Konstanz – Solche Bilder hat Konstanz schon lange nicht mehr gesehen: Tausende junge Leute gingen gestern für ihre Forderungen auf die Straße. Schon morgens legte eine große Gruppe Gymnasiasten zeitweise den Verkehr lahm. Sie sorgte mit Sitzprotesten auf der Alten Rheinbrücke für ein kurzes Chaos. Später kam eine weitere Gruppe nach, die von der Universität in Richtung Marktstätte zog. Beim Gang durch die Innenstadt machten die Demonstranten deutlich, was sie fordern: „Bildung für alle, und zwar umsonst“ war ihre Parole gegen teure Schulbücher und Studiengebühren. Der Spruch „Wir sind hier und wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ richtete sich gegen schwierige Lernbedingungen. Die Schüler wollen die Abschaffung des achtjährigen Gymnasiums (G8), weil aus ihrer Sicht keine Zeit mehr für Freizeit und Freunde bleibt. Die Studenten protestierten gegen die verkürzten Bachelor- und Masterstudiengänge, die keinen Blick über den Tellerrand mehr erlaubten. Während die Studenten einfach ihre Seminare verließen, müssen minderjährige Schüler teilweise eine Entschuldigung mit Unterschrift der Eltern abgeben. Entgegen aller Gerüchte unter den Demonstranten stimmt es aber nicht, dass die streikenden Humboldt-Schüler nachsitzen müssen.
