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Konstanz Inselhof Reichenau

18.04.2009
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Lust auf einen Kurzurlaub? Wie wäre es mit einem Abendbesuch auf der Reichenau? Entspannen geht besonders gut auf der Seeterrasse des Inselhof Reichenau – bei tollem Service und gutem Essen.

Auf die Reichenau zu fahren bedeutet immer auch ein bisschen, den Rest der Welt hinter sich zu lassen. Und das im allerbesten Sinne. Spätestens wenn man über den Inseldamm fährt, links und rechts der See, ergreift einen dieses leichte Urlaubsgefühl. Das setzt sich fort, wenn man im Hotel-Restaurant Inselhof (Inhaber: Familie Ott-Penzkofer) auf der Seeterrasse sitzt. Weiter Blick auf grüne Wiesen und blauen See – noch lange vor dem ersten Gang fühlt man sich wohl. Das wird den gesamten Abend so bleiben.

Die Karte des Restaurants ist angenehm übersichtlich. Die Küche des Inselhof setzt auf saisonale und regionale Spezialitäten. Dass sie damit gut fährt, zeigt sich bereits bei der Vorspeise. Die Bärlauchcremesuppe (4 Euro) verdient den Namen Cremesuppe. Sie hat einen feinen, nicht zu intensiven Geschmack und ist von der Menge genau richtig portioniert für eine Vorspeise. Das dreigängige Tagesmenü (24,50 Euro) eröffnet mit einem gemischten Salat, der knackfrisch mit Radieschen, Schnittlauch und einer zarten Joghurtnote im Dressing daherkommt. So einfach kann lecker sein. Für den Hauptgang des Tagesmenüs stehen zwei Gerichte zur Wahl. Die Entscheidung fällt auf den rosa gebratenen Lammrücken an Thymianjus mit gemischtem Gemüse und Kroketten. Und schon beim ersten Bissen ist klar: das war eine weise Entscheidung. Das Lammfleisch ist ganz zart, das Jus so zurückgenommen, dass sich der Fleischgeschmack voll entfalten kann. Der Gemüse-Mix aus Spargel, Karotten und grünen Bohnen im Speckmantel hat genau die richtige Bissfestigkeit und fügt sich auch geschmacklich hervorragend zu Jus und Lammfleisch.

Als Getränk hat der zuvorkommende und freundliche Kellner einen Reichenauer Spätburgunder (0,25 Liter, 4,80 Euro) empfohlen – ein guter Rat.

Nicht minder überzeugend gerät der zweite Hauptgang: das Duett vom Bodenseefisch (Zander und Saibling, 17,90 Euro) an Hummersauce, Blattspinat und Bandnudeln. Der Fisch ist auf der Hautseite kross gebraten, genau richtig gegart (nämlich noch leicht glasig), die Bandnudeln sind nicht zu buttrig und al dente. Der Blattspinat ist mit Zwiebeln gedünstet und wie das ganze Gericht einfach und genau deswegen hervorragend. Überhaupt ist dies das Wunderbare am Inselhof: Hier gibt es keine Mätzchen, keine schrägen Kombinationen, sondern einfache, aber keineswegs einfallslose, und gute Zubereitung von guten Produkten.

Herausragend ist auch der Service im Inselhof. Nicht aufdringlich, aber doch aufmerksam. Freundlich, aber nicht anbiedernd. Und mit Rat und Tat zur Seite. Hier hat man ganz offensichtlich verstanden, was guten Service ausmacht. Das zeigt sich auch beim Dessert. Während das Tagesmenü mit frischen marinierten Erdbeeren und einem süß-kühlen Espresso-Parfait abschließt, fällt die Entscheidung für den zweiten Nachtisch schwer. „Bereiten Sie doch eine Überraschung mit Erdbeeren zu“, sagen wir schließlich und nach kurzer Abfrage von Geschmackspräferenzen verabschiedet sich der Kellner und sagt: „Wir lassen uns etwas einfallen.“ Und bringt am Ende eine Kreation, die nicht auf der Karte steht: Marinierte Erdbeeren an frischem Basilikum und einer locker-luftigen Bayerisch Creme. Beide Desserts gelingen gut und überzeugen je mit ihrer eigenen Note. Auch hier bewährt sich das Erfolgsrezept des Inselhofs: Kein Schnickschnack, sondern mit einfachen und qualitätvollen Mitteln die Geschmacksnerven verwöhnen.

Wer Lust auf einen Kurzurlaub hat, ist im Inselhof richtig. Gutes Essen, guter Service, angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Hierher kehrt man gerne zurück.

Michael Lünstroth

Inselhof Reichenau, Pirminstraße 156, Telefon: 0 75 34/246 18 58; im Internet: www.inselhof-reichenau.de

Alle Gastrokritiken im Internet:

www.suedkurier.de/gastrokritik

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