Da staunen die Grünen Meeresschildkröten Clementine und Amadeus sowie Schwarzspitzenriffhaie und Rochen: Ein Baby stiehlt ihnen zurzeit die Show. Der absolute Star im Sea Life ist noch relativ klein und unscheinbar, doch Pinguinbaby Knöpfle zieht als Wonneproppen einfach die Besucher an. „Ja, der Kleine ist der absolute Star“, sagt Lisa-Maria Sauer, die Sprecherin des Groß-Aquariums.
Die Zucht von Wildtieren ist nicht ganz einfach. Daher waren die Biologen im Sea Life anfangs vorsichtig mit Prognosen bei den Eselspinguinen, die vor gut zwei Jahren im Aquarium auf Klein Venedig eingezogen sind. Tiere zeugen eben nicht auf Knopfdruck Nachwuchs. Beim Bau des Geheges wurden aber beste Bedingungen geschaffen, das Nest von Pinguinen ist mit Steinen ausgelegt. Als die Eltern Giesela und Snoopy schließlich turtelten, hofften alle auf den ersehnten Nachwuchs. Vor sieben Wochen schlüpfte das Küken schließlich aus dem Ei. Wie der kleine Pinguin künftig heißen wird, steht noch nicht fest: Sein Geschlecht kann erst später bestimmt werden. So trägt er eben den süßen Spitznamen Knöpfle.
Über Wochen wurde das Tier sorgsam umpflegt, damit es die kritische Anfangszeit übersteht. Die Sorgen seien allmählich ausgeräumt, berichtet das Team um Pfleger Dennis Kübler. „Es ist schon lustig mit anzuschauen, wie schnell das alles geht. Vor zwei Wochen hat die kleine Plüschkugel zum Wiegen noch in eine Schale gepasst und inzwischen muss schon ein Zehn-Liter-Eimer herhalten.“ Stolze drei Kilo bringt Knöpfle auf die Waage.
Der kleine Frackträger sei zu einem richtig aktiven Eisbummler geworden und wolle zusammen mit Onkel Bonaparte hoch hinaus: „Den höchsten Felsvorsprung in der Antarktis hat Knöpfle zu seinem Lieblingsplatz auserkoren, nicht nur weil es das Klettern so liebt, sondern auch weil es dort ungestört sein Nickerchen halten kann“, berichtet Sea Life. Das alles lassen sich die Besucher nicht entgehen, Kinder drücken sich die Nase platt, Erwachsene schauen begeistert zu. Die Pinguine sind nach ihrem Einzug ohnehin zu Lieblingen geworden. Sie erfreuen durch ihren Watschelgang. Außerdem ist es beeindruckend, wie sie pfeilschnell durchs Wasser schießen, mit einem eleganten Sprung an Land hüpfen – und auf den Füßen landen. Der kleine Pinguin toppt nun alles, er zieht viele Neugierige an, auch Stammgäste mit Jahreskarten kommen häufiger zum Gehege, berichtet Lisa-Maria Sauer. Haie, Schildkröten und Rochen, die bisherigen Stars, müssen das wohl akzeptieren.
