KonstanzLernen von dem Anderen [0]
Auf der Suche nach dem richtigen Rezept für das gute Leben: Benjamin Paehlke startet am Sonntag ein neues Bürgerforum in der Chérisy.
Benjamin Paehlke (29) findet, die Menschen reden heutzutage zu wenig miteinander. "Mir fällt auf, dass sich viele zwar für Informationen interessieren, es bei allem Info-Konsum aber kaum noch eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Inhalten stattfindet." Weil er das so empfindet, möchte er eine neue Kommunikationsplattform schaffen. Paehlke nennt das "ein Bürgerforum". Der kommende Sonntag, 13. Juli, ab 18 Uhr, ist der Starttermin für das Projekt des Ex-Studenten. Im vergangenen Dezember hat er seine Magisterarbeit abgeschlossen, seither arbeitet er in Bernhard Gedrats Musikwerkstatt. Im Bürgerforum, so Paehlkes Pläne, sollen sich die Menschen über Themen austauschen können, die sie bewegen - jenseits von anonymen Medieninformationen. Für den Auftakt am Sonntag steht ein Thema fest: "Was ist gutes Leben?" lautet es und Paehlke ist sicher, dass man darüber gut ins Gespräch kommen kann. "Jeder hat schließlich seine eigene Vorstellung davon, was gutes Leben ausmacht", so der 29-Jährige. Damit einher geht auch die Frage: Was braucht man für ein gutes Leben? Paehlke, der auch schon 20 Monate im südamerikanischen Bolivien gelebt hat, hat da seine eigene Vorstellungen: "Ich habe gesehen, wie die Menschen dort in den Armenvierteln gelebt haben. Überraschenderweise sahen die oft gar nicht unglücklich aus", sagt er. In den Diskussionen im Bürgerforum soll es aber nicht um ferne Länder gehen, sondern um die Leben der Menschen hier direkt vor Ort. Darum gehe es ja gerade, dass sich die Menschen, die quasi Tür an Tür wohnen, wieder mehr miteinander auseinandersetzen und sich über alle denkbaren Themen austauschen. Denn: In den weiteren Diskussionsrunden sollen die Themenvorschläge von den Teilnehmern kommen. Wenn man böse ist, dann muss man sagen: Das klingt alles sehr sozialpädagogisch und nach Gesprächskreis aus den bewegten 80er Jahren. Tatsächlich ist es aber - jenseits aller Klischees - eine Chance auf einen interessanten Austausch. Fragt man den Initiator Paehlke nach seinen Zielen mit dem Forum, dann winkt er ab: "An sich soll das Bürgerforum inhaltlich ergebnisoffen und nicht zielfixiert sein." Deshalb sollen sich alle Interessierten vorher nicht zu viele Gedanken machen: "Sich keinen Kopf zu machen, ist eine gute Voraussetzung für offene Sinne", so Paehlke. Michael Lünstroth Termin: Das erste Treffen des Bürgerforums läuft am Sonntag, 13. Juli, von 18 bis 20 Uhr. Ort: Musikwerkstatt Musambara (Joseph-Belli-Weg 1) Weitere Artikel zu: Konstanz, |

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