Mein
13.06.2012  |  von  |  1 Kommentare

Konstanz Jetzt macht sich auch der Dachs in Konstanzer Gärten breit

Konstanz -  Erstmals werden Dachse im Stadtgebiet von Konstanz beobachtet. Fachleute berichten von großen Beständen der Art in der Region.

Der Dachs macht sich nun auch im Stadtgebiet von Konstanz breit. Im Musikerviertel wird er in Privatgärten beobachtet.  Bild: Archiv dpa



An die vielen Stadtfüchse in Konstanz und den Vororten haben sich die Menschen fast schon gewöhnt. Überhaupt fühlen sich Wildtiere vermehrt wohl in den Gärten, die mit einem reich gedeckten Tisch locken. Nun werden erstmals Dachse in der Stadt heimisch. In einem Garten im Musikerviertel ist ein Tier regelmäßig zugange.

Ein Hobbygärtner berichtet vom Besuch des Dachses in seinem Garten. „Es ist eher unangenehm, er gräbt nämlich die Beete um.“ Es handle sich um ein relativ großes Tier. Er habe nun schon mehrfach gehört, das in der Fabel Meister Grimbart genannte Tier sei hin und wieder im Musikerviertel anzutreffen.

Für die Fachleute sind die Beobachtungen neu. Beim Amt für Stadtplanung und Umwelt liegen bislang noch keine Meldungen vor. „Es ist eher ungewöhnlich, da Dachse die Nähe des Menschen meiden“, berichtet Walter Rügert, Sprecher der Stadt. Eberhard Klein, Leiter des Naturschutzzentrums Wollmatinger Ried, hat ebenfalls noch nichts von Dachsen im Stadtgebiet gehört. Im Musikerviertel sei dies aber durchaus denkbar. „Wir haben dort keine massive Bebauung.“ Der nahe Lorettowald biete genügend Gehölze mit Versteckmöglichkeiten.

„Im Lorettowald gab es schon immer Dachse“, bestätigt Kreisjägermeister Karlheinz Störzer. Vom Auftreten in Privatgärten hat er noch nichts gehört. Allerdings gebe es durchaus Dachsbauten am Rand von Siedlungen, und nachts sei das Tier eben auf Streifzügen.

In den vergangenen Jahren habe der Bestand im Landkreis generell stark zugenommen. Die Jäger schießen jährlich auch einige hundert Tiere, berichtet er. „Die Dachse verursachen immer mehr Schaden, weil sie im Mais eine wunderbare Nahrungsquelle gefunden haben.“ Die Jäger müssten in solchen Fällen die Landwirte entschädigen.

Der Dachs sei seit den 1960er Jahren Opfer der Tollwut-Bekämpfung bei den Füchsen geworden, sagt Karlheinz Störzer. Damals wurden Fuchsbauten begast. Da Dachse tagsüber immer im Bau sind, habe es viele dieser Tiere getroffen. Seit die Tollwut mit Impfstoff bekämpft werde, habe sich das geändert. „Der Dachs hat sich wunderbar erholt.“ Die Art sei auch nicht gefährdet.

Der Hobbygärtner weiß noch nicht, wie er mit dem tierischen Besucher umgehen soll. Eine Anlaufstelle für Betroffene ist das Amt für Stadtplanung und Umwelt. Es hat auch einen Ratgeber zum Thema Stadtfüchse herausgebracht. Vergleichbares zum Dachs gibt es aber nicht.

Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
Fachleute?
Für Fachleute neu? Wen hat man gefragt? Jäger? Das sind keine Fachleute, sie wissen zwar wie man ... mehr ...
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014