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Konstanz Jetzt sind die Bürger gefragt

01.10.2009
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Viele Bürger wissen wenig über die Möglichkeiten des Nahverkehrs oder über die Radwege in Konstanz. Das soll anders werden: Stadtverwaltung und Stadtwerke starten eine große Werbeaktion für den Umweltverbund. Los geht es im Quartier Schwaketen/Urisberg.

Konstanz – Die Klagen über verstopfte Straßen und Abgase sind groß. Die Stadt hat aus der Verkehrsstudie der Firma Socialdata Lehren gezogen. „Die Ergebnisse zeigen, dass Potenziale für den Umweltverbund da sind“, sagte Bürgermeister Kurt Werner. Ein Konstanzer fährt laut Untersuchung 170 Mal mit dem Auto in die Stadt, in 102 Fällen stünde eine Alternative bereit. Bisher werden 59 Prozent der Wege mit Bus, Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt, Ziel seien 75 Prozent. Werner ist optimistisch, denn die Untersuchung habe gezeigt, dass 53 Prozent der Konstanzer kaum über umweltfreundliche Verkehrsarten informiert sind. Das soll durch die persönliche Ansprache anders werden.

Die rund 2000 Haushalte im Quartier Schwaketen/Urisberg werden angeschrieben und über die Aktion informiert. Ein paar Tage später wird der telefonische oder direkte Kontakt gesucht. Im zweiten Schritt gibt es individuell zugeschnittene Informationen. Es kann ein persönlicher Fahrplan angefordert werden, etwa für den besten Weg zur Fähre oder auf die Insel Mainau. Zudem wird eine auf den Stadtteil bezogene Broschüre verteilt. Zusätzliche Informationen gibt es an einem Aktionstag.

Wer kein Interesse zeigt, kann dies mit der beigelegten Postkarte melden. Es gebe dann keine Rückfragen mehr, berichtete Kurt Werner. Dies bringe nichts, es sei auch nicht Ziel, überzeugte Autofahrer zu überreden.

„Das ist eine neue Form der Kundenbeziehung“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Konrad Frommer. Mit dem Marketing begegne man der oft geäußerten Forderung, die Stadtwerke müssten stärker für den Bus werben. Die jetzige Aktion sei sicher sinnvoller als einzelne Maßnahmen, wie die von der FGL geforderte freie Fahrt in den Stadtbussen an Aktionstagen. Das führe nur zu hoffnungslos überfüllten Bussen und damit Verärgerung bei den Stammkunden.

Die Erfahrungen von Städten wie Nürnberg und Basel mit dem Direkt-Marketing seien sehr gut, berichtete Kurt Werner. Die Stadt Nürnberg betreibe es seit Jahren. Stadt und Stadtwerke wollen in Konstanz nach und nach weitere Stadtteile einbeziehen. Mit der Förderung des Umweltverbunds soll die viel befahrene Innenstadt entlastet werden. Es gehe darum, die Lebensqualität der Menschen auf Dauer zu verbessern, erläuterte der Bürgermeister.

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