Äußerst dreist ist eine 80-jährige Konstanzerin um ihr Geld gebracht worden, nachdem am Dienstag gegen 14 Uhr an ihrer Haustür ein Mann geklingelt hatte. Er habe sofort nach dem Öffnen die Wohnung betreten, erklärt die Polizei in einer Pressemitteilung. Der Unbekannte habe vorgegeben, die Frau zu kennen und fragte diese, ob sie ihn denn nicht mehr kennen würde. Um das angeblich vor der Haustür wartende Taxi bezahlen zu können, forderte der junge Mann Bargeld. Er habe lediglich große Scheine, behauptete er. Als Dank wolle er später einen Kuchen vorbeibringe, habe der Eindringling gesagt, und er übte auf die 80-Jährige Druck aus. Während die Frau in ihren Geldbeutel sah, stand der Mann beobachtend hinter ihr und er steckte seine Finger in die Börse.
Ob sie keinen 50-Euro-Schein habe, fragte er laut Polizeiangaben, und er fügt hinzu: „Du bist aber eine arme Maus“. Anschließend habe der Unbekannte 80 Euro aus dem Geldbeutel genommen, aber zum Schein vier Fünf-Euro-Scheine zurückgelassen, und er habe die Wohnung verlassen. Trotz Zusagen sei er nicht zurückgekehrt. Nachdem die 80-Jährige ihrem Enkel von dem Fall erzählt habe, sei sie auf dessen Rat hin zur Polizei und habe Anzeige erstattet, heißt es aus der Direktion. Der Trickdieb soll zwischen 20 und 30 Jahre alt, 1,80 Meter groß und schlank gewesen sein. Er soll kurze hellblond gelockte Haare gehabt und dialektfreies Hochdeutsch gesprochen haben. Er sei mit einem karierten Hemd bekleidet gewesen und habe insgesamt ein gepflegtes Erscheinungsbild abgegeben. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefonnummer 07531/99 50 entgegen.
Erst in den vergangenen Tagen haben mehrere Anrufer bei überwiegend älteren Menschen im Landkreis vorgegeben, Verwandte in Geldnöten zu sein. Über diesen Enkeltrick versuchten die Trickdiebe, Geld zu ergaunern.
