Konstanz – Die Entscheidung ist gefallen: Die Kindertagesstätte Dorothea von Flüe, getragen von der Katholischen Kirchengemeinde Bruder Klaus, soll nach dem einstimmigen Votum des Jugendhilfeausschusses einen Neubau in kompakter Form erhalten. Wenn der Gemeinderat zustimmt, bezahlt die Stadt einen Investitionskostenzuschuss von knapp zwei Millionen Euro. Damit hat das Gremium sich gegen die Möglichkeit entschieden, den Neubau in U-Form zu gestalten. Die Stadtverwaltung und der Jugendhilfeausschuss sind der Auffassung, dass die kompakte Form langfristig die finanziell günstigste und aus pädagogischer Sicht die verträglichste ist. Allerdings gilt das nur dann, wenn der Bau in einem Rutsch hochgezogen wird und nicht auf zwei Bauabschnitte verteilt wird.
Dieter Gräble, Geschäftsführer der Katholischen Gesamtkirchengemeinde in Konstanz, ist nach langen Debatten zufrieden mit dem Ergebnis. „Die U-Form hätte einen gewissen Reiz gehabt, aber der Block ist quadratisch, praktisch, gut und pädagogisch auch akzeptabel“, so Gräble. Wichtig war der Kirche und den Erzieherinnen, dass der Bau nicht auf zwei Etappen aufgeteilt wird. Dann hätte beim kompakten Gebäude das dritte Geschoss im laufenden Krippenbetrieb aufgesetzt werden müssen. Außerdem hätten die Krippengruppen am Ende der Bauphasen aus dem ersten in den zweiten Stock umziehen müssen. Wenn der Neubau auf einen Schlag erstellt wird, ist allerdings die Belastung für den Haushalt 2012 und 2013 sehr hoch. Dafür entlastet diese Variante den Haushalt 2016. Die U-Form wäre bei einstufigem Bau 401 000 Euro teurer als die kompakte Variante gewesen, bei zwei Bauphasen sogar 457 500 Euro teurer.
Ein neues Familienzentrum wird nicht erstellt. Dafür kann ein Sozialzentrum für das Quartier Petershausen-West im alten Kitagebäude eingerichtet werden, das zum Teil erhalten werden soll.
Mit dem Neubau entstehen an der Adalbert-Schnatterer-Straße auch 20 neue Krippenplätze. Sie sind Bestandteil der städtischen Bedarfsplanung. Bis Ende 2013 sollen in Konstanz für 40 Prozent aller unter Dreijährigen Betreuungsplätze von mindestens 21 Wochenstunden zur Verfügung stehen. Die Plätze werden dringend gebraucht: Im Oktober 2011 waren keine freien Krippenplätze gemeldet. Dafür stehen auf der Warteliste rund 600 Kleinkinder, die bis zum 1. März 2012 aufgenommen werden sollen. Regina-Graf Martin, Leiterin des Münsterkindergartens, sagte im Ausschuss: „Der Ausbau der Krippenplätze ist dringend nötig. Es vergeht in den Einrichtungen kein Tag, an dem Eltern nicht danach fragen.“
