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Konstanz Liebeserklärung an die Gemeinschaftsschule: Stadt übergibt Neubau an die Leitung

Sie ist die Größte ihrer Art im Land und ihre konzeptionellen Wurzeln reichen tief in die Vergangenheit: Die neue Gemeinschaftsschule in Konstanz wurde offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Die Liebeserklärung eines Schülers an sein neues Schulhaus und viel Lob für Schulleiterin Elke Großkreutz, der Konstanzer Vordenkerin des Prinzips Gemeinschaftsschule: Vor rund 200 geladenen Gästen hat die Stadt die Gemeinschaftsschule offiziell der Schulleitung übergeben. In Betrieb gegangen war der Neubau zwar schon nach den Sommerferien, aber nur schrittweise. Erst kürzlich waren die letzten Handwerker abgezogen und erst nach den Herbstferien wechselten die letzten der 550 Schüler von den Übergangsräumen in den Neubau.

Es war ein wuchtiges Versprechen von Schülersprecher Noel Nuber bei der Schulfeier: "Wir werden das Gebäude hüten wie einen Schatz, denn es ist ein Schatz." Der Schüler sagte, er empfinde es als Privileg in diesen Räumen zur Schule zu gehen. "Man fühlt sich hier geborgen und daheim." Die Räume sind zugeschnitten auf flexible, neue Lernformen. Lichthöfe sorgen für Helligkeit, Holzelemente für Wärme. Architekt Werner Wohlleber spricht von offenen Lernlandschaften, die sich dank mobiler Wände für verschiedene Aktivitäten nutzen lassen. "Ich wäre gern in diese Schule gegangen", stellte OB Uli Burchardt fest. "Es ist ein schönes, offenes, lichtes, flexibles Haus." Architektur und Bildungswissenschaft seien hier auf hohem Niveau vereint. Der OB geht davon aus, dass die Gemeinschaftschule, zusammen mit der neuen Pestalozzi-Sporthalle und der Z-Brücke über die Gleise ein Scharnier bilden zwischen rechts- und linksrheinischem Stadtgebiet.

Volker Schebesta, Staatssekretär im Kultusministerium des Landes, ließ durchblicken, dass die Gemeinschaftsschule in Konstanz besonders große Chancen auf Genehmigung der Oberstufe haben dürfte. Wenn darüber gesprochen werde, falle immer der Name der Bodenseestadt. Offiziell beantragen kann die Stadt die Oberstufe erst im kommenden Frühjahr, und offiziell konnte der Mann aus dem Ministerium freilich noch keine Zusage machen. Er sagte nur: "Die Größe ist schon ein starkes Signal." Konstanz hat die größte Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg.

Den Grundstein für den Aufbau habe die Leiterin Elke Großkreutz schon zu Zeiten gelegt, als es in Baden-Württemberg noch gar kein Wort und Konzept für die Gemeinschaftsschule gab, dies strich Regierungsschul-Direktor Carlo Fleig heraus. Er erinnerte daran, wie Großkreutz schon Jahre vor dem Start der Gemeinschaftsschulen das individualisierte Lernen und die Inklusion vorantrieb. Sie habe dabei keine Konzepte kopiert, sondern Fehlentwicklungen analysiert und sei neue Wege gegangen. Sie habe Schulräte im Rücken gehabt, die auch mal den Mut hatten, im richtigen Moment wegzuschauen. "Aus der Vision wurden konkrete Vorstellungen", sagt Elternvertreterin Petra Rietzler.

Großkreutz danke dem Kollegium für dessen Einsatz in den Umbruchzeiten. Sie bezeichnete die Lernkultur in der Gemeinschaftsschule als "optimistisch und anspruchsvoll". Das Haus sei ein Lern- und Lebensort, der Raum biete an Stärken und Schwächen zu arbeiten, und sich individuell zu entfalten. Die Schuldekane Barbara Dreesen und Martin Lilje segneten nicht das Gebäude, sondern die Menschen im Haus. Für die Schüler im Neubaubau war der Festakt auch ein Grund zur Freude. Wer nicht am Programm beteiligt war, hatte schulfrei.

 

Die neue Schule stellt sich vor

  • Am Samstag Tag der offenen Tür: Wer die Gemeinschaftsschule in der Pestalozzistraße kennenlernen will, kann dies am Samstag, 3. Dezember, zwischen 11 und 15 Uhr tun. Das Haus stellt die Schulräume und Lernkonzepte vor, aber auch die neue Sporthalle Pestalozzi.
  • Die Schule in Zahlen: Der viergeschossige Neubau kostete inklusive der Einrichtung 20,76 Millionen Euro, das Land Baden-Württemberg schoss 4,36 Millionen Euro zu. Für die Sporthalle Pestalozzi wendete die Stadt inklusive der Einrichtung 7,1 Millionen Euro auf und für die Gestaltung der Freiflächen an der Schule nochmals 2,3 Millionen Euro. Organisatorisch lag der Bau bei der Stadt vor allen in den Händen von Thomas Stegmann, Leiter des Hochbauamts, und seinem Stellvertreter Ralph Bothe.
  • Artistischer Start: Ein Riesenschlüssel hing unter der hohen Decke der neuen Sporthalle Pestalozzi. Darunter zeigten zwei Hochschulmeister im Trampolinspringen artistisches, dann pflückte einer den Schlüssel mit einem Riesensprung herunter. Zur Eröffnung der neuen Sporthalle zeigten zudem 80 Kinder des TV Konstanz, unterstützt von Schülern der Gebhardschule Sportliches. Beim Festakt in der Gemeinschaftsschule sorgten die Schulband High-rise und der Chor der Gebhard-Grundschule für musikalische Unterhaltung. (rin)

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