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Konstanz Kugel rollt dem Casino davon

12.01.2008
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Die drei Spielbanken in Baden-Württemberg verzeichnen seit August 2007 Einnahmerückgänge. Das Rauchverbot vertreibe die Gäste, so Geschäftsführer Peter Wolf. Das Konstanzer Casino ist zwar am wenigsten davon betroffen, will aber mit Events wieder mehr Spieler anlocken.

Konstanz - Seitdem in öffentlichen Gebäuden, Diskotheken und der Gastronomie nur noch in abgetrennten Räumen geraucht werden darf, spüren auch die Spielbanken den Besucherrückgang. "Allein im Automatenbereich haben wir Einbußen von 20 Prozent", sagt der Geschäftsführer der staatlichen Spielbanken in Baden-Württemberg, Peter Wolf. Auch bei klassischen Spielformen wie dem Roulette blieben die Gäste weg. "Etwa 70 Prozent der Spielbankkunden sind Raucher", so Peter Wolf.

Insgesamt mussten die landeseigenen Casinos in Stuttgart, Baden-Baden und Konstanz im vergangenen Jahr bei den Bruttospielerträgen ein Minus von 8,4 Prozent im Vergleich zu 2006 hinnehmen. "Konstanz ist dabei noch mit einem blauen Auge davongekommen", sagt Peter Wolf. Hier betrug das Minus nur 3,1Prozent. Das liege daran, dass sofort ein abgetrennter Raucherraum eingerichtet werden konnte. Wenn die Spielbanken Gastronomie anbieten, sind sie rechtlich als sogenannte gemischte Betriebe einzuordnen. Im Automatenspiel am Bahnhof darf demnach geraucht werden, weil hier keine Gastronomie besteht. Dennoch werde die Spielbank auch hier einen Nichtraucherbereich einrichten, so Wolf.

Nicht nur das Rauchverbot, sondern auch andere Spielformen machen den Casinos zu schaffen. Im Bodenseeraum besteht laut Wolf die höchste Spielbankdichte in Europa. "Außerdem gibt es inzwischen 2600Internetcasinos", sagt Peter Wolf. "Da Glücksspiel im Internet in Deutschland verboten ist, operieren die alle vom Ausland aus", klagt er. Genauso machen den Spielbanken Gewinnspiele im Fernsehen und die privaten Spielhallen zu schaffen: "Die Geldspielautomaten der neuesten Generation in den Hallen entsprechen immer mehr dem Casinoangebot", erläutert Peter Wolf. "Die Bürger haben ja nicht unbegrenzt Geld", sagt er. Darum entscheiden sie sich laut Wolf für die Automaten, bei denen noch eine Zigarette zum Spiel erlaubt ist.

Neue Kunden seien nach dem Rauchverbot kaum hinzugekommen, sagt der Geschäftsführer. Damit sich das ändert, wollen die staatlichen Spielbanken verstärkt zu Event-Casinos werden. Im vergangenen Jahr waren unter anderem regelmäßig Live-Bands im Casino an der Seestraße. "An Silvester hatten wir im O'Lac eine Party mit Gala-Dinner und DJ, das war ein voller Erfolg", sagt Peter Wolf. Auch in diesem Jahr will das Casino den Besucherrückgang mit derartigen Veranstaltungen ausgleichen. "Sie sind ja das einzige, was wir noch bewerben dürfen", sagt Wolf. "Die Roulettekugel rollt in den Veranstaltungsbereich."

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