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Eine Juristin will den Doktortitel. Sie schreibt an der Universität eine entsprechende Arbeit.

Später wird öffentlich kritisiert, sie habe dafür in großen Stil abgekupfert und so geistiges Eigentum gestohlen. Eine Rechtsexpertin als Rechtsbrecherin, das ist ein schwerer Vorwurf. Spielt es aber eine Rolle, wessen Tochter die des Plagiats überführte Frau ist? Im Fall Saß lautet die Antwort: Ja.

Der aktuelle Konstanzer Fall gewinnt seine politische Sprengkraft genau durch die familiären Zusammenhänge. Edmund Stoiber war einer der ersten, die Karl Theodor zu Guttenberg beiseite sprangen, als Plagiatsvorwürfe gegen den damaligen Verteidigungsminister bekannt wurden. Gegen seine Tochter wurde zu diesem Moment schon in Konstanz ermittelt. Sich auf diesen Zusammenhang einen Reim zu machen, ist jedem selbst überlassen. Aufzeigen sollte man ihn schon.

Die Universität beruft sich in der Angelegenheit auf den Datenschutz. Das mag korrekt sein. Doch ob der Fall Saß ein Politikum ist oder nicht, wird nicht auf dem Gießberg entschieden.

Eine Juristin will den Dr.-Titel
Ohne Politik, nur sachlich beurteilen. Das wünsche ich mir.
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