Konstanz (nb) Im Vergleich zu aufwendigen Sportarten kommt der Bruchenball mit recht einfachen Mitteln aus: Die Spieler betreten das Spielfeld nur mit einer mittelalterlichen Unterhose bekleidet, ohne Schuhe, Hemd und Gürtel. Das Feld ist mit Stroh umrandet und in der Mitte befindet sich ein schwerer Lederball. Die begeisterten Mittelalterfans Michael Palm und Marc Steidle stellen nun zum ersten Mal ein solches Bruchenballturnier auf die Beine – in Wallhausen.
Der Ursprung dieses Wettkampfes liegt in der Ausbildung von Knappen. Diese mussten in dem Turnier ihre Fähigkeit unter Beweis stellen, ihren vom Pferd gestürzten und verwundeten Herrn sicher aus dem Getümmel zu befördern. Heute hat dieses Kräftemessen einen weniger ernsten Hintergrund, erfordert aber immer noch Kraft und athletisches Geschick. Ziel des Turniers ist es, statt eines gestürzten Herrn einen großen Ball in die gegnerische Zielfläche zu befördern. Der Lederball wurde für die Spieler leichter gestaltet und wiegt statt 140 ganze 14 Kilogramm. Der Name des Wettkampfes kommt von der „Bruche“, einer großen leinenfarbenen und halblangen Unterhose. Bei dem Turnier in Wallhausen wird auch in der mittelalterlichen Unterbekleidung gespielt, lediglich eine Haube ist zusätzlich erlaubt. Die Veranstalter hoffen bei dieser strengen Kleidervorschrift auf wärmere Temperaturen. Auch Michael Palm hat sich schon eine originalgetreue „Bruche“ zugelegt. Zu der Veranstaltung erwartet der 38-Jährige mehr als 50 Spieler und zahlreiche Zuschauer. „Mich fasziniert die Nähe zum Handwerk und zur Natur in dieser längst vergangenen Zeit“, erklärt Palm sein großes Interesse.
