Selbst die "Kammer des Schreckens" könnte mit ein wenig heller Farbe ein freundlicheres Gesicht bekommen. 26 Schülerinnen der Realschule Zoffingen haben ihre Schule auf Zwischenräume erkundet und Verschönerungspläne entworfen. Über acht Doppelstunden zog sich das Projekt. Unterstützt wurde es von den Architekten Gisela Romero und Norbert Müller. Sie leiteten die Schüler an, Raumstrukturen wahrzunehmen und auf Mängel zu analysieren. Die Ergebnisse sind noch bis Ende des Monats auf Plakaten im Weißen Saal des früheren Schulamts (Konzilstraße9) zu sehen. Geöffnet ist die Ausstellung unter der Woche von 8 bis 17 Uhr.
Es ging darum, für die Qualität von Räumen zu sensibilisieren, sagt Architekt Norbert Müller. Die Schüler lernten in einem ersten Schritt zwischen privaten und öffentlichen Raum zu unterscheiden. Vom Münster aus verschafften sie sich einen Blick über die Stadt. Bei der Erkundungstour durch die Schule entdeckten die Schüler etliche "Zwischenräume", die sich mit einfachen Mitteln schöner gestalten ließen. Da ist zum Beispiel ein für die Schülerschaft verschlossener Nebeneingang, den bisher nur Lehrer nutzen. Unter dem Titel "Entrée à Liberté" zeigt eine Schülergruppe auf ihrem Plakat, wie der Zugang für alle attraktiv werden könnte. Auch der "Ruhepol" für Schüler, ein Stück Gang mit Heizung, könnte nach Ansicht der Schüler leicht aufgewertet werden, etwa mit Wandbildern und Sitzgelegenheiten. Die Schülerinnen haben auch für den Schulhof Umgestaltungspläne entworfen. Nicht allen werden sie gefallen. Sie sehen vor, die Parkplätze für Lehrer abzuschaffen.
Seit dem Projektunterricht betrachten die Schülerinnen auch die Stadt mit kritischeren Augen, stellt Kunstpädagogin Kerstin Fischer fest. Von der Innengestaltung des Lago-Centers seien beispielsweise viele nun gar nicht mehr so begeistert. Claudia Rindt