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Konstanz Koko zieht sich vom Zeltfestival zurück

Neuer Schlag für das Konstanzer Zeltfestival: Der Konzertveranstalter Koko schließt nicht nur demnächst sein Konstanzer Büro. Offenbar wird das Unternehmen 2017 auch nicht mehr als Veranstalter des Zeltfestivals in Erscheinung treten.

Oßwald begründete die Entscheidung mit zu hohen Verlusten in der Vergangenheit. Diese könne man nicht auf Dauer ignorieren, zumal sie trotz "überzeugend hoher Zuschüsse der Stadt" und trotz des Engagements des SÜDKURIER als Hauptsponsor angefallen seien. Noch im Oktober sagte Oßwald im Gespräch mit dieser Zeitung, das Unternehmen werde "gut eingeführte Events" "selbstverständlich mit gleichem Herzblut weiterführen" – genannt hatte er damals auch das Zeltfestival. Zu diesem Zeitpunkt sei er tatsächlich davon ausgegangen, es sei eine gut laufende Veranstaltung. Zwischenzeitlich habe er die Zahlen von diesem Sommer genauer studiert – mit gegenteiligem Ergebnis. In der Region sollen das Meersburg Open Air und das Hohentwiel Festival erhalten bleiben, so Oßwald.

 
Dass nun der Eindruck entstehen kann, die Konstanzer Veranstaltungen stünden zur Disposition, kaum dass der Konstanzer Teil des Unternehmens nicht mehr im Boot ist, könne er zwar verstehen, sagt Oßwald – er widerspricht ihm aber deutlich: "Diese Entscheidung hat allein wirtschaftliche Gründe." Hätte man das Zelt an anderer Stelle mit den gleichen Zahlen gemacht, wäre die Entscheidung dieselbe gewesen, beteuert er. Und: Konstanz bleibe eine super Stadt und ein super Standort. Oßwald lässt indes auch durchblicken, dass er gegenüber dem Zeltfestival schon früher skeptischer war als seine beiden Mitgeschäftsführer, Dieter Bös und Armin Nissel, die kürzlich das Unternehmen verlassen haben. Dass man Veranstaltungen auf den Prüfstand stelle, sei in einer solchen Umbruchsituation normal, sagt Oßwald. Das bereits gebuchte Konzert von Dieter Thomas Kuhn soll nun im Bodenseeforum stattfinden, über den Auftritt von Helge Schneider werde bald eine Entscheidung fallen, erklärt Oßwald. Bei einer Absage würden verkaufte Eintrittskarten natürlich zurückerstattet.

Über eine Weiterführung des Zeltfestivals sei die Stadtverwaltung derzeit mit Dieter Bös im Gespräch, heißt es bei der städtischen Pressestelle. Er hätte laut den jüngsten Plänen auch als selbstständiger Programmmacher für das Festival tätig sein sollen. Bös selbst hält sich in einer ersten Stellungnahme allerdings bedeckt. Als Gründer und Erfinder des Konstanzer Zeltfestivals bedaure er die Absage von Koko natürlich. Und er hätte sich mehr Planungssicherheit gewünscht, auch im Interesse des Gemeinderats, der zuletzt einen Zuschuss von 100¦000 Euro zugesichert hat. Zur Frage, ob er Alleinveranstalter sein könnte, gibt Bös allerdings erst einmal keine Stellungnahme ab: "Es muss so sein, dass der Gemeinderat informiert ist und entscheidet", so Bös. Denn das Gremium habe den Zuschuss der Firma Koko zugesprochen. Seine Idee sei aber, das Festival langfristig in jüngere Hände zu legen und so zu sichern, so Bös – auch damit keine Begehrlichkeiten auf den Zuschuss aufkommen. Er bringt ins Spiel, dass die Organisatoren des Campus-Festivals auch beim Zeltfestival in Aktion treten könnten.

Auch für das Festival Rock am See kommen keine guten Nachrichten aus der Koko-Zentrale in Freiburg. 2017 werde es definitiv nicht stattfinden, sagt Marc Oßwald. Der Veranstaltungsort Bodensee Stadion sei aber nicht ein für allemal außen vor: "Ein paar bauliche Maßnahmen wären sehr hilfreich", so Oßwald. Entsprechende Gespräche mit der Stadt würden laufen, die Anforderungen des Unternehmens halte er für realistisch. Und: "Für 2018 ist das Stadion wieder eine attraktive Spielstätte."

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