Alle werden davon profitieren
Für mich als Einzelhändler in Konstanz ist der Bau des KKH wichtig. „Klar“, wird man sagen, „dann kommen mehr Kunden in sein Geschäft und er verdient noch mehr Geld, sehr eigennützig gedacht.“
Stimmt genau! Ich lebe davon, dass viele Menschen nach Konstanz kommen – vielleicht dann auch in mein Geschäft – und Geld ausgeben. Aber von einem erfolgreichen Einzelhändler profitieren letztendlich alle Bürger – Befürworter und Gegner des KKH, weil er Arbeitsplätze sichert und schafft, weil er Gewerbesteuer zahlt, weil er immer wieder Investitionen in sein Unternehmen tätigt (= Aufträge für Handwerker), weil dadurch eine attraktive, breit gefächerte Einzelhandelsstruktur entsteht.
Die Reduzierung auf das Szenario: „Entweder will ich ein KKH oder einen Kindergartenplatz“ ist dümmlich verkürzt. Das funktioniert ganz ähnlich wie im Einzelhandel: In einer Stadt, die in neue Erfolgspotentiale investiert, ist langfristig gesichert, dass auch Geld da ist für Schulen, für Kindergärten, Sportplätze etc. Und wenn man sich einmal überlegt, wer und was in den vergangenen Jahren alles von Konstanz abgewandert ist (Post, Zoll, SWR, demnächst die Bildungsakademie der Handwerkskammer, etc.), wird die zwingende Notwendigkeit der Investition in das Zukunftsprojekt KKH deutlich.
Böse Zungen behaupten immer, das einzige, wofür wir Konstanzer nichts könnten und was man uns nicht wegnehmen könne, sei der See. Ob jedoch das KKH gebaut wird, oder nicht, dafür können wir Konstanzer etwas. Am Sonntag ist Bürgerentscheid!
Ottmar Zwicker
Der Standort ist ungeeignet
Der vorgesehene Standort des KKH liegt nun wirklich auf Deutschlands letztem Zipfele. Das KKH kann vom Standort Klein-Venedig aus die städtebaulichen Aufgaben, die ein solches Gebäude über seinen eigentlichen Zweck hinaus immer hat, nicht oder nur unzureichend erfüllen. Keine schlüssige Integration in die Altstadt, keine Weiterführung in angrenzende Stadtteile, keine erhoffte Anbindung an Kreuzlingen nach der angekündigten Ablehnung durch einige Schweizer Umweltverbände, durch Bahnhof und Bahnschienen trotz räumlicher Nähe abgeschnitten von der Kernstadt, umständliche fußläufige Anbindung.
Das KKH mit seinen hohen kulturellen Aufgaben kommuniziert nicht mit Einrichtungen der historischen Altstadt. Man kann das in goldglänzendes Silberpapier gehüllte KKH auf dem Standort Klein-Venedig von der Stadt aus nicht einmal sehen und vom See her nur, wenn's glänzt in der Morgensonne, weil es vom Wasser weit nach hinten abrücken musste, um den notwendigen Platz für das offenbar ebenso notwendige Oktoberfest freizuhalten. Aus all diesen Gründen kann das KKH auch nicht die Rolle eines kulturellen Wahrzeichens der Stadt Konstanz übernehmen.
Technische Parameter wie verseuchter Untergrund, hoher Grundwasserpegel sind zusätzliche Erschwernisse bei diesem Standort. Das Thema Verkehr wird von der Verwaltung offenbar nach dem Prinzip Hoffnung behandelt. Die Hoffnung gründet sich auf die Ergebnisse in Auftrag gegebener Verkehrsgutachten unter Einbeziehung des neuen KKH, der Umwandlung des Bahnhofplatzes in eine durchaus begrüßenswerte Begegnungszone, die den Durchgangsverkehr vergrämen soll.
Was aber, wenn Kongress- und Konzertbesucher vergrämt werden? Kommen die dann wieder? Was aber, wenn sich diese Hoffnungen zerschlagen, wenn dieses Spiel nach dem Motto, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, verloren geht? Bei einem Nein machen wir an anderer Stelle weiter, zum Beispiel mit nur einem Konzerthaus auf einem der besseren Alternativstandorte. Die dann eingesparten Kosten der Bahnunterführung könnten zum Beispiel in den Grundstückskauf investiert werden. Und das Konzilgebäude schließlich wird zur 600-Jahr-Feier zum Kongresszentrum umgebaut und danach als solches genutzt.
Christoph Blomeier
Dafür aus sieben guten Gründen
Wie bei allen wichtigen Entscheidungen habe ich die Pros und Cons zum KKH sorgfältig geprüft, habe Infoveranstaltungen besucht und mit dem Architekten und den Vertretern des Generalunternehmers persönlich gesprochen. Folgende Argumente haben mich für ein JA zum Konzert und Kongresshaus bewogen:
Somit wird der Vertrag nach der Abstimmung mit ...