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Konstanz 

30.12.2008  .

Kleiner Sturm auf die Bastille

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Ein Stück Frankreich in Konstanz: Die Filous der DFV. Die Deutsch-Franzsösische Vereinigung muss allerdings mit der Zeit gehen und bietet ab Januar auch Sprachkurse in Italienisch und Spanisch an.
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Frankreich: Über Jahrhunderte schwieriger, dann geliebter, heute aber vergessener Nachbar? Die tiefgreifenden außenpolitischen und gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahre haben nun auch eine Konstanzer Institution erreicht, die vor dem Wandel weitgehend gefeit schien. Die Deutsch-Französische Vereinigung, gegründet in der Aussöhnungszeit unter dem Eindruck der Politik Adenauers und De Gaulles, hat eine kleine Revolution erlebt. Nach offenbar längeren internen Diskussionsprozessen öffnet sich die Vereinigung und bietet ab Januar auch Sprachkurse in Italienisch und Spanisch an.

Es klingt nach einer Kleinigkeit, wenn in den Vereinsräumen im Buhlenweg neben der Sprache Voltaires jetzt auch die von Cervantes oder Dante gelehrt wird. Doch für die DFV ist es, wie Vorsitzender Claus-Dieter Hirt, sagt, ein großer Schritt. Denn einerseits soll der deutsch-französische Charakter erhalten bleiben, anderseits muss sich die DFV neuen Realitäten anpassen. Weil die Menschen lieber nach Italien oder Spanien in Urlaub fahren, weil die dortigen Sprachen (zu Unrecht) als einfacher im Erlernen gelten, weil sich auch die Angebote der Schulen dramatisch wandeln, hat die DFV reagiert. Muttersprachler bieten ab sofort Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene in Italienisch und Spanisch an, Lehrkräfte sind in beiden Fällen, wie Hirt betont, Muttersprachler mit entsprechenden Diplomen.

Was bleibt also deutsch-französisch an der DFV? Hirt sagt, am Charakter der Organisation, die gleichberechtigt das „Cercle Franco-Allemand“ im Titel führt, solle sich nichts ändern. Das Veranstaltungsprogramm setzt weiterhin auf die Marke Frankreich. Bewusst habe man beim Kursangebot auf die romanischen „Schwestersprachen“ gesetzt und damit der Beliebigkeit eine Absage erteilt. Als Botschafter von Konstanz bleiben die Filous aktiv. Und um die Verbindung mit Frankreich auch in die Zukunft zu tragen, wurde gleichzeitig mit den Italienisch- und Spanischkursen auch ein Programm für die Jüngsten aufgelegt. Séverine Becker bietet einen Kinder-Kurs in Französisch an, der sich Hirt zufolge eines guten Zuspruchs erfreut. Auch hier, sagt der DFV-Präsident, habe man einen gesellschaftlichen Trend aufgenommen: Dass Kinder immer früher auch mit fremden Sprachen konfrontiert werden sollen.

Jörg-Peter Rau

Informationen: Das gesamte Kursangebot der DFV mit Hinweisen zu Terminen, Gebühren und Anmeldemodalitäten: www.dfv-konstanz.de

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