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Konstanz Konzerthaus: Das meinen die Leserinnen und Leser des SÜDKURIER

16.03.2010
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Am Sonntag werden die Konstanzer Bürger über ein Konzert- und Kongresshaus abstimmen. Befürworter und Gegner haben sich formiert. was die SÜDKURIER-Leser zu der Debatte sagen, sehen Sie hier.

Alle werden davon profitieren

Für mich als Einzelhändler in Konstanz ist der Bau des KKH wichtig. „Klar“, wird man sagen, „dann kommen mehr Kunden in sein Geschäft und er verdient noch mehr Geld, sehr eigennützig gedacht.“

Stimmt genau! Ich lebe davon, dass viele Menschen nach Konstanz kommen – vielleicht dann auch in mein Geschäft – und Geld ausgeben. Aber von einem erfolgreichen Einzelhändler profitieren letztendlich alle Bürger – Befürworter und Gegner des KKH, weil er Arbeitsplätze sichert und schafft, weil er Gewerbesteuer zahlt, weil er immer wieder Investitionen in sein Unternehmen tätigt (= Aufträge für Handwerker), weil dadurch eine attraktive, breit gefächerte Einzelhandelsstruktur entsteht.

Die Reduzierung auf das Szenario: „Entweder will ich ein KKH oder einen Kindergartenplatz“ ist dümmlich verkürzt. Das funktioniert ganz ähnlich wie im Einzelhandel: In einer Stadt, die in neue Erfolgspotentiale investiert, ist langfristig gesichert, dass auch Geld da ist für Schulen, für Kindergärten, Sportplätze etc. Und wenn man sich einmal überlegt, wer und was in den vergangenen Jahren alles von Konstanz abgewandert ist (Post, Zoll, SWR, demnächst die Bildungsakademie der Handwerkskammer, etc.), wird die zwingende Notwendigkeit der Investition in das Zukunftsprojekt KKH deutlich.

Böse Zungen behaupten immer, das einzige, wofür wir Konstanzer nichts könnten und was man uns nicht wegnehmen könne, sei der See. Ob jedoch das KKH gebaut wird, oder nicht, dafür können wir Konstanzer etwas. Am Sonntag ist Bürgerentscheid!

Ottmar Zwicker


Der Standort ist ungeeignet

Der vorgesehene Standort des KKH liegt nun wirklich auf Deutschlands letztem Zipfele. Das KKH kann vom Standort Klein-Venedig aus die städtebaulichen Aufgaben, die ein solches Gebäude über seinen eigentlichen Zweck hinaus immer hat, nicht oder nur unzureichend erfüllen. Keine schlüssige Integration in die Altstadt, keine Weiterführung in angrenzende Stadtteile, keine erhoffte Anbindung an Kreuzlingen nach der angekündigten Ablehnung durch einige Schweizer Umweltverbände, durch Bahnhof und Bahnschienen trotz räumlicher Nähe abgeschnitten von der Kernstadt, umständliche fußläufige Anbindung.

Das KKH mit seinen hohen kulturellen Aufgaben kommuniziert nicht mit Einrichtungen der historischen Altstadt. Man kann das in goldglänzendes Silberpapier gehüllte KKH auf dem Standort Klein-Venedig von der Stadt aus nicht einmal sehen und vom See her nur, wenn's glänzt in der Morgensonne, weil es vom Wasser weit nach hinten abrücken musste, um den notwendigen Platz für das offenbar ebenso notwendige Oktoberfest freizuhalten. Aus all diesen Gründen kann das KKH auch nicht die Rolle eines kulturellen Wahrzeichens der Stadt Konstanz übernehmen.

Technische Parameter wie verseuchter Untergrund, hoher Grundwasserpegel sind zusätzliche Erschwernisse bei diesem Standort. Das Thema Verkehr wird von der Verwaltung offenbar nach dem Prinzip Hoffnung behandelt. Die Hoffnung gründet sich auf die Ergebnisse in Auftrag gegebener Verkehrsgutachten unter Einbeziehung des neuen KKH, der Umwandlung des Bahnhofplatzes in eine durchaus begrüßenswerte Begegnungszone, die den Durchgangsverkehr vergrämen soll.

Was aber, wenn Kongress- und Konzertbesucher vergrämt werden? Kommen die dann wieder? Was aber, wenn sich diese Hoffnungen zerschlagen, wenn dieses Spiel nach dem Motto, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, verloren geht? Bei einem Nein machen wir an anderer Stelle weiter, zum Beispiel mit nur einem Konzerthaus auf einem der besseren Alternativstandorte. Die dann eingesparten Kosten der Bahnunterführung könnten zum Beispiel in den Grundstückskauf investiert werden. Und das Konzilgebäude schließlich wird zur 600-Jahr-Feier zum Kongresszentrum umgebaut und danach als solches genutzt.

Christoph Blomeier


Dafür aus sieben guten Gründen

Wie bei allen wichtigen Entscheidungen habe ich die Pros und Cons zum KKH sorgfältig geprüft, habe Infoveranstaltungen besucht und mit dem Architekten und den Vertretern des Generalunternehmers persönlich gesprochen. Folgende Argumente haben mich für ein JA zum Konzert und Kongresshaus bewogen:

1. Der architektonische Entwurf schließt überzeugend die Lücke zwischen Eissporthalle und Sealife Center, und lässt noch hinreichend Freifläche auf Klein Venedig für andere Zwecke.

2. Das Energiekonzept ist auf dem neuesten Stand: Wärmedämmung auf Passivhausniveau, 100%-ige Wärmerückgewinnung der Lüftungsanlagen etc.

3. Der Generalunternehmer, der das Haus zum Festpreis erstellt, hat nachweislich Referenzprojekte dieser Größenordnung erfolgreich abgeschlossen; die ausführenden Firmen wurden namentlich genannt und sind sehr erfahrene Partner auf ihrem jeweiligen Gebiet; die Ausführungsgewährleistung überschreitet sogar die üblichen Standards.

4. Neben dem großen Saal stehen zwei kleinere, nochmals teilbare Säle zur Verfügung.

5. Den Konstanzer Vereinen wurde eine bestimmte Anzahl Veranstaltungen zu einer reduzierten Miete zugesagt, bei denen sogar das Catering von den Vereinen erbracht werden kann.

6. Der Standort Klein Venedig ist von allen untersuchten Standorten am besten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Er bietet das einmalige Ambiente einer Flaniermeile direkt am See. Als Kongressstandort ist die direkte Lage am See sogar ein wirtschaftlich äußerst interessanter Faktor.

7. Die Verkehrsprognosen kann ich im Detail nicht überprüfen, gehe aber von einer zeitlichen Entflechtung des „Shopping-Verkehrs“ und des „Veranstaltungsverkehrs“ aus. Die bisherigen Erfahrungen nicht nur mit dem Oktoberfest, sondern auch mit den allabendlich Hunderten von Besuchern des CineStar im Lago bestärken mich darin.

Unterm Strich: Ein klares Ja.

Dr. Volker Steinijans


Fehler in der Planung

Der Ton wird schärfer, die Konzerthaus-Frage spaltet Konstanz in Ja-Sager und Nein-Sager. Die Stadt ist plakatiert fast wie in Wahlkampfzeiten. Diskussionen und Leserbriefe vermitteln den Eindruck, dass ein Kampf um das Konstanzer Jahrhundertprojekt ausgefochten wird. Dieser Streit ist weder gut für das bürgerschaftliche Miteinander, noch ist er gut für die grundsätzlich richtige Absicht, Konstanz in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht weiter zu entwickeln.

Aber im städtischen Planungsverfahren des KKH sind Fehler gemacht worden. Es wurde versäumt, die strittige Standortfrage mit den Themen Verkehrsanbindung und Altlasten wirklich zu lösen. Der Verweis auf Ratsbeschlüsse und Gutachten reicht nicht aus. Nur ein rechtskräftiger Bebauungsplan (BPlan) kann das strittige Thema inhaltlich lösen,

Diesen gibt es nicht, so kann das Konzert- und Kongresshaus mit Hotel und Parkhaus weder derzeit noch in naher Zukunft baurechtlich genehmigt werden. Daran ändert auch der Bürgerentscheid nichts, egal wie der ausgeht. Vielmehr ist der fehlende Bebauungsplan äußeres Zeichen für den nicht gelösten städtebaulichen und bürgerschaftlichen Konflikt.

Natürlich kann der BPlan auch jetzt noch erstellt werden. Der Entwurf wird ja nun öffentlich ausgelegt. Da aber seit Jahren bekannt ist, dass der Standort Klein Venedig von vielen kritisch beurteilt werden, hätten Rat und Verwaltung gut daran getan, diese Themen vorrangig abzuarbeiten. Mit Durchführung des aufwendigen Architektenwettbewerbs hat man so zu sagen den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht. So wird im bevorstehenden Bürgerentscheid in einer Fragestellung über zwei sehr unterschiedliche Aspekte abgestimmt: Braucht Konstanz ein Konzert- und Kongresshaus? Und muss es auf Klein Venedig stehen? Die Frage des Standortes hätte vorab städtebaulich geklärt werden können. Jetzt aber ist sie mit der Grundsatzfrage und der wirtschaftlichen Frage untrennbar verknüpft.

Die Verknüpfung der Grundsatzfrage mit der Standortfrage ist der eigentliche Grund für Emotion und Schärfe in der Diskussion. Sowohl in der Podiumsdiskussion am 11. März im Konzil, als auch in Leserbriefen äußern sich Befürworter des KKH (Dr. Horst Eickmeyer und Wolfgang Mettler) verärgert über diejenigen, die ihre Bedenken mit „ja, aber…“ begründen.

Die Kritik an den „Ja-aber-Konstanzern“ ist unberechtigt. Zu kritisieren ist die planerische Vorbereitung und die Fragestellung des Bürgerentscheids. Denn dieser Bürgerentscheid, in der die Frage des Standortes mit der Grundsatzfrage verknüpft ist, stellt alle diejenigen, die zwar für ein Konzerthaus sind, aber berechtigte Zweifel an der Geeignetheit von Klein Venedig haben, vor eine höchst unbefriedigende Entscheidung.

Ja oder Nein. Wer wie ich den Standort für nicht geeignet hält und zudem die noch nicht erfolgte stadtplanerische Klärung vermisst, kann nur sagen: so nicht, dort nicht und jetzt nicht! Darum: nein.

Stefan Bertels


Für ein kulturelles Oberzentrum

Das Wort Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist. Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses (Wikipedia). Über unsere Kunst und unsere Entwicklung stimmen wir Konstanzer am Sonntag ab. Ich stimme für das Konzerthaus und freue mich auf ein spannendes kulturelles Oberzentrum Konstanz.

Eva Eisenbarth

Für uns Jugendliche bringt es zu wenig

In der Schule haben wir schon mehrere Stunden über das Thema Konzerthaus diskutiert. Für wen soll es sein? Für uns Jugendliche sicher nicht. Für Rock-Konzerte ist der Saal nicht geeignet und Größen wie Avril Lavigne oder Rihanna würden eh nicht nach Konstanz kommen. Dafür, dass so viel Geld ausgegeben werden soll, spricht es einen viel zu kleinen Teil der Bürger an. Die Karten werden mit Sicherheit horrende Preise haben. Wer soll es also bezahlen? Wir verhindern, dass wir das Geld für andere Sachen sehr gut gebrauchen könnten. Man könnte den Stadtgarten verschönern, Geld für Schulen ausgeben oder Tagesstätten für Kinder erweitern.

Und warum Klein Venedig? Auch das Gelände ginge für uns Jugendliche verloren. Wir finden, man könnte mehr aus dem Platz machen, als eine „goldene Schachtel auf eine Müllhalde“ zu stellen. Wir sind der Meinung, es ist aus dem Fenster geschmissenes Geld!

Elina Unterweger, Chahinaz Maalem, Faveola Kett

Geschwister-Scholl-Schule, Klasse G10a


Demagogisches Gebaren

Den von Herrn Dr. Schäfer bei der Podiumsdiskussion vorgebrachten Vorwurf, das für den Vertrieb des geplanten Hotels ausgewählte Unternehmen Treugast werbe auf seiner Internethomepage auch damit, im Rotlichtmilieu tätig zu sein, entlockte mir zunächst ein Lächeln. Meine Recherche ergab dann, dass die Unternehmensberatung Treugast bei ihren vielseitigen Tätigkeitsfeldern wie Beherbergung, Gastronomie, Freizeitwirtschaft, Messe- und auch ihre Aktivität für den Bereich „Nightlife: Eventlocations, Bars, Clubs“ aufführt.

Ich vermute einmal, dass die Äußerung von Herrn Dr. Schäfer aus dieser Textpassage resultierte. Dass Rotlichtmilieu – im Sprachgebrauch oft mit kriminellen Milieus verbunden – auch in Nachtclubs anzutreffen ist, dürfte allgemein bekannt sein, trifft aber gewiss nicht für alle Betriebe zu, die unter dem Begriff einer Bar oder eines Clubs zu subsumieren sind. Von daher ist für mich nicht erkennbar, dass Treugast in diesem zwielichtigen Umfeld tätig ist.

Und selbst wenn? Herr Dr. Schäfer selbst hat sich im Konzil als Unternehmer vorgestellt und betreibt eine Mosterei. Darf ich nun aus dessen Äußerung schlussfolgern, dass ein Nachtclub mit Stripteasedarbietung keinen Apfelsaft von ihm geliefert bekäme? Letztendlich würde eine Saftlieferung an einen solchen Club nichts aussagen über dessen Produkt, dessen Betrieb oder gar den Menschen selbst.

Hingegen sagt seine öffentliche Äußerung im Konzil etwas über Herrn Dr. Schäfer aus. Wenn Sachargumente nicht ziehen oder ausgehen, werden Halbwahrheiten oder Unwahrheiten ins Feld geführt, nur um zum Ziel zu kommen. Wenn mich nicht schon die Sachargumente überzeugt hätten, dieses demagogische Gebaren hätte mich zu einem Ja fürs KKH bewogen.

Paul Brühl

Zahlen die Auswärtigen mit?

Die Liste „Bürger für Konstanz“ enthält Namen von Unterstützern, die nicht in Konstanz wohnen. Werden die sich nach der Finanzierung der Werbung auch an den Kosten für eine ungünstig platzierte Bahnunterführung oder sogar an den Aufwendungen des städtischen Haushalts für das KKH beteiligen?

Franz-Josef Felder

Wo bleibt die Sachlichkeit?

Bisher hat der SÜDKURIER über Gegner und Befürworter erfreulich ausgewogen und sachlich informiert, und es ging um den Austausch von Argumenten.

Jetzt scheint sich etwas geändert zu haben. In dem Artikel „Konzerthaus-Frage wird zum Spaltpilz“ wird gegen die Gegner des KKH auf Klein-Venedig Stimmung gemacht. Fest steht, dass einige Verbandsvorstände sich gegen das KKH an diesem Standort ausgesprochen haben, andere dafür. (Stadtsportverband und BUND dagegen, Bund Deutscher Architekten, BDA, dafür.)

Einige Mitglieder der jeweiligen Verbände haben eine andere Meinung. Das gilt aber nicht nur für die Verbände, deren Vorstände zu den Gegnern zählen. Viele Architekten, die Mitglied beim BDA sind, betrachten die Pläne mit großer Skepsis – zu einer Spaltung des BDA Kreisgruppe führt das sicher nicht. Es ist zu hoffen, dass die Konstanzer sich bei der Wahl nicht Stimmungen sondern von sachlichen Überlegungen leiten lassen. Ich werde dagegen stimmen, damit diese Uferzone frei von weiterer Bebauung bleibt und das KKH kein „Konkurs- und Regresshaus“ für die Stadt wird.

Eva Maschke

Auch Friedrichshafen hat sich nicht leicht getan
Inzwischen ist die Halle der Stolz der Singener
Alle Hintergründe zum KKH im Dossier


Video: Umfrage zum Konzerthaus: was sagen die Konstanzer?

Badener56
Zunaechst einmal freu ich mich, dass wir uns jetzt hier ordentlich austauschen koennen.
Hebriden
Also dann von Konschtanzer zu Konschtanzer.
Somit wird der Vertrag nach der Abstimmung mit ...
@Hebriden
Und weil damals eine Mehrheit gegen die Uni war und damit falsch lag, darf jetzt in KN niemand ...
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