Konstanz Lage im Industriegebiet beruhigt sich
Strengere Kontrollen am Eingang gehören zum neuen Sicherheitskonzept am Dance Palace dazu. In den vergangenen Wochen ist es zu weniger Gewalt gekommen. Bild: Hanser
Den Aussagen des Bürgeramts, von Disko-Betriebsleiter Marco Lauro und der Polizei zufolge entwickeln sich die Streitereien am Dance Palace vor allem vor dem Imbissbus Schnitzel-Peter. Das betonten die drei Parteien erneut bei einem Pressegespräch. Seitdem das B1/Allegro geschlossen sei, so Bürgeramtsleiter Hans-Rudi Fischer, seien die Auseinandersetzungen „besser zuzuordnen“ – am Dance Palace fängt oft alles an. In vielen Fällen sei das während eines Imbisses, fast immer sind die Streithähne alkoholisiert.
Klaus Stetefeld, Unternehmensberater für Sicherheit, hat dem Dance Palace in Zusammenarbeit mit Stadt und Polizei ein ganzes Sicherheitspaket geschnürt: Gründlichere Einlasskontrollen, Ausweispflicht, mehr Videoüberwachung, Wachleute auf dem Parkplatz, die diskoeigenen Sicherheitsleute drehen in den Räumen regelmäßig ihre Runden. „Die Gäste erleben uns als Hilfesteller“, sagte Stetefeld. Der Gast könne sich mit jeder Frage an das Personal wenden, ihm werde freundlich geholfen. Darauf habe es bereits positive Resonanz gegeben. „Die Gästestruktur hat sich verändert“, fügte der Sicherheitsexperte hinzu. Kurz: Durch das neue Konzept würden potenzielle Störenfriede abgeschreckt.
Auch die Polizei ist zufrieden. 2008 seien im Dance Palace 48 Diebstähle gemeldet worden. In den ersten vier Monaten 2009 seien es lediglich drei gewesen, sagte Alfred Reichle, stellvertretender Leiter des Konstanzer Polizeireviers. Seine Kollegen würden seltener an die Max-Stromeyer-Straße gerufen, was sich im Polizeibericht niederschlägt. Reichle denkt schon einen Schritt weiter und möchte das Freiburger Modell einführen. Wer zum Beispiel im Dance Palace ein Hausverbot erhalte, für den soll dieses in allen Diskotheken im Konstanzer Industriegebiet gelten. Die anderen Veranstalter hätten bereits Aufgeschlossenheit signalisiert.
So weit, so gut. Ein Punkt ist aber noch nicht geklärt: Wie geht es eben mit dem Schnitzel-Peter, dem Imbissbus von Petr Pecka am Eingang des Dance Palace, weiter? Das Bürgeramt hat ihm seit April die Sperrzeit um eine Stunde vorverlegt (auf 4 Uhr). Seitdem sei es zu weniger Ärger am Dance Palace gekommen, sagt Betriebsleiter Marco Lauro. Ein Widerspruchsverfahren von Petr Pecka gegen die Sperrzeitverlängerung läuft. Er fürchtet um seine Existenz, denn die Stunde von 4 bis 5 Uhr sei für seinen Umsatz sehr wichtig. Sein eigenes „Sicherheitskonzept“ mit Videoüberwachung und Sicherheitsperson am Imbiss macht laut Bürgeramtsleiter Fischer aus unterschiedlichen Gründen wenig Sinn.
Um die Lage langfristig ruhig zu halten, müsse der „Schnitzel-Peter vom Eingang weg“. Unterstützung bei dieser Aussage erhält Marco Lauro von Hans-Rudi Fischer und Alfred Reichle von der Polizei. Aber wohin soll Petr Pecka? Vertraglich darf er bis 2012 auf dem gesamten Gelände bleiben. Eine Idee ist, den Imbissbus ans andere Ende des Dance Palace-Parkplatzes zu verlegen. Fischer spricht von einem „Kompromiss“. Von der Disko weggerückt, sollen Gäste die Lust am langen Aufenthalt am Imbiss verlieren.
Das Bürgeramt wartet laut Klaus Holzer aber auf einen Bauantrag. Diesen habe Pecka bereits Ende März vorgelegt, in einem Plan eingezeichnet, wo sein Bus künftig stehen könnte. Zur Sperrzeitverlängerung sagte Holzer, dass Pecka privilegiert sei. Andere Imbissbetriebe müssten um 23 Uhr schließen. Außerdem habe Pecka die Möglichkeit, tagsüber bereits zu verkaufen. „Ich bin der Schnitzel-Peter und bekannt dafür, nachts lange geöffnet zu haben“, sagte Pecka. Studenten sammeln bereits Unterschriften. Sie wollen die alten Öffnungszeiten zurück.
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