Konstanz Jan Hus: Gotteskrieger oder Freiheitsheld?

Jan Hus steht im Zentrum des zweiten Konziljubiläumsjahres. Am Mittwoch will eine Podiumsdiskussion im Konzil seine Rolle in der Geschichte klären

Zum Ende seiner langen Amtszeit als Chef des Badischen Landesmuseums hat Harald Siebenmorgen kein Blatt vor den Mund genommen. Fragte man den Mann, der die Landesausstellung über das Konstanzer Konzil im vergangenen Jahr nach Konstanz brachte, nach der Rolle des tschechischen Predigers Jan Hus, fand er stets klare Worte: „Er war kein Reformer, sondern eher Teil einer rückschrittlichen Bewegung hin zu einem Gottesstaat auf Erden“, so Siebenmorgen. Thomas A. Fudge, einer der weltweit führenden Hus-Experten, sieht das anders. In einem Vortrag bezeichnete er den Tschechen kürzlich als „prophetische Gestalt von der man auch heute noch lernen kann“. Welches Bild stimmt nun? War Jan Hus eher Glaubenskrieger oder doch Freiheitsheld?

Die Antwort darauf hing bislang auch maßgeblich vom Standpunkt des jeweils Befragten ab. Tatsächlich erhielt Jan Hus in den vergangenen Jahren so viele Charakterisierungen, dass der wahre Hus manchmal schwer zu greifen war. Eine Podiumsdiskussion am Mittwoch, 28. Januar, will das ändern. Unter dem Titel „Jan Hus: Held des Glaubens = Held der Freiheit?“ diskutieren ab 19.30 Uhr, Volker Leppin, evangelischer Theologe an der Universität Tübingen, Helmut Walther, Historiker, und Dorothea Weltecke, die an der Universität Konstanz zur Geschichte der Religionen lehrt und forscht. Ziel der Veranstaltung soll es sein, „die Diskussion über Hus wissenschaftlich und erinnerungspolitisch“ voranzubringen, wie es in einer Mitteilung heißt.

Dabei soll es im Verlauf des Abends auch um die Frage gehen, wie man richtig an eine Person wie Jan Hus erinnert. Im zweiten Teil der Debatte wollen die Podiumsgäste über die Heutigkeit von Hus' Thesen diskutieren und erörtern, inwieweit der Prediger auch heute noch als Vorbild dienen kann.

Termin: Die Podiumsdiskussion findet am Mittwoch, 28. Januar, 19.30 Uhr, im oberen Saal des Konzil statt. Der Eintritt ist frei

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