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Konstanz Kernzeitbetreuung in Allmannsdorf: Grundschüler brauchen mehr Platz

Uli Burchardt hat seine Bürgergespräche begonnen. Gleich zu Beginn hat er sich in Allmannsdorf sehen lassen, und dort gab es laut Klagen vor allem wegen des Raummangels bei der Kernzeitbetreuung.

Uli Burchardt hat sich schlau gemacht. Mit einem gut gefüllten Ordner voller Antworten seines Fachpersonals betritt er die Mehrzweckhalle in Allmannsdorf. Antworten auf Fragen, die Bürger vor dem Auftakt zu den Bürgergesprächen im Internet loswerden konnten. So weiß das Stadtoberhaupt Bescheid, wenn es um Parkplätze, Verkehrsschilder und Bauprojekte in Allmannsdorf, Staad und Egg geht. Doch zunächst platziert Burchardt Themen, die aus seiner Sicht für die ganze Stadt wichtig sind: Wohnen, Verkehr, Wirtschaft. Die rund 60 Zuhörer freuen sich, dass der Ritt durch die Handlungsprogramme nur rund eine Viertelstunde dauert. Denn sie wollen wissen: Was passiert direkt vor ihrer Haustür?

Das weiß Daniela Sum-Blaser nur zu genau: Gar nichts, wenn man einen Blick auf die Kernzeitbetreuung an der Allmannsdorfer Grundschule richtet. "Seit fünf Jahren sind wir massiv am Thema Platznot dran, haben uns mehrfach an den Oberbürgermeister und Amtsleiter gewandt", sagt die Vorsitzende des Vereins, der die Kernzeitbetreuung organisiert. Geholfen hat es nichts. Und so schildert Sum-Blaser erneut die Verhältnisse: "Wir kümmern uns um 140 Kinder. Das ist über die Hälfte aller Schüler in Allmannsdorf. Dafür haben wir nur einen Raum. Jedes Huhn hat mehr Platz." Die Betreuer nutzen Schulflure und die Sporthalle, wenn sie nicht vom Turnverein benötigt wird. In zwei Kellerräumen lagern Museumsexponate. "Alte Knochen haben Vorrang vor Kindern", empört sich die Vorsitzende unter lautem Applaus. Uli Burchardt findet die Situation "nicht zufriedenstellend".

Oberbürgermeister Uli Burchardt ging beim Auftakt zu seinen Bürgergesprächen in Allmannsdorf unter anderem auf die Themen Kernzeitbetreuung und Ortsentwicklung ein. Bis 20. Mai folgen sechs weitere Ortsteilgespräche. Bild: Kirsten Schlüter
Oberbürgermeister Uli Burchardt ging beim Auftakt zu seinen Bürgergesprächen in Allmannsdorf unter anderem auf die Themen Kernzeitbetreuung und Ortsentwicklung ein. Bis 20. Mai folgen sechs weitere Ortsteilgespräche. Bild: Kirsten Schlüter

Doch laut seiner Verwaltung eignen sich die Kellerräume nicht für die Betreuung. "Wir haben aber Mehrzweckräume und einen Fluchtweg für 2019 vorgesehen." Das befriedigt Daniela Sum-Blaser nicht: "Wenn sich nicht bald etwas tut, besuchen wir Sie mit allen Kindern und einigen Eltern."

Genauso emotional geht es bei den vielen Beiträgen zur Ortsentwicklung zu. Während vor allem ältere Bürger am liebsten eine Glocke über ihr Dorf stülpen wollen, sehen andere wie Sven Martin durchaus die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung. Der Vorsitzende der Bürgervereinigung Allmannsdorf-Staad drängt aber auf eine maßvolle Bebauung, die den Orts-Charakter erhält. "Ich hoffe auf Rahmenpläne, damit die Stadt die Entwicklung steuert und nicht die Investoren", sagt er mit Blick auf mehrere umstrittene Bauprojekte. Burchardt wendet ein, dass es gar nicht den einen Charakter in Allmannsdorf gebe – was genau soll also erhalten werden? Investoren seien außerdem oft sehr nützlich: Die Stadt kann nicht alles allein bauen. "Wir diskutieren ständig darüber, wie Verträglichkeit definiert wird, und werden nie einer Meinung sein. Insgesamt wurde Konstanz in den vergangenen Jahrzehnten aber klug entwickelt", so Burchardt.

Auch der Verkehr brennt den Allmannsdorfern unter den Nägeln. Ein Anwohner befürchtet noch mehr Chaos, wenn an der Jungerhalde bald ein Pflegeheim ohne Tiefgarage für die Mitarbeiter gebaut wird. Laut dem Oberbürgermeister ist daran nicht mehr zu rütteln: "Die Garage wäre viel zu teuer; das Heim ist ohnehin nicht wirtschaftlich." Burchardt hat aber noch eine gute Nachricht: Ganztägig Tempo 30 zwischen Gartencenter und Edeka könnte umgesetzt werden. Der Lärmaktionsplan wandert bald durch die städtischen Gremien. Und dann sichert Burchardt noch einem Bürger zu, dass Fachleute sich um den Uferweg zwischen Hoerlepark und Hörnle kümmern. Hier fahren viele Radfahrer, obwohl blaue Schilder (Mutter mit Kind) auf den Fußgängerweg hinweisen. Der Bürger hätte lieber die Radfahren-verboten-Schilder. Da viele Menschen sich aber ohnehin an kein Schild halten, schlägt Burchardt den Bau von Sperren vor.

Wie Egg sich entwickelt

Es ist nicht nur um Allmannsdorf gegangen: Wortmeldungen von Egger Bürgern verdeutlichten an dem Abend, dass die 700 Anwohner sich vernachlässigt fühlen. Sie möchten wissen, wie sich ihr Ortsteil weiterentwickelt. Laut OB Uli Burchardt sind dort 70 neue Wohneinheiten vorgesehen, die Bürger werden am Verfahren beteiligt. Auf der Gemeinbedarfsfläche sei auch soziale und gewerbliche Nutzung möglich. In die neue Anschlussunterkunft ziehen sehr bald 44 Personen ein. Das nächste Bürgergespräch ist am Donnerstag, 11. Mai, 18 Uhr, im Gemeindehaus Dingelsdorf, Zur Mühle 11.

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