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Konstanz Künftige Ingenieure am Werk

10.01.2012
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Sie arbeiten in weißen Ganzkörperoveralls im Labor, büffeln physikalische Formeln und lernen mit der Unterstützung von Hochschulprofessoren Eigenschaften von Faserverbundwerkstoffen kennen: 13 Jungs der 8. Realschulklasse der Konstanzer Geschwister-Scholl-Schule besuchen Woche für Woche die Hochschule Konstanz, am Nachmittag in ihrer Freizeit.

„Wieso sollte ich nicht?“, ist die verständnislose Antwort eines 14-Jährigen auf die Frage, warum er das Angebot der Gesellschaft Berufliche Bildung (BBQ) nutzt. Die BBQ hat die Junior-Ingenieur-Akademie mit Unterstützung von Südwestmetall ins Leben gerufen und Schule und Hochschule zusammengebracht.

„Sie sind sehr an Technik interessiert“, weiß Markus Grünzig, Technik-Lehrer an der Geschwister-Scholl-Schule, der die Jungs jede Woche – auch in seiner Freizeit – in die HTWG begleitet und mit dem Realschullehrer Christoph Sorg das Projekt betreut.

Das Interesse an Technik und Naturwissenschaft zu fördern, Schülerinnen und Schüler für die Arbeitswelt von Ingenieuren und Wissenschaftlern zu begeistern und individuelle Kompetenzen frühzeitig zu fördern, sind die Hauptziele der Junior-Ingenieur-Akademie. Diese Ziele kann Carsten Manz nur begrüßen: „Wir unterstützen die Jugendlichen gerne dabei, ihre Talente zu entdecken und zu fördern“, sagt der Dekan der Fakultät für Maschinenbau. Der Professor weiß aus seinen unmittelbaren Kontakten zur Wirtschaft, wie dringend Ingenieure und Fachkräfte aus technischen Ausbildungsberufen gesucht werden. „Technikbegeisterung nicht zu fördern oder gar auszubremsen, wäre da grob fahrlässig“, sagt Angelika Pfaff, die als Projektleiterin der Servicestelle „technik-bw“ in Konstanz beim Bildungsträger BBQ Berufliche Bildung gGmbH für die Technikförderung an Schulen zuständig ist.

Gefördert von Südwestmetall, initiiert und begleitet sie die Bildungsprojekte der Gesellschaft Berufliche Bildung vor Ort in Konstanz.

Professor Manz unterstützt die Junior-Ingenieur-Akademie mit einem Mitarbeiter-Team mit Arnulf Hörtnagl, Marco Werschler und Moritz Simsch, das den Schülern vielseitige Einblicke vermittelt. Nach einer theoretischen Einführung mit allgemeinen Informationen zu technischer Mechanik, Werkstoffkunde und der Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen steht die Praxis an: Die Schüler stellen sich selbst ein Fingerboard (Miniatur- skateboard, das mit dem Zeigefinger und Mittelfinger gefahren wird) oder Longboard (längeres Skateboard) her. Sie lernen dabei nicht nur, selbst Bauteile aus Faserverbundwerkstoffen herzustellen, sondern auch, sie beispielsweise mit einer CNC-Fräse zu bearbeiten. „Eine solche Ausstattung können wir an der Schule nicht bieten“, sagt Technik-Lehrer Markus Grünzig mit Blick in die Labors der Fakultät. Er ist davon überzeugt, dass die Teilnahme in der Junior-Akademie den Schülern die Berufswahl erleichtert – und das Zertifikat der Akademie die Bewerbungsmappe vorteilhaft bereichert.


So kommen Schüler und Hochschule zusammen
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