Konstanz Kommandant kritisiert seine Kameraden
Bild: Bild: Hanser
Gleichzeitig malte er bei der Hauptversammlung ein düsteres Bild von der personellen Zukunft und spekulierte auf Nachfrage über den künftigen Standort der Hauptwache.
Noch ist unklar, wo die Feuerwehr eine Zentrale erhalten soll. Der Standort an der Steinstraße sei nicht ausreichend, die Feuerwehrleute benötigten dort mehr Platz, heißt es in einem Gutachten. Vor allem um die Stellmöglichkeiten für Autos der freiwilligen Einsatzkräfte hatte es immer wieder große Diskussionen gegeben. Ein im Gutachten vorgeschlagener Bau an der Pestalozzistraße ist verworfen worden. Im Gespräch, sagte Quintus, sei zwischenzeitlich eine Fläche bei den Stadtwerken an der Oberlohnstraße. Dort könne die Infrastruktur gemeinsam genutzt werden und der Standort sei für die Kameraden gut erreichbar. Ein Umzug der Feuerwehr würde etwa 10 Millionen Euro kosten. Mit Blick auf weitere Zukunftsfragen zur Feuerwehr forderte der stellvertretende Kommandant, Peter Renker, Oberbürgermeister Horst Frank auf, die Beantwortung „zur Chefsache zu machen“.
Bei der Hauptversammlung klopfte Dieter Quintus seinen Kameradinnen und Kameradinnen kräftig auf die Schulter. Er lobte ihre Arbeit während des gesamten vergangenen Jahres. Immerhin hatten die Feuerwehrleute wieder viel zu tun. 1262 Einsätze stehen in der Jahresbilanz. 182 Mal musste der Löschtrupp zu Bränden ausrücken. Seit 2005 (168 Brände) steigt diese Zahl. Konstanz wachse und „je mehr Wohneinheiten es gibt, desto mehr Brände werden möglich“, sagte Quintus.
Als Kommandant hatte er nicht nur Lob übrig. Er rügte seine Mitstreiter auch kräftig. Sie hätten im vergangenen Jahr eine schlechte Disziplin bei der Ausbildung gezeigt. So würde aufgrund mangelnder Resonanz künftig nicht mehr eine vierteilige Samstagsfortbildung angeboten. Von Gruppenführern erwartet er, dass sie das Leistungsabzeichen ablegen. Die damit verbundenen Schulungen seien ein wichtiges Rüstzeug. Wer sich diesem versperre, dem drohe, nicht mehr als Gruppenführer eingesetzt zu werden. Und auch bei Beförderungen würden die Leistungsabzeichen berücksichtigt.
Sorgenvoll blickte Dieter Quintus auf den Personalstand. Der gesamte Löschzug zähle derzeit 292 Aktive. Gegenüber 2008 sei diese Zahl zwar um 21 Kameraden gestiegen. Doch stehen auf der Liste des Kommandanten für dieses Jahr mehr Abgänge als Zugänge. „Das ist eine bedenklich Entwicklung“, sagte Quintus. Auf die Statistik wirken sich auch die geänderten Studienwege negativ aus. Durch die Aufteilung in Bachelor- und Masterabschlüsse verkürzten sich die Aufenthalte vieler Studenten in Konstanz. Das zieht nach sich, dass sich aufgrund der Kürze einige Studierende erst gar nicht mehr in der Feuerwehr engagieren, oder es eine höhere Wechselfrequenz innerhalb der Mannschaft gibt. Eine Mangel gibt es auch bei den Spezialeinheiten. „Wir werden uns über den Gefahrgutzug unterhalten müssen“, sagte Quintus. 20 Mitglieder seien „unterstes Limit“.

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