Konstanz Klinikfreunde machen Dampf
Sie stehen für das Klinikum ein und wollen diesem mit dem neuen Förderverein starker Partner sein (von links): Stephan Hettich, Rolf Stagat und Thomas Kiefer vom Vorstand. Bild: Zieger
„Es ist klar, dass das nur ein Anfang ist“, sagte Thomas Kiefer, stellvertretender Vorsitzender des Freundeskreises und Chefarzt der Thoraxchirurgie. Zu viel dürften sich die Aktiven zu Beginn jedoch nicht vornehmen, um sich voll und ganz auf die ersten Projekte konzentrieren zu können. Dazu zählt die Palliativmedizin. So sind die Gedanken bei diesem Thema schon weit gediehen, wie Bernd Reith erläuterte. Für jedes der ersten fünf Fördervereins-Projekte gibt es einen Verantwortlichen, in diesem Fall ist es der Chirurgie-Chefarzt am Klinikum. Im Haus „haben wir bereits Strukturen der Palliativmedizin“, sagte er. Es gelte jedoch, diese zu bündeln, um schwerstkranken Patienten ein würdevolles Lebensende zu ermöglichen. Geeignete Räume haben er und seine Mitstreiter bereits im Blick. Ab März will die Projektgruppe mit der Umsetzung ihrer Idee beginnen und diese bis 2012 beenden. Zentrale Frage für Reith bleibt: „Wie lässt sich das finanzieren?“ Das kann nicht Aufgabe des Fördervereins sein, auch nicht eine Bereitstellung von Personal. Diese Kompetenz liege beim Klinikum. Den Unterstützern gehe es generell um ein Anschieben und Motivieren für die Umsetzung von Projekten, sagte Thomas Kiefer. Seinem Chefarztkollegen Bernd Reith war eine Feststellung wichtig: Die Palliativabteilung „soll nicht die Arbeit des Hospiz' ersetzen“. Vielmehr gehe es um eine Betreuung von Patienten, deren Lebensende durch medizinische Hilfe erträglicher gemacht werde.
Bei den Worten Reiths konnte der Eindruck entstehen, der Förderverein sei ein Teil des Klinikums. So soll es nicht sein, betonten die Verantwortlichen bei der Hauptversammlung. Es soll eine klare Trennlinie gezogen werden; die Förderer verstehen sich als Partner des Krankenhauses, der Impulse geben will. So soll das Haus auch schöner werden, wie Jörg Eggart, Technischer Leiter, präsentierte. Der Verein wolle mitwirken bei der Gestaltung, unter anderem bei der Verlegung des Raucherbereichs vom Eingang weg, bei der Schaffung eines Warte- und Aufenthaltsbereichs für Patienten und Angehörige abseits der Cafeteria, bei einem neuen Konzept für Empfang und Information. Zudem sei ihm die Parkierungssituation ein Dorn im Auge. Immer wieder würden Einsatzfahrzeuge behindert, weil Besucher achtlos ihr Auto auf dem Gelände abstellten. Zudem habe er registrieren müssen, dass Blumen aus dem Klinikumspark gestohlen wurden und dieser außerdem von Hundehaltern gerne als Möglichkeit zum Gassigehen mit ihren Tieren gesehen werde. Folgen sind das unbewusste Verteilen der Fäkalien bis ins Krankenhaus hinein, wenn diese zum Beispiel am Schuh hängen bleiben.
Klinikumseelsorger Martin Egervari stellte seine Gedanken zur besseren Betreuung von Patienten nach deren Entlassung aus dem Klinikum vor. Immer mehr Menschen würden behandelt und blieben aufgrund wirtschaftlicher Vorgaben kürzer im Haus. Die Überleitung von der stationären in die poststationäre Phase soll auch aufgrund umfassender Information und im Zusammenspiel mit externen Einrichtungen leichter werden. Beim Thema Kommunikation will der Förderverein offensiv agieren und auf allen Kanälen für das Klinikum werben – und selbstredend für den Förderverein, um weitere Mitglieder zu gewinnen. Aktuell liegt die eingetragene Unterstützerzahl bei 89. Ziel ist in diesem Jahr die Marke 200. Als eine der Kommunikationsplattformen neben Flugblättern und persönlichen Gesprächen geht am 1. März der Internetauftritt des neuen Fördervereins an den Start. Dieser ist dann unter der Adresse www.freundeskreis-klinikum-konstanz.de zu finden.
