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Konstanz Kaufvertrag für Centrotherm-Gebäude ist unterschrieben

Die Stadt Konstanz und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee haben am Montag den Kaufvertrag für das Centrotherm-Gebäude unterschrieben. Jetzt kann die Planung für das Veranstaltungshaus und die IHK-Zentrale beginnen.

Das Geschäft ist in trockenen Tüchern: Mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag am Montag steht fest, dass Konstanz im leer stehenden Centrotherm-Gebäude ein Veranstaltungshaus und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee eine neue Zentrale erhält.

Kaufvertrag für Centrotherm-Gebäude unterschrieben

Für Konstanz könnte nach Jahrzehnten der Diskussion ein Jahrhundertprojekt Realität werden. Am Montag haben die Stadt Konstanz und die IHK sowie das Blaubeurer Solarunternehmen Centrotherm den Kauf des Gebäudes der Firma am Seerhein besiegelt. Nicht nur das: Die Stadt Konstanz hat auch das westlich angrenzende Gelände von Centrotherm für 1,3 Millionen Euro zurückgekauft. Auf der Fläche, so stellt es sich Oberbürgermeister Uli Burchardt vor, könnte ein Konzerthaus entstehen. Ob die Bürger das wollen, danach will er sie fragen. Zu gegebener Zeit. Jetzt gelte es erst einmal, das soeben gekaufte Gebäude mit Leben zu füllen, sagte Burchardt bei einem Pressetermin: „Wir können in die nächste Phase gehen.“

Veranstaltungshaus soll im März 2016 eröffnen

Mit Leben füllen bedeutet: Die Stadt Konstanz wird darüber nachdenken, wie sie die rund 1750 Quadratmeter große Halle aufteilt und Veranstaltungssäle einbaut. Der Zeitplan ist straff. Anfang 2015 will die Verwaltung den Gemeinderat um einen Projektbeschluss bitten, damit sie anschließend mit den Um- und Ausbauten beginnen kann. Im März 2016 sollen das Konstanzer Veranstaltungshaus und die noch zu gründende Gesellschaft den Betrieb aufnehmen und ein halbes Jahr später im Vollbetrieb am Markt um Tagungen, Kongresse und Aufführungen werben.

Bereits im Herbst 2015 will die Industrie- und Handelskammer ihre Zentrale von der Schützenstraße in die zwei obersten Stockwerke des Centrotherm-Gebäudes verlagern. Sie kann sich mit 50 bis 60 Mitarbeitern auf zwei mal 1450 Quadratmeter ausbreiten. „Das wird eine Erfolgsgeschichte“, sagte IHK-Präsident Kurt Grieshaber zum gemeinsamen Projekt von Stadt und Kammer.

Der Werdegang und die Kosten
  • Die Geschichte: Schon vor 100 Jahren hat Konstanz über den Bau eines Veranstaltungshauses diskutiert. Die Stadt stand schon einmal kurz bevor: Im Jahr 2010 hatte sich der Gemeinderat für den Bau eines Konzert- und Kongresshauses auf Klein Venedig ausgesprochen. CDU, Freie Wähler und FDP waren geschlossen dafür. Der Rat entschied jedoch, die Bürger zu befragen. Die Konstanzer waren mehrheitlich gegen den Standort Klein Venedig. Ende März 2014 brachte OB Uli Burchardt mit dem möglichen Kauf des Centrotherm-Gebäudes eine neue Idee auf und der Gemeinderat befürwortete diese.
  • Die Partner: Die Stadt Konstanz und die Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee haben das Centrotherm-Gebäude gemeinsam gekauft. Die unteren zwei Stockwerke übernimmt die Stadt Konstanz. Sie will Veranstaltungssäle mit bis zu 1400 Sitzplätzen schaffen. In den zwei oberen Etagen möchte die IHK eine neue Zentrale errichten, weil sie am bisherigen Standort an der Konstanzer Schützenstraße große Platzprobleme hat.
  • Die Kosten: 14,2 Millionen Euro hat der Kauf gekostet, 10 Millionen Euro bezahlt die IHK, weil sie flächenmäßig den größeren Anteil übernimmt. Beide Vertragspartner wollen insgesamt 27 Millionen Euro, mit Umbauten und Technik, investieren.

Spannend bleibt die Frage, was mit dem Standort an der Schützenstraße geschieht. Hierfür gebe es noch keine Pläne, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Claudius Marx. Einen Verkauf von Gebäuden und Grund zum Bau von Wohnraum schließt er nicht aus.

Die Schlüsselübergabe am Montag führte dem Vorstandsmitglied Florian von Gropper die wirtschaftliche Talfahrt seines Unternehmens Centrotherm erneut vor Augen: „Wir hatten große Hoffnung und Erwartung in das Gebäude gesetzt.“ Die Technik- und Vertriebszentrale des Solaranlagenbauers ging nie richtig in Betrieb, die Insolvenz kam dazwischen. Durch den Verkauf zum Preis von 14,2 Millionen Euro an Stadt und IHK sei „nur ein Bruchteil“ der einstigen Investitionssumme reingekommen, sagte Florian von Gropper.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Ein Meilenstein".

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