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Konstanz Konstanzer Foto-Geheimnis gelüftet

27.09.2012
Konstanz -  Witwe des Fotografen erkennt Bilder aus den 1920er-Jahren wieder. Doch wer ist der Mann auf einem der Fotos?

Ein Dokument der Stadtgeschichte: 1928, noch im Jahr der Betriebsaufnahme, wurde auf der Fähre Konstanz-Meersburg der 5000. transportierte Personenwagen gefeiert. Das Präsent bekam übrigens ein Freund des inzwischen ermittelten Fotografen Hans Schuhmacher.  Bild: Hans Schuhmacher

Ein Stück Verkehrsgeschichte am Bodensee: Im Konstanzer Hafen ist der Güterumschlag vom Schiff auf den Zug in vollem Gange. Die Szene wurde in den späten 20er Jahren aufgenommen.  Bild: hans Schuhmacher

Längst abgewrackt: Die „Mainau“, hier im Konstanzer Hafen. Unklar ist, warum vermutlich der Fotograf Hans Schuhmacher selbst das Bild im linken Bereich nachträglich retuschiert hat.  Bild: hans Schuhmacher

Ein weiteres Bild aus dem Nachlass von Hans Schuhmacher: Im Konstanzer Hafen liegen ein Passagier- und Frachtschiffe.  Bild: Hans Schuhmacher

Zu diesem Bild sind noch Fragen offen: Wer ist der Mann, den Hans Schuhmacher in den 1920er-Jahren fotografierte? Entstand das Bild auf dem Purren?  Bild: hans Schuhmacher

Und so sehen die Negative aus der Sammlung von Hans Schuhmacher aus: 10 mal 15 Zentimeter groß, auf Glasplatte und auch mit bloßem Auge gut zu erkennen. Der SÜDKURIER hat sie im digitalen Fotolabor zu Positiven entwickelt.  Bild: Hans Schuhmacher/Jörg-Peter Rau

Er hat den historischen Wert der Aufnahmen von Hans Schuhmacher entdeckt: Konstanzer Auktionator bringt die kleine Sammlung seltener Glasplatten-Negative am Samstag, 29. September, ab 14 Uhr in der Oberen Laube 46 unter den Hammer. Mindestgebot sind übrigens 80 Euro.  Bild: Jörg-Peter Rau

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Die Fotos, sagt Reinhilde Bühl-Schuhmacher schlicht, „die hat mein Mann gemacht.“ Viele Konstanzer hatten mit Auktionator Carlo Karrenbauer und dem SÜDKURIER über die Herkunft von sechs Glasplatten-Negativen gerätselt, nachdem die Zeitung am Montag über das Fundstück berichtet hatte. Bühl-Schuhmacher war sich schnell sicher: Die Bilder stammen von ihrem Ehemann, sie konnte sich auch noch genau an die mit den Bildern zur Versteigerung anstehende Porzellanbox erinnern, in der die Negative zum Abschluss des Entwicklungsvorgangs fixiert und damit lichtunempfindlich gemacht wurden.

Ein leidenschaftlicher Fotograf

Ihr Mann Hans Schuhmacher sei ein leidenschaftlicher Fotograf gewesen, erzählt die überaus rüstige Witwe. Schuhmacher, geboren 1903, war ein Mann der Bilder: Er stammte aus Überlingen, arbeitete in den 1930er-Jahren als Film- und Theaterkritiker in Berlin, im Krieg war er, wie seine Frau erzählt, eine Art Reporter. er kam nach Konstanz zurück und arbeitete bis 1968 auch beim SÜDKURIER. Da war er 65 Jahre alt und erlebte noch einen langen Ruhestand: 1985 starb Hans Schuhmacher, er wurde 82 Jahre alt.

Auch an die Entstehung des besonders interessanten Bildes, auf dem der 5000. Personenwagen an Bord der damals noch jungen Fähre zwischen Konstanz und Meersburg begrüßt wurde, erinnert sich Bühl-Schuhmacher aus den Erzählungen ihres Mannes. Der Fahrgast, der den auf dem Bild ebenfalls gut zu erkennenden Geschenkkorb erhielt, war demnach ein Freund von Hans Schuhmacher, „er hieß Otto Lackner und kam aus Wien.“ Noch Jahrzehnte lang habe man Kontakt gehabt, ergänzt Bühl-Schuhmacher.

Fotos entstanden oberhalb von Litzelstetten

Nicht mit Gewissheit aufklären kann die Witwe des Fotografen gegen über den mittelalten Mann, der auf einem anderen Negativ aus der Serie abgebildet ist. Leser, die sich an die Redaktion gewandt haben, ordnen den Ort der Aufnahme als den Purren oberhalb von Litzelstetten ein. Christoph Blomeier schrieb dazu an die Lokalredaktion: „Vermutlich steht der Unbekannte auf dem Purren oberhalb Litzelstetten und blickt Richtung Obersee/Säntis. Auf dem Purren standen früher die beiden markanten Fichten. An der Waldkante im Hintergrund befindet sich heute der öffentliche Grill - und Picknickplatz.“ Auch Manfred Ganninger glaubt, etwas über das Bild zu wissen: Es zeige Heinrich Sulger, den ehemaligen Wirt des „Wilden Mann“ in Meersburg.

Wie Auktionator Carlo Karrenbauer hofft auch Reinhilde Bühl-Schuhmacher, dass die historischen Negative einen Käufer findet, der sich für die Konstanzer Geschichte interessiert. Auch allem die Bilder vom Güterumschlag zwischen Schiff und Zug im damals noch wenig touristischen Hafen sind von lokalhistorischem Interesse. Die Auktion, in der das kleine Schatzkästchen aus Porzellan mit seinem nun weitgehend geklärten Inhalt neben vielen anderen Positionen unter den Hammer kommt, beginnt am Samstag., 29. September, um 14 Uhr in der Oberen Laube 46. Das Mindestgebot für die kleine Sammlung beträgt 80 Euro.

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