn der Steg verlängert wird. Im Jahr 2003 war von weiteren 51 Metern die Rede, wohlwissend, dass die Aussichten auf eine Genehmigung fraglich sind. Der Steg befindet sich in der Flachwasserschutzzone II des Bodenseeuferplans. Unter Umständen könnten auch das Naturschutzgebiet sowie das Vogelschutz- und FFH-Gebiet betroffen sein.

Hopp oder Top? Diese Frage will der Ortschaftsrat jetzt endlich geklärt wissen. „Es gibt drei Vorplanungsvarianten, wie der Steg bis zur Halde vorgezogen werden könnte“, stellte Ortsvorsteher Heribert Baumann fest. Eine Halde ist hierbei ein abfallender Bereich des Seegrundes. 8000 Euro kostete die Planung bislang. Ein Schiffsbetreiber habe bereits Interesse bekundet und der Steg könnte von den Vereinen als Liegeplatz genutzt werden, wenn im Gegenzug das Bojenfeld verkleinert würde. Das erachtet Baumann als Vorzug, denn „die Untere Güll ist geschützt und da parken im Sommer sicherlich 100 Boote mit einem Geräuschpegel, der an den Jahrmarkt auf dem Döbele erinnert“, schilderte der Ortsvorsteher. Er berichtete zudem von einem Ortstermin mit Thomas Buser vom Amt für Baurecht und Umwelt des Landratsamtes Konstanz, bei dem versucht wurde, für die öffentlichen, touristischen Belange und damit für die Notwendigkeit einer Stegverlängerung zu werben. „Er hat noch nicht angebissen“, so Baumann. „Für die touristische Infrastruktur wäre es ein wesentlicher Aspekt, die andere Seeseite und die Mainau zu erschließen“, meinte Ortschaftsrätin Brigitte Fuchs. Die vielen Schiffe in der Unteren Güll sind ihrer Ansicht nach ein Problem für das ökologische Gleichgewicht, wobei eine mögliche Ausweitung dieses Schutzgebietes im Ortschaftsrat angesprochen wurde.

Wie die drei Vorplanungsvarianten aussehen, wurde bislang nicht öffentlich gemacht. Auch die Frage, welche Dimension der Schifffahrt bevorzugt werden soll, ist noch nicht geklärt. Fest steht jetzt nur: Der Litzelstetter Ortschaftsrat beschloss, ein Gutachten zur Abwägung der naturschutzrechtlichen Belange und der öffentlichen und touristischen Interessen in Auftrag zu geben, wofür 20 000 Euro bei der Stadt Konstanz beantragt werden. Lediglich SPD-Ortschaftsrätin Irene Mohn stimmte gegen dieses Vorgehen. Sie zweifelt an der Sinnhaftigkeit und der Machbarkeit dieses Vorhabens. Martin Wichmann wagte keine Prognose, da noch zu viele Fragen offen sind. Die Expertise solle Klarheit schaffen, wie groß die Eingriffe wären und welche Auswirkungen eine Schiffsverbindung auf das benachbarte FFH-Gebiet habe. „Erst auf dieser Basis kann eine naturschutzfachliche Bewertung erfolgen“, so Wichmann. Er sieht lediglich eine Möglichkeit, ein Stück weit etwas für Feriengäste im bescheidenen Rahmen zu öffnen.

 

Das Projekt

Vorgeschichte: Im Jahr 2011 wurde die Idee geboren, Litzelstetten seeseitig vor allem für Touristen attraktiver zu machen. Gewünscht ist die Verlängerung der bestehenden Steganlage, die bislang vom Yacht-Club Litzelstetten-Mainau und dem Segler-Verein Purren Konstanz genutzt wird, um ihn für eine Personen-Schifffahrt nutzbar zu machen. Ein Jahr später gründete der Litzelstetter Ortschaftsrat einen Arbeitskreis. Drei Planungsvarianten wurden von einem Fachbüro erarbeitet.

 

Zukunft: Der Ortschaftsrat will ein Gutachten zur Abwägung öffentlicher und naturschutzfachlicher Interessen in Auftrag geben. Hierfür beantragt der Ortschaftsrat 20 000 Euro bei der Stadt Konstanz. (as)
 

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