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Konstanz Kahlschlag-Debatte mit lautstarken Störern

25.09.2009
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Eine anregende Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten haben knapp 100 Besucher der „Nach dem Wahlschlag kommt der Kahlschlag?“ im Kulturzentrum am Münster erlebt. Eingeladen hatten die Globalisierungskritiker von Attac, der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland BUND, die evangelische Studentengemeinde und die Gewerkschaft Verdi.

Konstanz – Der Einladung waren die Konstanzer Kandidaten für die Bundestagswahl fast alle gefolgt. Nur Birgit Homburger (FDP) ließ sich so kurz vor dem Wahltag entschuldigen. Eine rege Diskussion blieb jedoch aus. Moderator Hendrik Auhagen gab den Kandidaten zwar Themen und Fragestellungen vor. Aber alle vier drückten sich meist vor klaren Ansagen. Es schien, als formulierte jeder nur noch einmal die bekannten Inhalte der Wahlprogramme. Dass die Liberalen nicht einmal einen Vertreter für Birgit Homburger geschickt hatten, kritisierte Auhagen überraschend deutlich.

Impulse gaben auch Karl Ulrich Schaible vom BUND Konstanz und Margrit Zepf von Verdi: Der BUND forderte finanzielle Mittel zur Förderung der regionalen Verkehrmittel. Verdi wies auf die desolate Lage vor allem im Bereich der Pflege hin.

Die Besucher im gut gefüllten Wolkensteinsaal sahen die Äußerungen der Kandidaten eher negativ. Ablehnendes Gemurmel wechselte mit freundlichem Applaus. Vereinzelt kam es zu Störungen aus dem Publikum. Als Kandidaten direkt verbal angegriffen wurden, musste Moderator Auhagen einschreiten. Namentlich sprach er Jürgen Geiger von der Konstanzer Linkspartei an, der er aufgrund dessen die Regierungsfähigkeit absprach.

In der Diskussion selbst wurden zumeist die bereits bekannten und auch in der SÜDKURIER-Podiumsdiskussion in der vergangenen Woche vorgetragenen Standpunkte wiederholt. Erneut stellte sich Till Seiler (Grüne) gegen die Linie seiner eigenen Partei und forderte einen sofortigen Abzug aus Afghanistan, Peter Friedrich (SPD) und Andreas Jung (CDU) verteidigten dagegen den Bundeswehr-Einsatz. Wie schon in der Woche zuvor, hatte Franziska Stier (Linkspartei) mit Abstand den geringsten Redeanteil.

Dass wenige Tage vor der Bundestagswahl das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und mancher Einschnitt noch in den Partei-Schubladen ruht, diesen Verdacht nahmen viele Besucher des Abends mit nach Haus. Nicht ohne Grund kündigte Hendrik Auhagen an, man müsse sich wohl in gleicher Runde in einigen Monaten nochmals zusammensetzen.

Großes Online-Dossier zur Wahl mit Wahl-O-Mat für Unentschiedene:

www.suedkurier.de/bundestagswahl

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