Konstanz (as) Beim Konstanzer Oktoberfest kam es gestern zu einer Premiere. Erstmals wurde im Festzelt ein Sonntagsgottesdienst abgehalten. Anschließend gestalteten Auktionator Carlo Karrenbauer und SWR-Moderator Stefan Schmutz eine Versteigerung, deren Erlös dem Orgelbauverein St. Gebhard zu Gute kommt. 2480 Euro erbrachte allein die Versteigerung. Im Verlauf des Tages fand noch eine Tombola statt, um die Finanzierung einer neuen Orgel in der Kirche zu beschleunigen.
Rund 350 Besucher hatten sich am frühen Sonntagmorgen im Oktoberfestzelt versammelt, um gemeinsam mit Pfarrer Andreas Rudiger von der Seelsorgeeinheit Petershausen und Diakon Jens Sowa einen Gottesdienst zu feiern, der von der Musikkapelle Rulfingen musikalisch umrahmt wurde. Pfarrer Andreas Rudiger dankte in seiner Begrüßungsansprache dem Vorstand des Orgelbauvereins St.Gebhard für die Idee zu diesem Gottesdienst. "Schon vor mehr als 2500 Jahren haben die Israeliten im Zelt Gottesdienst gehalten", stellte Rudiger gleich zu Anfang fest, um im weiteren Verlauf im beheizten Festzelt mit den Besuchern Gott zu loben und zu preisen. Das Leben auf Erden sei nicht die Erfüllung allen Glücks. "Wir haben eine Perspektive, die über dieses Leben hinausgeht", so Pfarrer Rudiger.
"Sie haben sich dem Anliegen einer neuen Orgel verschrieben", leitete Andreas Rudiger zur Auktion über. "Ein großer Klang für Petershausen" lautet das Motto. Musik, insbesondere Orgelmusik, "kann in uns Saiten zum klingen bringen", was mit Worten allein nicht unbedingt möglich wäre, so Rudiger.
Auktionator Carlo Karrenbauer und SWR-Moderator Stefan Schmutz starteten mit dem Vorhaben, drei Gegenstände unter den Hammer zu bringen und dabei möglichst viel Geld für den Orgelbauverein zu erlösen. "Die Orgel von St. Gebhard ist kaputt. Das darf nicht sein", formulierte Stefan Schmutz und verriet, dass er schon als "kläne Schteppke" eine besondere Beziehung zu eben dieser Orgel aufgebaut habe. Während sein Papa im Kirchenchor sang, durfte der Bub auf dem "Orgelbock" sitzen.
Carlo Karrenbauer brachte ein Luxus-Abendessen für zwei Personen im Inselhotel unter den Hammer und erlöste dafür 160 Euro. Pfarrer Andreas Rudiger ersteigerte etwas sehr Praktisches: Einen Hochdruckreiniger für 120 Euro.
Richtig spannend wurde es bei der Versteigerung des "Berliner Balls" mit Autogrammen zahlreicher Bundestagsabgeordneter und Kanzlerin Angela Merkel. Die Auktion gestaltete sich letztlich als spannendes Duell zwischen zwei Bietern. Festwirt Hans Fetscher bekam für 1200 Euro den Zuschlag. Als er den Ball in Empfang nahm, legte er noch spontan 800 Euro drauf. Alle Beteiligten waren glücklich über den Verlauf des Vormittags. Wolfgang Müller-Fehrenbach, Vorsitzender des Orgelbauvereins, war höchst erfreut über den Versteigerungserlös. "Ich habe im Vorfeld gedacht, alles was über 1000 Euro liegt, ist ein guter Erfolg."
Carlo Karrenbauer hatte sich zum Ziel gesetzt, den "Berliner Ball" mit Angela Merkels Unterschrift für 1000 Euro an den Mann zu bringen. Dass der Ball wesentlich mehr einbrachte, freute ihn sehr. Gegenüber dem SÜDKURIER betonte er ernsthaft: "Das ist wirklich ein historischer Ball. In 20 Jahren kann man ihn im Rosgartenmuseum ausstellen."