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Konstanz Karate war sein Leben: Große Trauer um Konstanzer Karatelegende Hanskarl Rotzinger

Ein großer Karateka und ein großer Mensch: Der 76-jährige Hankarl Rotzinger starb vergangene Woche überraschend. An diesem Freitag wird er zu Grabe getragen.

Hanskarl Rotzinger zu kennen, hieß Hanskarl Rotzinger zu mögen. Er war mehr als nur ein Karate-Meister. Er war ein besonderer Mensch mit Idealen und Werten, die er lebte und lehrte. Für Hanskarl Rotzinger war jeder Mensch primär ein Mensch, den es zu respektieren gilt mit allen Vor- und Nachteilen. Hanskarl Rotzinger starb am 15. März überraschend, er hinterlässt seine Frau Tina. "Wir sind unendlich traurig", sagt Markus Rues, Leiter des Karate-Fitnes-Dojo Konstanz, das Rotzinger 1975 gegründet hatte.

"Er hat mich 42 Jahre lang begleitet. Es gab nichts, was wir nicht vom anderen wussten", erzählt der 51-Jährige, der bei diesen Worten mit den Tränen kämpft – und verliert. Die beiden verband mehr als nur eine Freundschaft. "Hanskarl war so etwas wie mein Ziehvater, eine herausragende Persönlichkeit", so Markus Rues. "Unser Dojo-Motto Harmonie und Friede war auch sein Motto und er hat es uns allen jeden Tag vorgelebt." Zwei Tage nach seinem Tod wäre er 77 Jahre alt geworden.

Hunderte von Konstanzer Kindern und Jugendlichen wurden von Hanskarl Rotzinger in die Philosophie des Karate eingeführt. Als Sensei, also als Lehrer genießt er bei seinen Absolventen höchsten Respekt. "Er organisierte mit den Kindern sehr gerne einfache, aber abenteuerliche Ausflüge wie Paddeltouren oder Wanderungen", berichtet Markus Rues. Diese einfachen Dinge zeichneten ihn aus.

Pionier im deutschen Karate-Sport

Wer einmal mit ihm trainierte, spricht mit Hochachtung und Anerkennung über seine Fähigkeiten, die weit über das Sportliche hinaus gingen. "Karate war sein Leben", so Markus Rues. "Und wer mit ihm Karate ausübte, hat gespürt, dass er diesen Sport lebte." Er war Träger des sechsten Dan, eine der höchsten Auszeichnungen der Kampfsportart.

Hanskarl Rotzinger war einer der deutschen Karatepioniere. 1958 begann er mit der Sportart, von 1969 bis 1975 war er Mitglied der Nationalmannschaft und wurde mehrmals Deutscher Meister. Als Trainer hat er mit seinen Schützlingen über 550 Medaillen bei Landes-, Deutschen-, Europa- und Weltmeisterschaften gewonnen. Die Stadt Konstanz verlieh ihm 2002 den Sport-Ehrenbrief, 2006 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine Verdienste im Karate Sport.

Auf der ganzen Welt hat die Nachricht Trauer ausgelöst. Zur Beerdigung am Freitag, 11.45 Uhr auf dem Hauptfriedhof werden Weggefährten aus Australien, Südafrika und halb Europa erwartet. "Mein Telefon steht nicht mehr still", berichtet Markus Rues, der bei aller Trauer auch Stolz offenbart, ein großer Teil im Leben des Hanskarl Rotzinger gewesen zu sein. "Er hat mir gesagt: Wenn ich sterbe, möchte ich, dass zu meiner Beerdigung alle Karateka im Karatanzug kommen", sagt Markus Rues. "Diesen Wunsch werden wir ihm erfüllen." Damit möchte er seinem großen Freund eine letzte Ehre erweisen.

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