Bäume weg für die neue B 33: An der Abzweigung zur Reichenau kreischen die Kettensägen.
Es wird ernst mit einem der größten Eingriffe in die Landschaft rund um die künftige Bundesstraße 33. Die Neubauleitung Singen, eine Dienststelle des Freiburger Regierungspräsidiums, hat an der Kindlebildkreuzung mit Abholzungsarbeiten begonnen. Da diese wegen des Vogelschutzes nur bis Ende Februar erlaubt sind, mussten schon jetzt zahlreiche Bäume einer Straße weichen, die erst 2013 gebaut wird. Doch die Vorbereitung des Baugrundes, erklärten Mitarbeiter der Neubauleitung am Montag, müsse demnächst in Angriff genommen werden. Die Folge ist, dass an der Stelle der künftigen Straße von und zur Reichenau der Wald gefällt wurde.
Wer auf die Insel will, fährt künftig nicht östlich, sondern westlich der kleinen Kindlebild-Kapelle vorbei. Bis es so weit ist, müssen aber tief im Untergrund Kanäle verlegt werden – ihr jetziger Verlauf kommt laut Winfried Höppner von der Neubauleitung genau der geplanten Brücke in die Quere. Wie der schlechte Baugrund so verändert wird, dass er schwere Straßen tragen kann, sei noch nicht entschieden. Die eigentlichen Arbeiten sollten im Sommer beginnen und das Jahr 2012 andauern.
Die neue Kreuzung selbst, die mit Auf- und Abfahrrampen eher an ein Autobahnkreuz erinnern wird, soll ab 2013 errichtet werden. Schon jetzt laufen dagegen die Arbeiten an der neuen Gemeindeverbindungsstraße, die den Insel-Teil der Gemeinde Reichenau mit der Waldsiedlung verbinden soll. Sie wird laut Höppner benötigt, um einige Umleitungen während der Kreuzungs-Bauphase möglich zu machen. Vor allem im Jahr 2013 könnten auf die Autofahrer mit Start oder Ziel Reichenau einige Einschränkungen zukommen. Der Verkehr auf der B 33 selbst soll dagegen über die Baustelle geführt werden.
Bis wann der gesamte bisher finanzierte, 24 Millionen Euro teure Abschnitt einschließlich Brücke über die Bahn fertig gestellt ist, kann die Neubauleitung Singen derzeit nicht sagen. Bahn-Brücken gelten wegen der hohen Sicherheitsanforderungen als besonders schwierig in der Planung. Ein Baubeginn ist daher nicht vor Mitte oder Ende 2013 zu erwarten.
Schneller geht es mit dem Ausbau zwischen Einmündung der künftigen Westtangente und der Kindlebildkreuzung. Während die Autos inzwischen die beiden neuen Fahrspuren benutzen, gehe es mit dem Ausbau auf der Südseite voran, sagte Heinz Jenne, Bauleiter für diesen Abschnitt. Trotz der Verzögerungen durch den strengen Frost könne ab September von der Kindlebildkreuzung bis zur Schweizer Grenze vierspurig gefahren werden. Auch die Arbeiten am zweiten Teil der Grünbrücke – sie allein kostet 2,6 Millionen Euro – kämen voran, sagte Jenne.