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Konstanz Lachen mit dem König der Vorleser

25.01.2011


Der Schauspieler Rufus Beck begeistert mit den Geschichten vom kleinen Nick kleine und große Zuhörer im Konstanzer Stadttheater

Lässig und entspannt betritt der Schauspieler die Bühne des Stadttheaters. Tosender Applaus. „Guten Abend“, begrüßt er gut gelaunt sein Publikum. Die Spannung und Vorfreude unter Kindern und Erwachsenen steigt. Endlich ist es soweit. Der kleine schwarze Klavierhocker und der Notenständer mit dem Laptop scheinen sich auf der großen Bühne des Theaters zu verlieren. Doch das ist alles, was Rufus Beck für seine Vorstellung benötigt. Eine Geschichte und seine Stimme. Während die Zuschauer immer noch in Beifallsstürme ausbrechen, setzt sich der „König der Vorleser“ auf seinen kleinen Hocker und fängt nahtlos an zu lesen. Stille kehrt ein und Rufus Beck trägt die erste Geschichte des kleinen Nick vor: „Wir haben uns nicht blamiert.“

Der Abend mit Rufus Beck soll der Höhepunkt eines langfristigen und ehrgeizigen Projektes sein. Nach dem verheerenden Brand im Kinderhaus Edith Stein und der kompletten Zerstörung der Bibliothek wird seit einiger Zeit ein neuer Grundstock an Büchern geschaffen. „122 Wunschbücher für das Kinderhaus Edith Stein“ heißt diese Aktion, die von Regina Siller-Strittmacher zusammen mit dem Elternbeirat ins Leben gerufen wurde. Auch die Benefiz-Lesung mit Rufus Beck findet zu Gunsten dieser Aktion statt. Der Leiter des Kinderhauses Edith Stein, Thomas Kannenberg, freut sich: „Ich hoffe, dass dieser Abend auch ein neuer Anschub ist, dass dieses hohe Maß der Kunst eine Inspiration für kreative Gedanken ist.“

Auf jeden Fall ist der Abend ein Anschub für gute Laune und Freude. An der einen Stelle verfallen die Kinder in Lachorgien, dann die Erwachsenen und dann lachen sie wieder alle gemeinsam. „Der kleine Nick“ ist eine Kinderbuchserie des französischen Autors René Goscinny, illustriert von Jean-Jacques Sempé. Die Geschichten handeln von den täglichen Erlebnissen eines Jungen namens Nick. Dieser erzählt von kleinen und großen Katastrophen in der Schule und zu Hause. Zwischen den Geschichten werden über eine Leinwand immer wieder die Illustrationen Sempés eingespielt und mit Hintergrundmusik unterlegt. Das Theater ist ausverkauft und alle kommen auf ihre Kosten.

„Ich hatte richtige Bauchschmerzen, so habe ich gelacht“, liest Rufus Beck vor und beschreibt damit nicht nur die Gedanken des kleinen Nick, sondern auch den allgemeinen Gefühlszustand unter den Zuhörern. Plötzlich stolpert Rufus Beck über ein Kabel auf der Bühne, er dreht eine Pirouette, setzt sich elegant zurück auf seinen Hocker und trägt weiter vor: „Hier hat jemand wohl nicht aufgeräumt.“ Die Zuschauer wirken zuerst leicht erschrocken. Dann fangen aber alle an, zu lachen, als sie merken, dass diese Einlage zur Inszenierung gehörte. Rufus Beck wird mit seiner ganzen Gestik und Mimik selbst zum kleinen Nick und trägt die Geschichten so lebhaft vor, wie es ein anderer kaum könnte.

Doch liest der Schauspieler überhaupt? Viel mehr beschleicht einen das Gefühl, dass Rufus Beck die Geschichten des kleinen Nick auswendig kennt. Nur selten wirft er einen Blick auf seinen Laptop, aber genau das macht den Vortrag so lebhaft. „Onkel Eugen“, „Das schlimme Wort“, „Ich räume auf“. Die Geschichten werden immer lauter und amüsanter. Der Schauspieler erzählt sich warm und die Zuhörer können sich kaum noch auf ihren Plätzen halten.

Doch auch der schönste Abend hat irgendwann einmal ein Ende. „Das ist gar nicht schlimm, überhaupt nicht schlimm“, liest der Schauspieler vor. Denn der König der Vorleser gibt noch eine kleine Zugabe. Im Foyer des Theaters hat er jedem kleinen und großen Gast ein Autogramm versprochen. „Aber bitte nicht wie beim Rugby. Wenn sich alle ordentlich anstellen, bekommt auch jeder eine Unterschrift“, bittet Rufus Beck und hält sein Versprechen. Denn auch den letzten in der Schlange begrüßt er mit einem freundlichen, wenn auch etwas müden Lächeln.

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