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Konstanz Keine Sexpartys mehr auf den Schiffen der BSB

Jetzt ist es amtlich: Künftig wird es kein Swingerschiff mehr auf dem Bodensee geben. Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt hatte sich als Vorsitzender des BSB-Beirats für die neuen Richtlinien zur Vermietung der Schiffe eingesetzt.

Diese Nachricht dürfte nicht nur die Konstanzer und Friedrichshafener CDU erfreuen: Künftig werden die Schiffe der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) nicht mehr zu Sex-Fahrten aufbrechen. Das Unternehmen hat sich neue Richtlinien zur Vermietung seiner Flotte gegeben. Dieses Thema hatte im Frühjahr einen Aufschrei von zahlreichen Swingerschiff-Freunden provoziert.

Das bedeutet: Der Stein des Anstoßes, das Swingerschiff, darf am 30. August noch einmal in Friedrichshafen ablegen. Danach ist Schluss, und zurück bleibt eine große Schar von enttäuschten Partygängern. Für sie war die Seereise, organisiert von Dreamteam-Erotik-Events in Friedberg, ein Muss im Terminkalender. Veranstalter Thomas Weiss hat seit 2011 ein Schiff der BSB, das MS Schwaben, angemietet. Sex, auch mit Partnertausch, war geduldet, und die Möglichkeit hierzu bei den Teilnehmenden bekannt. Und es hat Konstanz in diesem Frühjahr nach einem SÜDKURIER-Bericht zu bundesweiter medialer Aufmerksamkeit verholfen.

Erst hatte sich Friedrichshafens CDU empört. Stadträtin Magda Krom sah durch Sex auf BSB-Schiffen den guten Anstand bedroht. Ihr Parteikollege aus Konstanz, CDU-Fraktionsvorsitzender Roger Tscheulin, verfasste einen Protestbrief an Oberbürgermeister Uli Burchardt. Um seine Meinung gefragt, antwortete dieser dem SÜDKURIER: Er habe nichts gegen Partys gleich welcher Gesinnung und Orientierung. Er dulde aber keine kommerziellen Sex-Veranstaltungen auf Schiffen der städtischen BSB, ein touristisches Unternehmen. Das schade dem Image. Folge seiner Haltung waren wütende Worte der Swingerschiff-Fans. Sie warfen ihm Prüderie und sexuelle Intoleranz vor.

Veranstalter nehmen Nutzungskonzept künftig unter die Lupe

Burchardt ist zugleich Vorsitzender des BSB-Beirats. Er hatte die Geschäftsleitung des Schiffsunternehmens um neue Richtlinien gebeten, an wen und zu welchem Zweck künftig Schiffe vermietet werden. Das Papier war nun ausgearbeitet und die BSB haben es dem Beirat vorgelegt. Zu entscheiden hatte er nichts, es ging lediglich um Kenntnisnahme. Die Mehrheit der Mitglieder soll SÜDKURIER-Informationen zufolge die neuen Vorgaben begrüßt haben. Der Inhalt indes war für viele Beobachter wenig überraschend, dass künftig keine Sex-Veranstaltungen mehr auf BSB-Eigentum erlaubt werden. Das vor einer Anmietung vom Veranstalter vorzulegende Nutzungskonzept wollen die Schiffsbetriebe fortan ganz genau unter die Lupe nehmen.

Swingerschiff-Veranstalter Thomas Weiss war auf die neuen Richtlinien gefasst. „Wir müssen jetzt prüfen, inwieweit die Vorstellungen der BSB mit unserem Konzept vereinbar sind. Soviel ist sicher: Das Swingerschiff in seiner jetzigen Form, wird es nicht mehr geben.“ Er könne sich aber vorstellen, künftig reine Tanzveranstaltungen, konform zu den neuen Chartervorgaben, auf BSB-Schiffen anzubieten.

Zukunft des Sadomaso-Schiffs ungewiss

Ob das Sadomaso-Schiff eines anderen Veranstalters weiterhin fahren darf, ist unklar. SÜDKURIER-Informationen zufolge soll es auch während dieser Fahrten zu Sex kommen. Warum die Vermietungen hierfür und an Thomas Weiss bislang möglich waren, dazu erklären die BSB: „Bisher gab es keine Probleme mit den benannten Schiffen, die Bevölkerung hat daran keinen Anstoß genommen.“

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