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Konstanz Lernen für eine bessere Welt

24.04.2008
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Ayub - für die Mitglieder des Vereins "Studieren ohne Grenzen", allesamt Studenten an der Uni Konstanz, steht dieser Name für den erfolgreichen Abschluss monatelanger Projektarbeit. Denn jetzt ist er da, der 25-jährige Tschetschene, dessen dreijähriges Studium der Politikwissenschaft in Konstanz der Verein mit Spendengeldern finanzieren wird.

"Wir können stolz darauf sein, dass wir das geschafft haben und freuen uns sehr, dass Ayub jetzt hier ist", sagte Juliane Krüger, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, beim offiziellen Empfang auf dem Gießberg. Bei den Vertretern der Universitätsverwaltung und des Studentenwerks bedankte Juliane Krüger sich für die Unterstützung: "Wir sind überall mit offenen Armen empfangen worden, von der Verwaltung und dem Fachbereich kamen viele kreative und konstruktive Vorschläge." Besonders Unirektor Gerhart von Graevenitz, der auch Schirmherr des Vereins ist, habe sich sehr für das Projekt eingesetzt.

Bevor Ayub nach Deutschland reisen konnte, musste er sich gegen eine Reihe von Mitbewerbern um das Stipendium in Konstanz durchsetzen. Hinter dem Projekt steht die Idee, dass die aus Krisengebieten stammenden Stipendiaten nach dem Studium in Konstanz in ihre Heimat zurückkehren und dort selbst soziale Projekte in Angriff nehmen. Ayub möchte durch das Studium der Politik- und Verwaltungswissenschaft die nötigen Kenntnisse erwerben, um anschließend in seiner Heimatstadt Grosny ein Menschenrechtszentrum aufbauen zu können. Grosny wurde Ende der 90er Jahre von der russischen Armee fast vollkommen zerstört, noch immer werden Tausende verschleppte tschetschenische Rebellen vermisst.

Sein Studium wird Ayub erst im Wintersemester aufnehmen, für das Sommersemester ist ein Intensiv-Sprachkurs vorgesehen, da er bisher kaum Deutsch spricht. "In drei bis vier Monaten möchte ich mich auf Deutsch unterhalten können", hat sich Ayub zum Ziel gesetzt. In Konstanz fühlt er sich gut aufgehoben: "Ich wurde schon am Bahnhof von sehr vielen Leuten begrüßt und empfangen. Das war natürlich ein sehr schönes Gefühl."

Der Verein "Studieren ohne Grenzen" kommt während des dreijährigen Bachelor-Studiums für Ayubs gesamte Lebenshaltungskosten und die Studiengebühren auf. Bianka Pietrow-Ennker, Professorin für osteuropäische Geschichte an der Uni Konstanz und ebenfalls Schirmherrin des Vereins, ist begeistert vom Engagement der Studenten: "Dieses Projekt ist sehr wichtig, da bisher kein Austauschprogramm mit Tschetschenien existiert." Sie lädt Ayub ein, sich in Vorlesungen und Diskussionsforen zu Wort zu melden: "Studenten aus Krisenregionen können durch ihre Erfahrungsberichte unser Verständnis von Europa erweitern." Um seine Arbeit fortsetzen zu können und möglichst noch weitere Stipendiaten unterstützen zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Beim großen Konstanzer Flohmarkt wird er in diesem Jahr mit einem Stand vertreten sein und sammelt für diesen Zweck momentan Sachspenden bei Konstanzer Bürgern.

Informationen im Internet:

www.studieren-ohne-grenzen.org

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