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Konstanz Konstanzer Discounter reagieren auf Engpässe nach Kaufland-Schließung

Mehr Ware, besserer Service: Große Lebensmittelketten haben auf den über 10.000-mal geklickten SÜDKURIER-Artikel reagiert und geloben Besserung in Sachen leere Regale. Und langsam wird deutlich, wie gut Kaufland im Seerhein-Center gelaufen sein muss.

Hohe Wellen schlug der SÜDKURIER-Artikel über den Kundenansturm auf Discounter nach der Schließung der Kaufland-Filiale im Seerhein-Center. Mitarbeiter gaben unumwunden zu, damit nicht gerechnet zu haben. Und so ergab sich am frühen Samstagabend folgendes Bild: leere Obst,- Gemüse- und Salatstände, kaum mehr Frischfleisch. Dafür ratlose Kunden, die mit leeren Händen den Heimweg antreten mussten. Einerseits beklagt die Internet-Gemeinde ein "Erste-Welt-Problem", wie es ein User ausdrückt. Andererseits wundern sich die Menschen zunehmend, wie sich die Discounter so auf dem falschen Fuß erwischen lassen konnten.

Eine Frage drängt sich unterdessen auf: Wie viele Menschen haben bisher im Kaufland im Seerhein-Center eingekauft, damit es nach der Schließung bei Mitbewerbern zu solchen Szenen kommen konnte? Eigentlich, so heißt es von Seiten der Pressestelle, werden Kundenzahlen nie preisgegeben. Hier jedoch macht Kaufland eine Ausnahme: "In unserer Filiale im Seerhein-Center kauften täglich einige tausend Kunden ein. Ein Teil kommt jetzt in unsere Filiale in der Carl-Benz-Straße, dort passen wir unsere Warenbestellungen der Nachfrage an." Tatsächlich war gestern ein höheres Kundenaufkommen als üblich zu beobachten. Derzeit wird die Filiale im Seerhein-Center zur Übergabe an den Eigentümer geräumt. Dann erst können Renovierung und Ausbau in Angriff genommen werden. Ab dem zweiten Quartal 2018 soll Kaufland dann zweistöckig sein.

Trotz der Probleme änderte sich seither nicht überall etwas. Nach wie vor herrscht am Nachmittag in so manchem Discounter gähnende Leere in den Ständen mit Frischwaren. In einer Aldi-Filiale waren am Dienstag Kunden zu beobachten, die angesichts leerer Kartons frustriert Kehrt machten. Die Pressestelle äußerte sich so dazu: "Kundenzufriedenheit ist eines unserer obersten Ziele. Dazu gehört, die Verfügbarkeit der Waren zu gewährleisten. Wenn es aufgrund unvorhergesehener Ereignisse zu einer erhöhten Nachfrage kommt, versuchen wir, umgehend darauf zu reagieren. Da unsere Filialen täglich mit frischem Obst und Gemüse beliefert werden, ist es uns möglich, Bestellungen kurzfristig anzupassen."

Netto hat uns diese Stellungnahme zugesandt: "Unser Märkte in der Sepp-Bieler Straße 1 sowie in der Fürstenbergstraße 91 haben ihre Bestellmenge entsprechend der zu erwartenden Kundennachfrage angepasst." Die Mitarbeiter selbst sind leicht irritiert ob dieser Stellungnahme. Hinter vorgehaltener Hand heißt es: "Bei uns hat sich die Lage entspannt. Wir haben zwar ein bisschen mehr bestellt, aber die Nachfrage hält sich in Grenzen." Penny ließ verlautbaren: "Wir werden die Kundenentwicklung genau beobachten und uns auf die neue Situation einstellen." Nichts Genaues weiß man nicht.

Eine Userin hatte auf der SÜDKURIER-Facebook-Seite Konstanzer Seegeflüster diese Gedanken: "Dann kommen endlich wieder regionale Anbieter zum Zuge. Man muss nicht zwingend auf andere Discounter ausweichen, wo es die gleichen ungesunden Produkte gibt. Alternativ wäre der Wochenmarkt in Petershausen. Die regionalen Bauern und Gärtner haben sich das Geld für ihre Arbeit wirklich verdient."

Der kleine Unterschied

Discount kommt aus dem Englischen und heißt Rabatt. Ergo zählen Penny, Aldi, Lidl oder Netto aufgrund günstigerer Preise zu den Discountern. Die günstigeren Preise werden durch ein beschränktes Warensortiment erzielt sowie in der Regel geringere Personalkosten und einfachere Präsentation der Waren – nicht selten kommt die Ware auf Paletten in den Verkaufsraum. Discounter setzen auf Masse statt Klasse. Große Ketten wie Edeka, Rewe oder Kaufland gehören zu den Supermärkten. Hier beherrschen eingeräumte Markenartikel auf Regalen das Sortiment. Es gibt jedoch auch Eigenmarken. (aks)

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