Mein

Konstanz Konstanz bekommt eine neue Synagoge

22.12.2011
Schlagwörter


Der Weg scheint frei für den Neubau einer Synagoge in Konstanz: Die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden hat jetzt das von der Stadt bereitgestellte Grundstück in der Sigismundstraße und hält an ihren Plänen fest. Ende 2013 könnte der erste Gottesdienst gefeiert werden.

Die Juden der Stadt bereiteten sich gerade auf den ersten Tag von Chanukka, dem Lichterfest, vor. „Heute ist ein Wunder geschehen“, heißt es dazu in der Liturgie, und wenn der Anschein nicht trügt, ist auch in einem über Jahre andauernden, von viel Streit und Verzögerung überschatteten Vorhaben ein kleines Wunder eingetreten. Am ersten Tag von Chanukka wurde im Notariat jener Vertrag unterzeichnet, der den Bau einer neuen Synagoge in der Sigismundstraße im Herzen der Konstanzer Altstadt möglich macht. Die Stadt hat das Areal mit und neben dem ehemaligen Gasthof „Anker“ an die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden übertragen, die nun endlich ein neues Gotteshaus bauen kann.

Entsprechend gut war die Stimmung bei Vertretern der beiden in Konstanz ansässigen jüdischen Gemeinden, beim Oberrats-Vorsitzenden Wolfgang Fuhl und bei Christoph Sigg vom städtischen Hochbau- und Liegenschaftsamt. Acht Jahre nachdem erstmals der Bau einer neuen Synagoge greifbar nahe schien, könnte es nun wieder so weit sein. „Wir sind froh und dankbar, dass in Konstanz Stadtverwaltung und Gemeinderat so viel Geduld hatten und unsere Vorhaben auch in schwierigen Zeiten unterstützt haben“, sagte Fuhl.

2,8 Millionen Euro soll der Bau kosten, in den nach dem Willen des Denkmalschutzes auch Teile des baufälligen „Anker“ einbezogen werden. 1,8 Millionen Euro bringt der Oberrat und damit die Religionsgemeinschaft Baden auf, die das Geld wiederum über den Staatsvertrag mit dem Land Baden-Württemberg und aus Kirchensteuermitteln erhält. 845 000 Euro muss die Konstanzer Gemeinde als Kredit beim Oberrat aufnehmen und aus Investitionsmitteln über die nächsten Jahre abstottern. 115 000 Euro übernimmt die Stadt, die überdies das Grundstück im Wert von 615 000 Euro kostenlos bereitstellt.

Errichtet werden soll nach den Plänen des Lörracher Büros Wilhelm Hovenbitzer ein Neubau mit einem großen Synagogenraum für 99 Personen, Nebenräumen sowie den beiden für die koschere Zubereitung von Speisen notwendigen Küchen. Gabriel Albilia von der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz kündigte an, dass das Haus auch ein Kulturzentrum und Treffpunkt für die ganze Öffentlichkeit der Stadt werden sollte. Für Diskussionen hatte bis zuletzt die Tatsache gesorgt, dass die Religionsgemeinschaft Baden eine traditionelle Einrichtung der Synagoge mit Frauenempore durchsetzte.

Auch für die Situation mit zwei unterschiedlichen Gemeinden in der Stadt könnte sich eine Lösung abzeichnen. Wolfgang Fuhl bestätigte, dass sich das Schiedsgericht des Zentralrats der Juden mit der von Karlsruhe beabsichtigten Fusion beschäftigt hat. Demnach sollen die beiden Gemeinden im ersten Quartal 2012 getrennt darüber abstimmen, ob sie eine Verschmelzung zu einer neuen Einheitsgemeinde befürworten. Sollte das nötige Quorum nicht zustande kommen, wäre auch die Nutzung der Synagoge durch zwei Gemeinden mit unterschiedlicher liturgischer Ausrichtung denkbar, so Fuhl weiter.

Der lange Weg zur neuen Synagoge

@lunana
befreit

Teil 2:

Hier geht es um eine Zuwendung an die jüdische Gemeinde, ...
@lunane
gestresst

Teil 1:

Möglicherweise haben Sie in Ihrem Denkvorgang die ...
entspannt
Ich kenne soviel ich weiß keinen Juden persönlich. Alles was ich über die heutigen Juden weiß, ...
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln