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Konstanz Lange Schlangen, leere Regale: Kundenansturm auf Konstanzer Discounter

Discounter nach der Kaufland-Schließung am Samstag überrascht: Kunden müssen lange Schlange stehen und finden leere Regale vor

Wer Samstagnachmittag in Konstanzer Discountern einkaufen ging, bekam die Schließung von Kaufland im Seerheincenter deutlich zu spüren: Am frühen Abend schon gähnende Leere in Obst-, Gemüse- oder Salatständen, verpacktes Frischfleisch oder Fisch glänzten ebenfalls durch Abwesenheit. "Irgendwo müssen die Leute, die sonst ins Kaufland gegangen wären, ja einkaufen", sagte eine Kassiererin. "Wahnsinn, was heute los war", stöhnte ein gestresster Angestellter. "Wir waren auf den Ansturm nicht wirklich vorbereitet." Namen dürfen die Mitarbeiter der Discounter-Ketten nicht nennen, die Pressestellen verbieten das auf SÜDKURIER-Anfrage ausdrücklich. Ebenfalls wurden Aufnahmen aus den Geschäften streng untersagt.

Immerhin waren in der Regel mehr Kassen als üblich geöffnet, die Schlangen jedoch waren extrem lang. Auch vor den Supermärkten ging es deutlich weniger entspannt zu als sonst, die Suche nach Parkplätzen gestaltete sich zur Geduldsprobe. Dabei wurden nicht nur für Einkäufer vorgesehene Plätze genutzt, sondern auch solche, die für Anwohner und Behinderte reserviert sind. "Wir weisen unsere Kunden gezielt darauf hin, dass sie nur auf unseren Plätzen parken sollen", heißt von einem Mitarbeiter. Leider hielten sich nicht immer alle daran.

Für die kommenden Wochen und Monate rechnen die Mitarbeiter mit einer Beruhigung der Situation. "Ich denke, dass sich das einpendeln wird", sagt einer. "Wahrscheinlich werden die Menschen nicht mehr geballt am Wochenende einkaufen, da die Märkte am vergangenen Samstag so abschreckend voll waren." Ein Mitarbeiter, der ebenfalls nicht genannt werden darf, geht sowieso davon aus, "dass die vielen Einkäufer nicht nur aufgrund der Kaufland-Schließung da waren, sondern auch, weil am Tag zuvor Feiertag war". Das sei grundsätzlich ein Tag mit vielen Kunden, "doch zugegebenermaßen waren es am Samstag außerordentlich viele. Dafür müssen wir uns rüsten". Auch in seinem Discounter war vor allem die Frischware schnell ausverkauft. Noch gebe es aber keine Order, mehr Ware bereitzustellen.

Bei Edeka in der Reichenaustraße sorgen Mitarbeiterinnen wie Anja Hanke dafür, dass die Kunden auch an Tagen mit großem Ansturm ein breites Angebot vorfinden. Die Schließung von Kaufland im Seerhein-Center habe sich bisher weniger ausgewirkt. <em>Bild: Oliver Hanser</em>
Bei Edeka in der Reichenaustraße sorgen Mitarbeiterinnen wie Anja Hanke dafür, dass die Kunden auch an Tagen mit großem Ansturm ein breites Angebot vorfinden. Die Schließung von Kaufland im Seerhein-Center habe sich bisher weniger ausgewirkt. Bild: Oliver Hanser

Das Unternehmen Kaufland selbst hofft, nicht alle Kunden an die umliegenden Discounter zu verlieren. Dabei setzten sie vor allem auf die mobilen Kunden, die über ein Auto verfügen und in die Filiale in der Carl-Benz-Straße fahren können. Alle Konstanzer ohne Auto könnten, so rät die Kaufland-Pressesprecherin Andrea Kübler, den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, um Kaufland die Treue zu halten, denn vor dem Gebäude im Industriegebiet gebe es eine Bushaltstelle.

Der Mitbewerber Edeka Baur sieht die Schließung des Discounters am Zähringer Platz entspannt. Lange Schlangen habe es am Samstag auch in der Filiale in der Reichenaustraße gegeben. "Die Kundenanzahl war aufgrund des vorangegangenen Feiertages erhöht. Dies lag jedoch im erwarteten Bereich und war in allen unseren Märkten, auch außerhalb von Konstanz, festzustellen", sagt Pamela Baumhardt, Leiterin Unternehmenskommunikation bei Edeka Baur. Anders als in den Discount-Märkten habe es hier jedoch keine leeren Regale gegeben. Bei Personalplanung und Warendisposition habe sich der Einkaufsmarkt darauf eingestellt, dass sich der Wochenendeinkauf durch den Feiertag am Freitag alleine auf den Samstag konzentrieren werde.

Hier gibt es erst mal nichts mehr: Die Kaufland-Filiale im Seerhein-Center am Zähringerplatz ist bis zum zweiten Quartal 2018 für Umbauarbeiten geschlossen. <em>Bild: Oliver Hanser</em>
Hier gibt es erst mal nichts mehr: Die Kaufland-Filiale im Seerhein-Center am Zähringerplatz ist bis zum zweiten Quartal 2018 für Umbauarbeiten geschlossen. Bild: Oliver Hanser

Die Schließung von Kaufland habe in dieser Planung keine Rolle gespielt, wie Baumhardt betont. In den vergangenen fünf Jahren habe man auch genügend Erfahrungswerte sammeln können, um solche starken Einkaufstage zu meistern. Auch für die Zukunft sieht Baumhardt für Edeka keine große Veränderung durch die vorübergehende Schließung von Kaufland. "Mit Sicherheit müssen sich zwar die Kauflandkunden vom Zähringerplatz neue Einkaufsorte suchen, aber das Angebot in Konstanz ist sehr vielfältig", sagt Pamela Baumhardt.

Kaufland und wie es weitergeht im Center

  • Die Schließung: Seit dem 5. Januar ist die Kaufland-Filiale im Seerhein-Center wegen Umbaus für mindestens ein Jahr geschlossen. Der städtische Pressesprecher Walter Rügert teilte auf Nachfrage mit, dass die Baugenehmigung Anfang 2017 vorliegt. „Ziel ist es, die Filiale im zweiten Quartal 2018 wieder zu eröffnen“, teilt die Kaufland-Sprecherin auf Nachfrage mit.
  • Die Verzögerung: Aus den Plänen wird ersichtlich, dass sich das Vorhaben deutlich verzögerte. Ursprünglich gingen Verantwortliche davon aus, dass das Geschäft am Zähringerplatz ab Anfang August 2016 geschlossen wird. Das Unternehmen nutzt die Umgestaltung des gesamten Seerhein-Centers, um auch die eigenen Räumlichkeiten zu modernisieren und vor allem deutlich zu vergrößern.
  • Die Verkaufsfläche: Die bisherige Verkaufsfläche von 2100 Quadratmetern im Untergeschoss wird um rund 940 Quadratmeter erweitert und auf das Erdgeschoss ausgedehnt. Die Baumaßnahmen sind auf 14 Monate angelegt. Kunden können in dieser Zeit in umliegenden Geschäften einkaufen: Beim Landmarkt in der Friedrichstraße, bei Penny an der Wollmatinger Straße, bei Rewe an der Schneckenburgstraße oder bei Edeka an der Reichenaustraße. Kaufland hat noch eine weitere Filiale in der Carl-Benz-Straße im Industriegebiet. (kis)

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