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Konstanz

Konzerthaus nimmt nächste Hürde

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Die Mehrheit im Gemeinderat für das Konzert- und Kongresshaus auf Klein Venedig steht offenbar noch. Aus der Geheimsitzung gestern Abend wurde bekannt, dass mit zwei Bietergemeinschaften weiterverhandelt wird. Im Januar soll der Sieger-Entwurf vorgestellt werden.

Bisher noch etwas nebulös: Was auf Klein Venedig genau geplant ist, ist Geheimsache. Auch die Kampagne der Befürworter läuft eher schleppend.
hanser

Konstanz – Die Stadträte wurden zum Stillschweigen verdonnert, die am Wettbewerb teilnehmenden Unternehmen fordern Geheimhaltung, auch den Konzerthaus-Befürwortern geht langsam der Stoff aus, mit dem sie für das 48-Millionen-Euro-Projekt werben könnten. Die Bürger sollen erst im Januar erfahren, was mit ihrem Geld gebaut werden soll. Doch nach der nicht-öffentlichen Sitzung von gestern Abend scheint immerhin klar: Es wird mit zwei Bietergemeinschaften weiterverhandelt. Beide bestehen aus je einem Bauunternehmen, einem Architekturbüro (es sollen bekannte Namen dabei sein) und einem Betreiber für das ebenfalls geforderte Hotel.

Auf Nachfrage bestätigte Stadt-Sprecher Walter Rügert, dass drei Entwürfe aus dem Rennen geworfen wurden. Namen von unterlegenen oder erfolgreichen Firmen könne man wegen des Verfahrens nicht nennen, hieß es weiter. Selbst das Ringen um den Erst- und den Zweitplatzierten soll hinter verschlossenen Türen ausgetragen werden. Die Bürger bekommen nur den Entwurf präsentiert, den der Gemeinderat mehrheitlich trägt.

Dem Vernehmen nach sollen die Entwürfe in der Architektur sehr unterschiedlich sein. Ob eher seenah oder eher seefern gebaut werden soll, konnte Rügert gestern nicht sagen. Es deutet sich aber an, dass beide Varianten noch im Rennen sind. Die Architektur wird in den kommenden Beratungen eine zentrale Rolle spielen. Da die Kosten mit 48 Millionen Euro gedeckelt sind, dürften gestalterische, funktionale und ökologische Gesichtspunkte im weiteren Prozess die entscheidende Rolle spielen.

 

Der Anwalt Frank Meininger, der die Stadt bei dem ehrgeizigen Vorhaben berät, betonte: „Es soll kein Geheimprozess sein“. Es sei aber eine berechtigte Forderung aller Teilnehmer am Wettbewerb, dass ihre Namen nicht veröffentlicht würden und sie daher auch nicht als Verlierer gebrandmarkt würden. Überdies gelte es zu verhindern, dass die einzelnen Bietergemeinschaften voneinander abkupfern könnten. Nach dem nächsten Schritt werde die Öffentlichkeit intensiv eingebunden, versprach auch Rügert. Der Rat soll am 28. Januar das nächste Mal mit dem Thema befasst werden.

Großes Online-Dossier zum Thema:

www.suedkurier.de/konzerthaus

KOMMENTARE [28]
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szmtag
Unfassbar

von michianso (253 Beiträge) 20.11.2009 08:52

Klar, der Blog des Südkurier ist nicht gerade das repräsentative Sprachrohr der Konstanzer Bevölkerung und ich bin sowieso ein ausgemachter Gegner des Kongresshauses (zumindest des geplanten Standorts), aber haben die Herren Stadtväter eigentlich jemals Augen und Ohren gespitzt und schonmal im Vorfeld auf die Stimmung in der Bevölkerung geachtet? So gut wie keine positiven Stimmen sind hier zu finden.

Und das zurecht.

Wie kann eine provinziale Kleinstadt, die im Kleinen dermassen spiesserisch ist und beispielsweise Einzelhändlern verbietet mehr als zwei Fenster ihres Geschäfts mit dem Firmenschriftzug zu bekleben oder Häuslebauern vorzuschreiben, ob sie braune oder schwarze Ziegel verwenden dürfen, sich zu erdreisten so zu tun, als sei man eine weltoffene Multikulti-Metropole, die ohne ein Kongresshaus nicht überleben könnte. Dabei hat man noch nichtmal Kleinprojekte wie eine Bahnhofsbrücke im Griff, was soll dann erst passieren, wenn es um 50 Mio geht!?

Unfassbar, ehrlich!
szmtag
Bin mal

von baanathit (209 Beiträge) 20.11.2009 09:37

auf die Argumente gespannt warum es trotz negativen Bürgerentscheides trotzdem gebaut werden muß.
szmtag
Quatsch

von vorneweg (2 Beiträge) 20.11.2009 09:39

@michianso
Ihr Kommentar war vielleicht noch vor 5 Jahren berechtigt. Mittlerweile hat sich KN von einer provinziellen Kleinstadt ein ganzes Stück in Richtung Kulturstadt mit vergleichsweise grossem Einzugsgebiet entwickelt. Nicht immer läuft das reibungslos, wie an unsrem Theater schön zu sehen, wo einige Inszenierungen grausiges, andere jedoch sehr gutes Niveau haben. Die Südwestdeutsche Philharmonie, ein wirklch gutes Orchester, ist allerdings im klanglich miserablen Konzil nun wirklich schlecht aufgehoben. Das sehen zumindest die Leute, die ich kennem ähnlich. Ich wäre also vorsichtig, wenn ich der Gesamtbevölkerung negative Stimmen unterstelle. Ich findes es gut, wenn Nägel mit Köpfen gemacht werden, d.h. ein sinnvolles Konzept umsetzen anstatt es totdiskutieren. Das haben wir nun lange genug gemacht!
szmtag
das letzte was wir brauchen

von konzerthaus-nein-danke (72 Beiträge) 20.11.2009 09:55

ist ein neuer Schuldenberg durch ein nicht zu kalkulierendes Konzerthaus im Klein-Venedig auf einem nicht zu kalkulierenden Untergrund.
Meine Meinung, das Krankenhaus und unsere Kinder gehen klar vor.
szmtag
Geheimrat statt Stadtrat

von konzerthaus-nein-danke (72 Beiträge) 20.11.2009 10:04

mir wird schlecht
szmtag
geheime Sitzungen

von gringo (167 Beiträge) 20.11.2009 10:34

sind meistens dafür da, Nägel mit Köpfen zu machen und den Rest der Welt vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Der Standort ist so umstritten, dass er anscheinend nur noch auf diese Weisde durchgedrückt werden kann. Denn wenn die gesamte Planung schlussendlich kostenintensiv schöngemalt auf dem Tisch liegt, kann man ja keinen Rückzieher mehr machen. Dann wird gebaut, egal was es am Ende kosten wird. Über den Stau durch die dann verkehrsberuhigte Flaniermeile am Bahnhof und entlang der Bodanstraße spricht man lieber auch nicht mehr.
Das ist Konstanzer Kommunalpolitik!

Konzerthaus unbedingt ja, aber warum denn nicht am Seerhein? Weitere Büros, zusätzliche Gastronomie und überteuerte Wohnungen sollen dort notwendiger sein?
szmtag
@gringo

von kolumnenschreiber (18 Beiträge) 20.11.2009 11:01

Ich schließe mich Ihrer Meinung an und befürworte eine "Auslagerung" an den Seerhein, wo sich die dortige Brachfläche geradezu anbietet. Diese wurde aber schon zur Vermarktung an ansässige Spekulanten freigegeben, obwohl die Standortfrage für das städische Millionengrab und die entsprechenden Widerstände gegen den geplanten Standort schon lange bekannt waren. Dieser Standort (Klein Venedig) erscheint in meinen Augen eher als ein Wunschstandort unserer schweizer Nachbarn, die dann die Parkmöglichkeiten beim Eisstadion nutzen könnten und ohnehin froh wären, ein solches Haus in der unmittelbaren Nähe zu haben, für das sie nicht mal einen Rappen an Steuergelder zahlen müßten.
szmtag
Geheimsitzung

von musiker (216 Beiträge) 20.11.2009 11:31

Wie armselig Ihr gewählten Volksvertreter!

Geheimsitzungen, damit das Euch gewählte Volk nicht auf die Finger schaut???

Das Volk für dumm verkaufen, und letztlich den Reibach untereinander ausmachen: Hosen runter, wer von Euch profitiert von einem Bau am meisten? Fliesenleger? Sanitär? Innenausbau? usw.
Wer von Euch sitzt im Gemeinderat und sieht an erster Stelle das Geschäft, und dann erst das Wohl des Bürgers?

Zuerst kommt das Fressen und dann die Moral.

Na, auch am liebsten Kugelschreiber bestellt?
szmtag
Was ist heute Politik?

von coocon (184 Beiträge) 20.11.2009 12:08

Eine Meute gut vernetzter Berufspolitiker mit Gehältern, die ein Hartz-IV-Leben unerlebbar machen, machen die Gesetze. Sie sind eingebettet in ihre sozialen Netze, die sich "Parteien" nennen und beziehen daraus nicht nur politische, sondern auch berufliche Vorteile. Sie sind einem Dauerfeuer von Einflußnahme ausgesetzt, welches verharmlosend "Lobbyismus" genannt wird, aber eigentlich der Versuch von Interessengruppen ist, ihre Interessen in Gesetze gegossen zu sehen.
Und der Bürger steht meistens dabei und schaut zu. Vielleicht gibt ihm das Lokalblatt noch die Gnade, per Leserbrief Öffentlichkeitsarbeit für seinen alternativen Standpunkt zu machen; aber die wirklich bedeutenden Entscheidungen entziehen sich seinem Einfluß...
szmtag
Geld besser investieren

von seehecht (97 Beiträge) 20.11.2009 12:10

man kann nur hoffen das beim Bürgerentscheid das Quorum erreicht wird und die Mehrheit der Wähler diesem Millionen verschlingenden "Protzbau" eine deutliche Absage erteilt. Es gibt in Konstanz genügend Objekte, Strassen und Plätze (z. B. Rosgartenstrasse, Hussenstein, Laube etc) die eine Sanierung nötig haben. Das wird auch die Touristen erfreuen, ein Konzerthaus wohl die wenigsten.
szmtag
Hurra - wir können wieder Jammern!

von erauskn (13 Beiträge) 20.11.2009 12:16

Also liebe Kommentarverfasser wenn ich Eure Beiträge so lese muss ich mich doch fragen, warum keiner von Euch seinen Hintern hochbekommt und sich AKTIV in politische Ämter mit einbringt. Aber vermutlich würde er dann feststellen, dass man immer nur der Depp ist, wenn man Verantwortung übernimmt.
Die Deutschen lieben es nun einmal zu jammern, zu motzen und jedem Verantwortlichen immer unlautere Motive zu unterstellen.
Mich wundert es, dass das Wort der finanziellen Bereicherung noch nicht gefallen ist, nachdem unsere Stadträte ja irgendwas um die EUR 300 pro Monat erhalten.

Hört endlich auf zu jammern und macht selbst mal was.

P.S. Nein, ich bin weder im Stadtrat noch in sonst einem politisch aktiven Verband/Zirkel/Partei.
szmtag
TsTsTs

von Tesla (12 Beiträge) 20.11.2009 12:18

Erfährt man aus diesen Geheimsitzungen eigentlich wer für diese Steuerverschwendungen stimmt?
Oder wird das mittlerweile einfach bestimmt?
szmtag
@vorneweg

von unbekannt 20.11.2009 12:21

In welcher Welt leben Sie denn?

Konstanz sei keine provinzielle Kleinstadt? Sind Sie schon mal in einer richtigen Stadt gewesen und über die kreisgrenzen hinausgekommen?

Konstanz ist immer noch tiefste Provinz am A.... der Welt.

das Konzerthaus wird nicht von der Mehrheit der Bevölkerunf unterstütz und ist absoluter Grössenwahn des provinziellen Stadtrats.
szmtag
Ich brauche....

von Ratzfatzi (349 Beiträge) 20.11.2009 13:38

dieses Konzerthaus nicht,kostet ne menge Kohle,und diese währe wo anderst beser investiert.
szmtag
wobei...

von Ratzfatzi (349 Beiträge) 20.11.2009 13:41

die Großghupfeten ja am Ende sowieso über die Köpfe der Kleinen wegentscheiden,währe nicht das erste mal!
szmtag
Ein Glück...

von paradiesler (111 Beiträge) 20.11.2009 14:00

und zum Glück ist das so, sind doch Kleingeister wie Sie nicht in der Lage die Tatsache, dass Konstanz neben dem Vorhandensein des Sees noch andere kulturelle, gastronomische und andere wirtschaftsfördernde Institutionen braucht, um mittelfristig Investoren und Arbeitgeber in die Stadt zu locken. Das Konzerthaus ist ein vollkommen richtiger und notwendiger Schritt !
szmtag
@paradiesler

von Ratzfatzi (349 Beiträge) 20.11.2009 14:35

Sie sind wohl auch einer der oberen die wenn es um Entscheidungen dieser Art geht ein Wörtchen mitzureden haben oder!:-)Ja ganz sicher sogar!!!!
szmtag
Nicht wirklich...

von paradiesler (111 Beiträge) 20.11.2009 14:43

Bin ein ganz normaler Bürger ohne irgendwelchen Einfluss. Auch als "Normalsterblicher" erachte ich dennoch zu Gusten der Stadt das Konzerthaus (sowie alle, der Popularität Konstenz´ förderlichen Massnahmen) als notwendig.
szmtag
@onkeltom

von vorneweg (2 Beiträge) 20.11.2009 15:00

Bin in Berlin-Mitte aufgewachsen... Ist vielleicht auch die Frage, woran man eine Provinzstadt festmacht. Ich empfehle den Vergleich mit Tuttlingen (sorry liebe Tuttlinger) wenn Sie richtige Provinz meinen. Natürlich lässt sich treffelich darüber streiten, ob das Geld anderswo besser angelegt wäre, bleiben wir bei Berlin - da ist z.B. das letzte Kindergartenjahr vor der Schule für die Eltern beitragsfrei, ein Konzept das ich sehr begrüssen würde. Das wird aber vom Land entschieden, das Konzerthaus aber von der Stadt. Ist also eine Milchmädchenrechnung. Und man muss auch das unterstützen, was wir jetzt schon haben, wir sollten mal ein bissel Stolz sein auf die bereits vorhandene Kultur. Und wenn wir dann erst das Konzerthaus haben und die ersten Festspiele von Konstanz stattgefunden haben, werden wir es uns nicht mehr ohne vorstellen können und wollen. Ich empfehle einfach allen immer den Vergleich mit Tuttlingen oder sagen wir Balingen.
szmtag
In der Tat

von Hausmeisterkrause (79 Beiträge) 20.11.2009 15:31

wäre so ein Konzerthaus eine nette Sache, ein Luxus, den man sich in guten Zeiten vielleicht leisten könnte. Da aber in absehbarer Zeit die Stadtfinanzen den Bach runtergehen werden infolge der Wirtschaftskrise, wäre ein Unterfangen dieser Größenodnung geradezu fahrlässig. Ein Konzerthaus könnte sich die Stadt KN evtl. leisten, wenn

a) Die Folgen der Wirtschaftskrise überwunden sind
b) Ausreichend sichere Einkünfte zu erwarten sind (in KN unsicher, da kaum Industrie vorhanden)
c) Die Standortfrage korrekt gelöst ist (Klein Venedig ist indiskutabel)
d) Die Stadtplanerpfeifen ausgewechselt sind gegen kompetente Planer. Dass die jetzigen es nicht können, zeigt die Bahnbrücke.

Also: Z.Zt. absolut kein Grund, den Bau zu befürworten.

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