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Konstanz Konstanzer Planer gewinnen Wettbewerb: So könnte das Vincentius-Areal einmal aussehen

Die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs für das Vincentius-Areal zwischen Altstadt und Paradies stehen fest: Einheimische haben das Rennen gemacht.

Timo Doser wollte es kaum glauben, als ihm Vincentius-Vorstand Rainer Ott die frohe Botschaft überbrachte. Er hatte mit seinem Bauunternehmen und zusammen mit dem Architekturbüro Braun und Müller den Wettbewerb um die Bebauung des Vincentius-Areals mit Wohnungen gewonnen. Sofern alle Verhandlungen erfolgreich sind, kann Doser nach dem Umzug des orthopädischen Krankenhauses ans Klinikum loslegen – ein Anfang ist gemacht. Bis zur Umsetzung wird es noch einige Jahre dauern.

So könnte der Nachfolgebau aussehen: eine Blockrandbebauung mit fast 100 Wohnungen, die auch Platz für Grün lässt.
So könnte der Nachfolgebau aussehen: eine Blockrandbebauung mit fast 100 Wohnungen, die auch Platz für Grün lässt. | Bild: Braun+Müller Architekten

Für Timo Doser hat das Thema auch eine emotionale Komponente. Wie viele Konstanzer ist auch er einst im Vincentiuskrankenhaus zur Welt gekommen. Im Gebäude nebenan wuchs er auf, in der Schottenkapelle ist er getauft worden. Mit seinem Bauunternehmen Doser und Partner hat er nun die große Möglichkeit, „eines der zwei großen Entwicklungsareale in der Altstadt“ voranzubringen, sagte Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn bei der Vorstellung der Wettbewerbsergebnisse. Das Döbele soll ebenfalls mit Wohnungen bebaut werden.

28 Arbeiten hatte die Jury aus Fachleuten und Stadträten zu bewerten. Die Einsender blieben bis nach der Prämierung geheim. Vorgabe war, dass Investoren und Architekten gemeinsam ein Bebauungskonzept mit Entwürfen einreichen. Soll heißen: Die Vincentius AG und damit die Stadt Konstanz gibt das Grundstück für die Bebauung aus der Hand, nimmt durch dieses Verfahren aber Einfluss auf die Art der Bebauung. Vertraglich wird sie noch vereinbaren, dass der Investor 20 Prozent geförderte Wohnungen und zehn Prozent im preisgedämpften Bereich erstellen muss. Damit verfolgt Konstanz die Ziele seines Handlungsprogramms: nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern auch eine soziale Durchmischung und Einheiten für Menschen, deren Geldbeutel schmaler ist.

Die Preisjury empfiehlt der Vincentius AG, mit dem Entwurf von Doser und dem Konstanzer Architekturbüro von Jutta Braun und Christian Müller fortzufahren. Auf jeden Fall müsse es aber „einer der vier Preisträger sein“, sagte Langensteiner-Schönborn. Sie hätten die Vorgaben am besten erfüllt, wie das sensible Gelände zwischen Altstadt und Paradies bebaut werden soll. Für wen sich die Vincentius AG entscheiden wird, hängt auch von der Kaufsumme für das 8000 Quadratmeter große Grundstück ab, machte Rainer Ott als Vorstand deutlich. Mit dem Erlös will er den Neubau auf dem Klinikgelände mitfinanzieren. Auf die Frage, welchen Preis er sich vorstelle, sagte er: „Es ist noch zu früh, um über Zahlen zu sprechen.“ Trotz des Gewinns von Doser und dem Architekturbüro bleibt Ott im Gespräch mit dem Zweitplatzierten. Damit ist der Entwurf der Gemeinschaft LBBW Immobilien mit Jo. Franzke Architekten aus Frankfurt noch nicht aus dem Rennen.

Das Siegerkonzept für das Vincentiusareal besteche durch seinen einfachen und schlichten Baukörper, war sich die Jury einig. Er greife das städtebauliche Merkmal des Paradieses, Blockrandbebauung mit Innenhof, auf. Wichtig war den Juroren, dass der denkmalgeschützte Altbau und die Schottenkapelle vom Neubau nicht erdrückt werden und ausreichend Luft zur Schottenstraße und zur Laube bleibt. Zudem sollte der Platz zwischen heutigem Vincentius und Humboldt-Gymnasium wieder aufleben, erklärte Baubürgermeister Karl Langenstein-Schönborn. Er diene als Scharnier zwischen Niederburg und Paradies. Der Stadt, der Vincentius AG und den künftigen Investoren bleibt ausreichend Zeit: bis 2018.

 

Was der Siegerentwurf beinhaltet

Blockrandbebauung mit hohem Nutzungsmix: Doser und Partner hat konkrete Vorstellung vor das Vincentius-Areal.

Sieger: Der Entwurf von Doser und Partner zusammen mit den Architekten Jutta Braun und Christian Müller sieht einen quadratischen, fünfgeschossigen Baukörper mit Innenhof und Tiefgarage anstelle des Vincentius vor. Darin sind 84 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen im Neubau und 15 Wohneinheiten im Altbau vorgesehen. Das historische Vincentius-Stift werde mit seniorengerechten Wohnungen ausgebaut. Im Erdgeschoss stellen sie sich Gewerb vor.

Wettbewerb: Bei dem Wettbewerb – die Namen der Teilnehmer waren bis nach der Prämierung geheim – mit einem Gesamtpreisgeld von 160 000 Euro handelt es sich um eine städtebauliche Konzeption. Hierbei spielen Details wie Wohnungsgrößen, Ausstattung und Außengestaltung allenfalls eine untergeordnete Rolle. Nun geht es in die Feinplanung und Kostenberechnungen. Zu klären sind auch noch notwendige archäologische Grabungen.

Eigentümer: Das Gelände gehört der Vincentius AG, die Stadt Konstanz ist Mehrheitaktionärin. Die AG ist in den Gesundheitsverbund Landkreis Kontanz eingegliedert. Entscheidungshoheiten liegen dennoch in Konstanz. Am Klinikum Konstanz entsteht bis 2018 ein neues Vincentius. (phz)

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