Die Wahl fiel knapp aus, das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Oldenburg verlor Konstanz ganz knapp. Lübeck hatte mit seiner Präsentation nicht überzeugen können, aber mit dem ehemaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm (SPD) den prominentesten Werber des Finales dabei. Oldenburg hatte sich als kleine Großstadt, die die Probleme der Zukunft angehen will, gezeigt: Klimawandel und demografischer Wandel waren zwei der Hauptthemen der souverän und sympathisch vorgetragenen Bewerbung. Konstanz setzt auf Emotionen Auch Konstanz hatte sich beim Finale des Wettbewerbs "Stadt der Wissenschaft 2009" gut präsentiert.
In einem rund 30-minütigen Vortrag setzten Oberbürgermeister Horst Frank, Unirektor Gerhart von Graevenitz und der Konstanzer Siemenschef Stefan Keh vor allem auf die Wirkung des gesprochenen Wortes. Die Doktorandin Annika Zuschlag moderierte das Podiumsgespräch charmant. Für die emotionalen Momente sorgte ein Film, der am Ende der Präsentation gezeigt wurde. Szenen der Konstanzer Vorbereitungen waren zu sehen, dazu die passende Musik. Die berührende Wirkung kam nicht zuletzt durch die Zeitlupenaufnahmen und Statements von Kindern, Renate Köcher vom Institut für Demoskopie in Allensbach und Josef Büchelmeier, dem Oberbürgermeister von Friedrichshafen. Bereits vor der öffentlichen Präsentation hatte sich die rund 50-köpfige Konstanzer Delegation im Jenaer Volksband präsentiert. Die Fahnenschwinger sorgten bereits ab 8:30 Uhr vor dem Ort der Entscheidung für Konstanzer Impressionen.
Oberbürgermeister Frank nervös
Vor der Präsentation zeigte sich Horst Frank, Konstanzer Oberbürgermeister nervös. "Ich bin gestern Nacht noch mal alles im Kopf durch gegangen", sagte er gegenüber dem SÜDKURIER. Das hatte knapp nicht gereicht, es kam nur der zweite Platz heraus. Der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft hat den Wettbewerb "Stadt der Wissenschaft" 2004 ins Leben gerufen. Laut Stifterverband soll der Wettstreit Städte dazu ermutigen, ihre Potenziale in Wissenschaft, Forschung und Technologie optimal aus zuschöpfen. Ein Jahr lang soll die Wissenschaft im Mittelpunkt des Interesses stehen. Der Verband erhofft sich dadurch auch stärkere Vernetzungen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Stadtverwaltung. Der Sieger bekommt eine finanzielle Förderung von bis zu 250000 Euro. Stadt der Wissenschaft waren bereits Bremen/Bremerhaven (2005), Dresden (2006), Braunschweig (2007) und Jena (2008).
