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Konstanz Kormorane: Pakt für Erhalt des Fisch-Bestands

30.08.2010


Angler und Berufsfischer am westlichen Bodensee haben sich zu einer neuen Schutzgemeinschaft für den Erhalt der Fischarten zusammen geschlossen. Sie werfen Umweltverbänden vor, Fische bei ihren Schutzbemühungen zu vernachlässigen. Naturschutzgruppen setzten sich einseitig für Vögel ein, vor allem für Kormorane.
Seit Jahren stehen sich Fischer und Naturschützer in der Kormoranfrage unversöhnlich gegenüber.

Hintergrund für die Offensive der Fischer und Angler ist die neue Kormoranverordnung. Nach der dürfen Kormorane zu bestimmten Zeiten geschossen werden, aber große Flächen am Untersee fallen wegen des Naturschutzes aus der Freigabe.

In geschützten Zonen ist die Jagd nur in Ausnahmefällen mit behördlicher Genehmigung erlaubt. Es gibt es umfangreiche Regelungen, unter anderem müssen Mindestabstände zu großen Ansammlungen von Wasservögeln eingehalten werden. Umweltverbände, allen voran der Naturschutzbund (Nabu), lehnen eine Dezimierung des Kormorans ab.

Sie sehen andere Gründe für den Rückgang bei Fischen, etwa die Wassererwärmung und die Uferverbauung.

Dies stößt auf völliges Unverständnis bei den Fischern und Anglern. Sie gehen davon aus, dass der große schwarze, fischfressende Vogel zur Plage für die Fische im Untersee geworden ist. Die Angler und Fischer sagen, sie setzten sich für „angemessene Vogel- und Fischbestände“ ein.

Um diese zu erreichen, müssten die Kormoranbestände eingedämmt werden, etwa durch Eingriffe bei der Brut. Die Angler und Fischer gehen davon aus, dass sich im Sommer 450 bis 550 Kormorane am Untersee aufhalten und im Winter 350 bis 450.

Dieselben Zahlen nennt auch das Regierungspräsidium. Seit dem vergangenem Jahr seien die Bestände nicht mehr gewachsen, so die Beobachtung der Fischer. Allerdings hielten sich inzwischen das ganze Jahr über massenweise Kormorane am Bodensee auf.

Der Fraßdruck durch die Kormorane sei enorm, sagt der Berufsfischer Stefan Riebel von der Insel Reichenau. „Die Jungfischschwärme haben keine Ruhe mehr.“ Thomas Lang, Naturschutzwart des Angelsportvereins Konstanz und Sprecher der Gruppe Fischschutz, bekräftigt: „Das hat einen Heuschrecken-Effekt, wenn Kormorane in Schwärmen jagen.“

Besonders betroffen seien die relativ unbeweglichen Jungbarsche. Sie würden leicht Opfer der großen Vögel. Riebel und die anderen Fischer ärgert die Argumentation der Naturschützer, die immer wieder behaupten, der Kormoran fresse vor allem die für die Fischerei wenig bedeutenden Weißfische. Die Fischer wünschen sich den Blick auf die Kettenwirkungen in ökologischen Systemen.

„Für die Natur gibt es keine wichtigen und unwichtigen Fische.“ Wenn die Weißfischbestände schrumpften, dann hätten andere räuberisch lebende Fische wie Hechte und Forellen weniger zu fressen und damit auch weniger Überlebenschancen.

Die Fischer und Angler wollen sich einsetzen für eine Bestandskontrolle beim Kormoran. Es müsse ein für das gesamte Ökosystem verträgliches Maß festgelegt und bei Bedarf in die Brut eingegriffen werden. Da Kormorane beweglich seien, wäre eine europaweite Lösung sinnvoll.

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@Gelbsucht
Sie verlangen von mir dass man Themen entspannter angehen kann.
@martinI
Wenn sich am Bodensee tatsächlich Seeadler ansiedeln (ließen), dann aber man muß auch wissen, ...
Blei und Stahl
Blei verformt sich beim Auftreffen. Dabei wird die Bewegungsenergie an das Tier abgegeben.
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