Konstanz Kinder planschen und lernen
Stolz kommen die Vorschulkinder des Kindergartens St. Suso aus dem Nichtschwimmerbecken des Schwaketenbades. Sie haben Schwimmübungen gemacht und viel Spaß bei ihrem Tag im Schwimmbad gehabt. Bild: Fuchs
Mit lautem Gebrüll kommen die etwa 20 Kinder des St.-Suso-Kindergartens aus den Duschen gestürmt, schnappen sich Gummibretter und schmeißen sich mit Schwimmflügeln an den Ärmchen ins Nichtschwimmerbecken. "Es macht Spaß und wir haben sogar ein bisschen Schwimmen gelernt", sagt Kevin, eines der Vorschulkinder.
Es ist die erste Praxisstunde von "Ein Tag im Schwimmbad", einer Aktion des Schwaketenbades. Dem Betriebsleiter Roland Lohr war aufgefallen, dass immer mehr Kinder die Baderegeln nicht kennen oder von den Eltern unbeaufsichtigt im Schwimmbad unterwegs sind. "Wir haben uns gefragt, was wir dagegen tun können und haben beschlossen, uns die Vorschulkinder in dem Alter zu schnappen, wo sie normalerweise das Schwimmen erlernen", sagt Roland Lohr.
Man schrieb alle Kindergärten an, der Suso-Kindergarten reagierte als Erster. Zwei Mitarbeiterinnen des Bades wurden dorthin eingeladen und erklärten den Kindern spielerisch mit Karten die Verhaltensregeln im Schwimmbad. In Comic-artigen Zeichnungen wird dort zum Beispiel gezeigt, dass man mit vollem Bauch nicht schwimmen soll und wie man sich am Drehkreuz im Eingang verhält. Diese Karten haben die Kinder ausgemalt und vor Betreten des Schwimmbeckens am Eingang noch einmal wiederholt.
"Ein zweiter Kindergarten hat schon Interesse signalisiert, aber wir gehen davon aus, dass sich noch mehr Kindergärten für diese Aktion interessieren", sagt Betriebsleiter Lohr. Gerade wenn die Kinder die Phase der Schwimmflügel verließen, müsse man sie mit den Regeln des Bades vertraut machen. Viele Eltern kämen zudem ihrer Aufsichtspflicht nicht mehr genügend nach: "Ich bringe mein Kind hierher, der Bademeister wird schon aufpassen" sei das Motto vieler Eltern, sagt Lohr. Da man an die Kinder leichter herankommt als an die Erziehungsberechtigten, wollen die Verantwortlichen des Schwaketenbades die Verhaltensregeln den Kindern möglichst früh beibringen.
Nachdem die Kinder im Schwimmbad die Karten noch einmal wiederholt und, wie gerade gelernt, nach Geschlechtern getrennt geduscht haben, dürfen sie erst einmal planschen. "Mit Schwimmflügeln können schon fast alle schwimmen, ohne erst wenige Kinder", sagt Yvonne Fluck, eine junge Erzieherin des St.-Suso-Kindergartens, die auch im Becken steht und den Kindern Bälle zuwirft. Viele Eltern seien berufstätig, deshalb halte sie es für sinnvoll, dass der Kindergarten die Kinder spielerisch an das Schwimmen heranführt. Ein Blick in die lachenden Gesichter der Vorschüler zeigt: Auch der Spaß kommt bei diesem "Praxiskurs" nicht zu kurz.
