Ein Tag ohne Fleisch in der Woche? Für Oberbürgermeister Horst Frank ist das kein Problem. Er kommt geradezu ins Schwärmen, wenn er an die Alternativen denkt: „Man kann vegetarisch sehr gut kochen. Es gibt tolle Gerichte und auch wunderbaren Fisch aus dem Bodensee.“ Selbst wenn er Speisen wie Kutteln, Leberle oder Weißwürste mag, verzichtet er oft auf Fleisch, auf Steaks ohnehin. Die Freie Grüne Liste (FGL) rennt daher mit ihrem Vorschlag für einen fleischlosen Tag offene Türen bei ihm ein.
Das Problem ist längst bekannt: Die Viehhaltung auf der Erde ist ein Klimaschutz-Problem. Rinder stoßen bei der Verdauung erhebliche Mengen an Methan aus. Außerdem werden in etlichen Ländern Regenwälder abgeholzt, um Viehweiden zu schaffen. Die FGL stellt daher den Antrag, auf einen geringeren Fleischkonsum hinzuwirken. Sie will daher mindestens einen fleischlosen Tag in öffentlichen Institutionen wie Schulen, Krankenhäusern, Kinderhäusern, Pflegeheimen und Kantinen. Die FGL sieht darin ein Signal: „Die Albert-Schweitzer-Stiftung und der Vegetarierbund Deutschland werben dafür, dass die Deutschen einmal pro Woche auf Fleisch verzichten sollten als Beitrag für mehr Klimaschutz. Beteiligten sich 100 deutsche Städte an dieser Aktion, dann – so haben die beiden Organisationen ausgerechnet – könnte so viel CO eingespart werden, wie zwei Millionen Autos jährlich verursachen.“
OB Horst Frank begrüßt die Initiative: „Ich finde, das ist eine gute Sache. Es ist schon lange bekannt, was Viehhaltung für den Klimawandel bedeutet.“ Er sieht kein Problem, das Projekt umzusetzen. Allerdings wolle er im Sinne der Bürgerbeteiligung die Meinung der Einrichtungen, der Elternvertreter und der Personalvertretungen hören. „Wenn ich eine Verhaltensänderung erreichen will, muss ich die Menschen mitnehmen.“ Die Verwaltung werde im Anschreiben an die Einrichtungen für die gute Idee werben. Im Einzelfall müsse eventuell geklärt werden, ob Versorgungsverträge beachtet werden müssen. Der Gemeinderat werde über das Projekt informiert.
Die FGL verweist auf Belgien, dort seien schon einige Städte dabei. „In Deutschland ist Bremen mit von der Partie. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) ist Schirmherr der Fleischlos-Aktion.“ In der hanseatischen Stadt gebe es einen zusätzlichen Vegetariertag. Das sieht die FGL als sinnvoll an. Nach Berechnungen des Worldwatch-Instituts gehe mehr als die Hälfte des Klimawandels auf das Konto der Tierhaltung. „Ähnlich wie Bremen sollte sich Konstanz entschließen, in seinen Einrichtungen einen Tag mehr in der Woche ganz auf Fleisch zu verzichten.“ Die Stadt könne nicht auf Bürger einwirken, aber mit gutem Beispiel vorangehen.

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