Autofahrer, die nach und in Konstanz unterwegs sind, brauchen ab sofort noch ein bisschen mehr Geduld. Am Montag sind zwei prominente Baustellen hinzugekommen. An der Oberen Laube wird im Laufe der nächsten neun Monate der Belag erneuert, die Spuren verschoben, teilweise Gehwege verbreitert und der Parkplatz in der Straßenmitte neu organisiert. An der Reichenauer Waldsiedlung haben die Arbeiten für die Entschärfung der Abzweigungs-Kurve im Verlauf der Bundesstraße 33 begonnen. Zunächst gesperrt bleibt mit der Schneckenburgstraße zwischen Reichenau- und Max-Stromeyer-Straße eine weitere wichtige Verkehrsachse in der Stadt.
Mehr als acht Jahre nach einem ersten Grundsatzbeschluss des Gemeinderats wurde die Obere Laube jetzt in Angriff genommen, weil sonst Fördermittel zu verfallen drohten. Mehrfach war die Straßen-Sanierung von der Politik auf die lange Bank geschoben worden, weil andere Vorhaben wichtiger erschienen. Mit dem Kreischen der Kettensägen, die einen Großteil der Linden und Platanen an dem markanten Straßenzug fällen werden, wurde auch harsche Kritik laut. Die Umweltverbände BUND und Nabu forderten von der Stadt Konstanz mehr Baumschutz ein. Antje Boll (BUND) und Martina Wunderle-Götz (Nabu) beklagten, die 80 bis 120 Jahre alten Bäume seien „vorgeschädigt durch den intensiven Verkehr.“ Sie beklagen: „Die Lebensqualität, die eine 100-jährige, schattenspendende Baumallee bietet, lässt sich leider nicht wieder herstellen.“
Für die gefällten Bäume wird Ersatz gepflanzt, wie die Konstanzer Stadtverwaltung bereits früher mitgeteilt hat. Während etliche der Platanen bereits geschädigt sind, müssen andere aber auch nur deshalb weichen, weil die Zahl der Parkplätze zwischen den beiden Laube-Fahrspuren nach einem Gemeinderatsbeschluss nicht wesentlich geringer werden darf. Obwohl die Stadt im Mai 2012 noch betonte, es werde „auf die Erhaltung des Altbaumbestandes besonderen Wert gelegt“, werden am Ende nach bisheriger Planung höchstens neun der bisher vorhandenen Bäume den Umbau der Straße überleben.
Der Umbau des rund 500 Meter langen Teilstücks zwischen Schulstraße/Stephansplatz und Schnetztor kostet nach bisherigen Schätzungen etwa 1,45 Millionen Euro, an der Stadt bleiben davon rund 650.000 Euro hängen. Es soll freilich nicht die letzte tiefgreifende Veränderung der Oberen Laube sein: Langfristig, so die Stadtverwaltung in einer Vorlage vom Mai 2012, sollen die Stellplätze dort – wie schon auf dem nach Norden anschließenden Stück – verschwinden. Die Voraussetzungen für eine Zeit, in der Fußgänger durch die neue Allee schlendern können, würden aber jetzt schon geschaffen.
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